Archive from Oktober, 2009

Der Tag der toten Taube

Tag des Friedens in Afghanistan: Ein Tag, 33 Provinzen, etwa 2000 Teilnehmer in Kabul – und ein großes Zeichen. (Quelle: ded)

Es wurde also groß gefeiert in Kabul und den umliegenden Landstrichen. Vielleicht sollte man sagen: “Es herrschte eine Bombenstimmung” – aber das wäre dann wohl doch zu zynisch.

Jedenfalls produzierte dieser Friedenstag in meinen Augen eines der stärksten Bildsymbole dafür, wie es tatsächlich um den Frieden in Afghanistan bestellt ist.

Aber seht selbst:

Man beachte den Herren ganz rechts (dritte Person von rechts). Die Taube, welche er so zartfühlend in Händen hält hat offensichtlich schon bessere Tage gesehen.

Traurig, dass eine eigentlich gute Sache, die ein Tag für den Frieden darstellen sollte, derart zum Symbol für eine gescheiterte “Friedensmission” werden muss. Obwohl auch der Tag an sich zu hinterfragen wäre. Ein Tag des Friedens. Bedeutet das dann also 364 Tage des Kriegs?

Okt 2, 2009 - Gesellschaft    No Comments

AP, ddp und dpa

Nein, dieser Beitrag hat nichts mit den Fantastischen Vier zu tun.

In der Hauptstadt pfeifen es die Spatzen schon ziemlich laut von den Dächern: Schon bald könnte die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ihren deutschen Dienst verkaufen. Und zwar an die Eigentümer des Deutschen Depeschendienstes (ddp). Am heutigen Donnerstag könnte es bereits einen sogenannten Letter of Intent geben, eine Absichtserklärung also. Offiziell will das allerdings niemand bestätigen – weder bei AP noch bei ddp. (Quelle: taz.de)

Es darf abgewartet werden, wie sich der Agenturmarkt in Deutschland so entwickelt. Sollte sich die Gerüchte bewahrheiten, so entstünde eine ernste Konkurrenz für die alte Dame dpa. Angeboten werden könnte dann ein beinahe vollumfängliches Paket an Meldungen (ddp Landesdienst, Deutschland, International) – ebenso wie es die dpa produziert. Einzig der Bereich Sport bliebe außen vor.

Allerdings liegt der Auslandsschwerpunkt der AP verständlicherweise immer noch auf den USA, einzig durch wenige Meldungen angereichert, die Deutschland betreffen.

Wie heißt es so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft. Es bleibt also spannend.

Okt 2, 2009 - Gesellschaft    No Comments

Kommentar: BILD Dir Deine Kunstfreiheit

Herabsetzungen jedweder Art sind der Bild-Zeitung bekanntlich wesensfremd. Deshalb war sie sehr empört, als sie in zwei Werbespots eine Bild und ihre Leser herabsetzende Werbung der taz zu erkennen glaubte. (Quelle: sueddeutsche.de)

(Quelle: Screenshot)

Es ist ein Kreuz mit der Ironie. Zynismus wird ja gemeinhin von Jedermann erkannt. Dies kann allwöchentlich bei beliebten Serien wie House M.D. erfahren werden. Die feinere Schwester des Zynismus hingegen, die Ironie, hat es da nicht so leicht. Dies ist auch den Kai Diekmann und seinen Untergebenen hinlänglich bekannt. Ein ironischer Werbespot der taz hatte nun schon vor geraumer Zeit die Gemüter bei Springer erregt – und so wurde gegen den Spot geklagt. Zwei Instanzen gaben der Bild-Zeitung recht, doch der Bundesgerichtshof schmetterte nun in letzter Instanz die Klage ab. Ein Sieg für die Kunst möchte man meinen. Ja die Spots (insgesamt waren es zwei preisgekrönte Werbefilmchen) gelten als Kunst. Zumindest im Verständnis von Jury und BGH. Dem Kunstverständnis der Bild hingegen scheinen Filmfigur Kalle und sein Kunde nicht zu entsprechen.

Im ersten Spot erscheint ein Mann in Jogginghose und Unterhemd vor einem als “Trinkhalle” bezeichneten Kiosk. “Kalle, gib mal Zeitung!” Auf die Antwort des Verkäufers “Is aus!” und die Gegenfrage “Wie aus?” schiebt Kalle die taz über den Tresen. Der Kunde: “Wat is dat denn?” und, nach einem Blick ins Blatt: “Mach mich nicht fertig, Du!” Schließlich das Happy End: Kalle gibt ihm doch seine Bild-Zeitung, beide lachen herzlich. Der Spot endet mit dem Slogan: “taz ist nicht für jeden. Das ist OK so.”

Springer, seit Jahren mit damit beschäftigt das Image der Bild zu verbessern, argumentierte daraufhin wie folgt:

  • Die Werbung zeichne ein vernichtendes Bild ihrer Leserschaft
  • Die intellektuellen Fähigkeiten würden extrem negativ dargestellt
  • Die soziale Struktur der Leser würde ebenfalls als viel zu schlecht vermittelt
  • Die Leser wären unterbelichtet und primitiv

Die Anwältin der taz hingegen vertrat die Ansicht, die Spots seien “etwas frech, aber funny” und durch die Grundrechte sowohl der Meinungs- als auch der Kunstfreiheit gedeckt. Dem folgte der BGH – und dem ist nichts hinzuzufügen.

Obwohl:

Wird der Spot durch den Aufriss der Bild-Zeitung wirklich besser? Oder gar lustiger? Ja mit der Ironie ist es so eine Sache. Meiner Meinung nach ist der Spot weder gut, noch lustig. Schön, das die taz die Meinungs- und Kunstfreiheit verteidigt. Schade nur, wenn dafür ein derart mageres Beispiel herhalten muss.

Zitat:

De gustibus et coloribus non esse disputandum.

Okt 1, 2009 - Social Media    No Comments

eine neue optik

schriftrolle.de erscheint in neuem gewand

ich fuchse mich so langsam in wordpress ein und habe daher beschlossen, dem blog ein neues design zu verpassen. ok, kein wirklich neues – ein bekanntes und freies “theme”. dieses habe ich minimal angepasst und werde wohl auch in zukunft ab und an an der design-schraube drehen.

folgen wird noch ein “plugin”, mit dem ich bilder schöner darstellen kann. aber das wohl erst in einem kommenden schritt.

das blog macht sich also und ich werde mal sehen, wie sich schriftrolle.de entwickelt. man darf gespannt sein.

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