Archive from Oktober, 2009
Okt 13, 2009 - Gesellschaft    1 Comment

Paranoia: Und führe uns (nicht) in Versuchung

Generalverdacht: Englands neuste Behörde zum Schutz der Kinder erzürnt

Eigentlich sollte die “Independent Safeguarding Authority” (ISA) dem Schutz der Kinder im Königreich dienen. Zu diesem Zweck müssen sich alle Menschen, die regelmäßig Kontakt zu Kindern haben dort registrieren lassen. Jedoch betrifft diese Regelung nicht nur Lehrer, Kindergärtner und ähnliche Berufsgruppen.

Beispielhaft sind auch zwei Polizistinnen betroffen. Beide – Mütter jeweils eines Kindes – teilten sich die Arbeit so auf, dass sie abwechselnd gegenseitig beide Kinder betreuen konnten. So konnten beide arbeiten und ihre Kinder versorgen. Die Kinder hatten auch noch einen Spielkameraden.

“Doch dann kam das Verbot. Irgendwer, vermutlich ein Nachbar, hatte die Frauen angezeigt. [...] Frau Shepherd bekam daraufhin unangekündigten Besuch von einem Mitarbeiter der Ofsted, einer Regierungsstelle, die Schulen und andere Bildungseinrichtungen überprüft. Er bestimmte, dass das Arrangement unter den beiden Freundinnen illegal sei und sofort gestoppt werden müsse. Eine Katastrophe, nicht nur für die arbeitenden Mütter, die auf die Schnelle eine Ganztageskrippe finden mussten, sondern auch für die Kinder.” (Quelle: zeit.de)

Problematisch sind für viele Engländer vor allem die für die Behörde geltenden Regelungen:

“Die Schuldvermutung liegt niedriger als bei einem ordentlichen Gericht, und es ist noch nicht einmal notwendig, das 14-seitige Formular auszufüllen, mit dem mutmaßliche Täter gemeldet werden. Die ISA kann auch auf Hinweise aus der Öffentlichkeit hin oder auf der Grundlage von Zeitungsberichten aktiv werden. Die 200 Mitarbeiter der ISA sind darüber hinaus angehalten, Risiko-Profile verdächtiger Personen zu erstellen, um mögliche künftige Übergriffe im Keim zu ersticken. Dazu dürfen sie “Interessen, Einstellungen, Beziehungen und Lifestyle” untersuchen.” (Quelle: sueddeutsche.de)

Der Schutz Minderjähriger sollte in einer Gesellschaft unbestreitbar einen extrem hohen Stellenwert haben. Und dazu gehören sicherlich viele Maßnahmen. Eine Behörde, die nach Aussagen macher Engländer zu einer “paranoiden Gesellschaft” führt ist dabei jedoch imho der falsche Weg.

Eine politische Entscheidung, die selbst Eltern unter Generalverdacht stellt ist eine Regierung unter der nicht zu Leben ich ziemlich froh bin.

—Edit—

Schön schreibt auch Ingo Jürgensmann über die Rolle die Bürgerrechtsorganisationen in diesem Prozess spielen sollten. Auch weist er recht deutlich auf die Gefahr hin, dass solche Gesetze durch die Hintertür “EU” irgendwann zu uns schwappen könnten.

Okt 12, 2009 - Gesellschaft    No Comments

“[...], sondern bloß ein Spinner.”

Replik auf das Streiflich vom 12. Oktober 2009:

Die Redaktion der Süddeutschen Zeitung betrachtet im heutigen “Streiflicht” die Frage: “Wer ist Sigmar Gabriel?” Eine nicht ganz unberechtigte Frage angesichts der aktuellen Entwicklung in der ehemaligen Volkspartei SPD. Verglichen wird der designierte Parteichef dabei mit allerlei mythologischen Gestalten – auch mit Herkules. Hierbei sei vor allem das tragische Ende des Helden zu beachten. Im, von der eifersüchtigen Ehefrau tückisch verzauberten, Nessos-Hemd sei er tragisch verbrannt.

Der Text endet dann mit folgender Aussage:

“Wer nun allerdings [...] behauptet, dass Frau Andrea Nahles bereits an einem solchen Hemd nähe, der ist kein Mythomane, sondern bloß ein Spinner.”
(Quelle: SZ, Streiflicht, 12. Oktober 2009)

Die Frage, die sich mir dabei aufdrängt ist folgende: War die Doppeldeutigkeit des Wortes “Spinner” beabsichtigt? Wird hier der Faden für jenes Nessos-Hemd gesponnen? Oder doch nur auf die geistige Gesundheit mancher Leser und anderer Kommentatoren im bundespolitischen Umfeld angespielt?

Leider steht das Streiflicht auch im 21. Jahrhundert nicht in online kommentierbarer Form zur Verfügung. Somit muss die Frage eben im Raum stehen bleiben.

50 Jahre Missionen ins All

(Quelle: stevey.com)

“Stevey” hat ein wunderschönes statisches Poster gebastelt, das die Weltraummissionen der letzten 50 Jahre illustriert. Faszinierend – nur leidern icht 100%ig seine Idee. Das ganze basiert auf einer Flash-Grafik von nationalgeographic.com.

Nichts desto trotz eine richtig tolle Sache für all diejenigen, die sich das Ding mal ausdrucken wollen.

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