Archive from Mai, 2010
Mai 28, 2010 - Gesellschaft, Multimedial    No Comments

Schwarz wie Milch – Kurzfilm-Empfehlung

Lügen die Medien? Lügt dieser Film? “Ich hoffe Du bist nicht einfach nur meiner Meinung”, sagt der Sprecher am Ende.

“Und jetzt informiere Dich über die Hintergründe”.

Ein wirklich treffendes Schluss-Zitat. Der Film “Schwarz wie Milch” ist eine Bachelor-Arbeit des Studenten der Hochschule Ulm, Studiengang Digital Media zum Thema: Beeinflussung durch Medien.

Gefunden via kraftfuttermischwerk.

Mai 25, 2010 - Social Media    1 Comment

Vorstellung: Ein Herz für Blogs #3

Eine fantastische Aktion, die der Stylespion vor gut einem Jahr ins Leben gerufen hatte, wird nun fortgesetzt.  Die “Ein ♥ für Blogs“-Aktion geht also heute in die dritte Runde.

Ein vernetztes Herz (Quelle: Niffty... / Lizenz: cc-by)

Daher will ich heute eine der kleinen Perlen vorstellen, über die sich mein Feed-Reader immer wieder freut.

Das Blog “Alltagsforschung“:

Heute stelle ich das Blog "Alltagsforschung" vor. Lesenswertes von Daniel Rettig zur Psychologie. (Quelle: Screenshot alltagsforschung.de)

Daniel Rettig stellt hier interessante psychologische Fakten und Erkenntnisse zu Alltag und Beruf auf. So umfassen seine Beiträge Fragen, ob Frauen von Klischees stärker beeinflusst werden, als Männer. Oder, wie sich Berührungen auswirken und über die Psychologie des Wetters. Sehr gut finde ich persönlich seine “Studienwelt“:

“Mir ist in den vergangenen Wochen aufgefallen: Es gibt zwar diverse kommerzielle Seiten, die solche Studien kostenpflichtig anbieten (hier oder hier). Aber es gibt – soweit ich das abschätzen kann – keine Datenbank mit frei zugänglichen Studien. Das will ich hiermit ändern.” (Quelle: Alltagsforschung)

Ich warte schon immer auf neue Beiträge, hoffe darauf, dass Daniel Rettig noch lange weitermacht und freue mich das Blog hier featuren zu können.

In diesem Sinne: fröhliches Bloggen!

Mai 23, 2010 - Social Media    No Comments

Ein Herz für Blog #3

Eine fantastische Aktion, die der Stylespion vor gut einem Jahr ins Leben gerufen hatte, wird nun fortgesetzt.  Die “Ein ♥ für Blogs“-Aktion geht also am kommenden Dienstag (25.05.2010) in die dritte Runde.

Ein vernetztes Herz (Quelle: Niffty... / Lizenz: cc-by)

Eine gute Idee, denn so sollen Blogperlen geteilt und Blogs vernetzt werden. Ich werde mich mit Freude daran beteiligen und mich den einfachen Prinzipien der Initiatoren anschließen:

Im Idealfalle entdecken wir alle neue Perlen und sorgen dafür, dass man sich untereinander ein wenig vernetzt (ja, so wie früher!).
Damit die kleine Aktion nicht zu klein ausfällt, wäre es toll, wenn ihr sie bereits jetzt ankündigt, damit möglichst viele zumindest davon hören. Hierzu dürft ihr gerne die Grafik oben nutzen, oder ihr erstellt eure eigenen Banner, wie auch immer
Also nochmal zusammengefasst:
- Schnell auf die Aktion in euren Blogs hinweisen
- Am kommenden Dienstag einen Beitrag mit euren liebsten deutschsprachigen Blogs veröffentlichen
- Freuen

Im Idealfalle entdecken wir alle neue Perlen und sorgen dafür, dass man sich untereinander ein wenig vernetzt (ja, so wie früher!).

Damit die kleine Aktion nicht zu klein ausfällt, wäre es toll, wenn ihr sie bereits jetzt ankündigt, damit möglichst viele zumindest davon hören. Hierzu dürft ihr gerne die Grafik oben nutzen, oder ihr erstellt eure eigenen Banner, wie auch immer

Also nochmal zusammengefasst:

- Schnell auf die Aktion in euren Blogs hinweisen

- Am kommenden Dienstag einen Beitrag mit euren liebsten deutschsprachigen Blogs veröffentlichen

- Freuen

Also zeigt am Dienstag (25.05.2010) Eure Blogperlen – mein Reader sucht immer neue Inspirationsquellen.

Mai 23, 2010 - Social Media    3 Comments

Empfehlung: Die Welt der Digital Natives für Personaler

Auf detailverliebt.de hat Thorsten Rusch einen beachtenswerten Eintrag veröffentlicht, der Personalern einen Einblick in die Welt und Lebensweise der sogenannten “Digital Natives” gewährt.

Screenshot des Postings zur Welt der Digital Natives auf detailverliebt.de (Quelle: detailverliebt.de)

Sehr gut fand ich folgende Passage:

“Folgende Punkte empfehle ich Ihnen, dabei zu beachten:

  • Social Media ist KEIN Studentenjob.
  • Erstellen Sie einen Einsatzplan. Sie sollten festlegen, wer für die Aktivitäten verantwortlich ist und wer über welche Themen schreibt.
  • Reden Sie mit Ihrer Marketingabteilung über die Inhalte.
  • Seien Sie authentisch.” (Quelle: Thorsten Rusch, detailverliebt.de)

Mir persönlich ist es sehr wichtig, wie Unternehmen im Netz auftreten und ich kenne viele aus meiner Generation, denen es ebenso geht, wie von Thorsten beschrieben. Ich bin selbst ein bisschen älter, selbst erst 1997 ins Netz gerutscht, seither aber sehr intensiv online. Daher muss ich aus meiner Sicht noch ein paar Dinge ergänzen.

“Digital Natives haben aus meiner Sicht andere Vorstellungen vom idealen Job als ihre Vorgänger-Generationen. Der Glaube an eine glücklich machende Festanstellung geht uns immer mehr verloren. Wenn Sie uns für Ihr Unternehmen gewinnen möchten, werden monetäre Anreize vermutlich weniger greifen. Für uns spielt es eine große Rolle, Verantwortung und Freiheiten zu bekommen.” (Quelle: Thorsten Rusch, detailverliebt.de)

Dem kann ich soweit zustimmen, dass sicherlich monetäre Anreize eine Rolle spielen. Denn für einen Hungerlohn will auch kein Digital Native arbeiten. Dennoch ist Eigenverantwortung essentiell man will sich gern einbringen und für die Firma engagieren. Konzeptionelles, kreatives Arbeiten spielt für viele Mitglieder der Generation Y eine große Rolle.

Auch die Wahrnehmung der Fähigkeiten  im Netz ist wichtig. Viele Unternehmen holen sich das Wissen um Web2.0 von Außen ins Unternehmen, engagieren Agenturen und sind auf deren Expertise angewiesen, obwohl im Unternehmen diese Fähigkeiten vorhanden wären. Sicherlich kann ein Blick von Außen sinnvoll sein, dann sollten die Mitarbeiter, die in diesem Bereich über Expertise verfügen an den Schnittstellen zu den externen Agenturen sitzen und deren Konzepte für das Unternehmen beurteilen.

Dennoch lerne ich immer wieder Menschen der sogenannten Generation Y kennen, die zwar vom Alter her in diese Generation fallen, aber nicht derart massiv in den neuen Kanälen kommunizieren und leben. Wir, die wir online Leben, neigen gern dazu, unsere Lebensweise für alle anzunehmen. Vielleicht der blinde Fleck der Digital Natives.

Ich spreche hier nur aus meiner persönlichen Erfahrung. Wie seht ihr das? Auf jeden Fall solltet ihr den Beitrag von Thorsten lesen.

Mai 23, 2010 - Social Media    5 Comments

Social Media Strategie (Teil III): Erfolgsmessung

Erfolg zu messen ist im Social Web nicht schwer, aber enorm wichtig. Es müssen nur die richtigen Messgrößen bestimmt werden. Nach den ersten beiden Teilen zur Erarbeitung einer Social Media Strategie, folgt nun im dritten Teil die Vorstellung sinnvoller Zielgrößen und Bewetungskriterien.

Für die Erfolgsmessung im sozialen Netz bedarf es anderer Blickwinkel, als in der klassischen Werbung. (Bild: epSos.de / Lizenz: cc-by)

Erfolgsmessung und Messgrößen
Für die Erfolgsmessung gibt es im Netz wie schon gesagt einige hilfreiche Tools. Viele sind kostenlos, doch dazu später mehr. Vor einer Messung müssen erst die relevanten Größen definiert werden, in denen der Erfolg der eigenen “Social Media”-Aktivitäten gemessen werden soll. Klassische Größen wie “Unique Clients” oder “Page Impressions” sind hierbei nicht gerade zielführend. Sie zeigen zwar gut die quantitativen Faktoren, sagen jedoch nichts über die Qualität der Konversationen. Hier zeigt sich, dass ein Umdenken erforderlich ist, weg von einer Quantifizierung der Aktivitäten. Am Ende des Tages muss sich jedoch jegliche Aktivität in barer Münze rechnen.

89 % der Deutschen vertrauen auf Empfehlungen von Bekannten. Innerhalb sozialer Netzwerke haben Produkt und/oder Dienstleistungsempfehlungen einen stetig steigenden Anteil. 67 % vertrauen auf Online-Empfehlungen. Daraus folgt für PR/Unternehmenskommunikation/Marketing, dass eine positive Rezension der Dienstleistungen/Produkte des Unternehmens, gepaart mit einer positiven Grundwahrnehmung des Unternehmens sich schlussendlich in Abverkäufen auszahlt. Noch immer ist Amazon mit seinen nutzergenerierten Rezensionen eines der größten sozialen Netzwerke der Welt. Und es basiert rein auf dem System der Bewertung durch Nutzer.

Ein kleines Video (englisch) zur Verdeutlichung des Wertes von Social Media:

Erstes Screening
Wo wird gesprochen und wie wird gesprochen. Welche Tonalität hat die Kommunikation über mein Unternehmen? Daraus ergeben sich bestimmte Eindrücke und Zahlen, die erfasst werden können:

1. Engagement der User

  • Die Häufigkeit von nutzergenerierten Inhalten zu einem Produkt oder einem Unternehmen
  • Sowie die Meinung der jeweiligen User

2. Qualität der Kommentare

  • Indizien für die Stimmung der Kommunikation
  • Lässt sich in den Dialogen eine positive oder negative Tendenz ablese
  • Gibt es User, die hauptsächlich negative oder auch positive Inhalte produzieren
  • Wie sieht die Struktur ihres Netzwerks aus
  • Sind die Meinungsmultiplikatoren

Aus Punkt 1. ergibt sich dann schon ein erster Blick über die tatsächliche Wahrnehmung der Kunden zum Unternehmen/zu Produkten. Wenn die Menschen im Netz nicht kommentieren, weder positiv, noch negativ, so kann das unterschiedliche Gründe haben. Diese gilt es zu analysieren. Im gleichen Maß kann man aber durch die Nutzung von Social Media eben diese Diskussionen befeuern.

Ist die Meinung der Nutzer positiv, so kann man sich diesen positiven Effekt nutzbar machen. Sind die Meinungen negativ, so muss man sich damit auseinandersetzen und ebenso ergründen, was kritisiert wird (und warum).

Schon hier können sich tatsächliche Folgen beispielsweise für die Qualitätssicherung und die Weiterentwicklung ergeben.

Punkt 2 zeigt dem Unternehmen, die qualitativen Indikatoren der Kunden-/Nutzermeinung. Was ist es, das die Menschen gut finden? Welche Eigenschaften von Produkt/Unternehmen werden in welcher Art beurteilt? Was wird kritisiert? Was wird als besonders schlecht empfunden? Woran reiben sich die Nutzer?

Als Beispiel mag die Krisenkommunikation der Lufthansa dienen. Beim letzten Pilotenstreik nutze das Unternehmen Twitter um auf Flugausfälle hinzuweisen. Es wurden jedoch nur Verweise auf die Webseite verteilt, oder abgesagte Flüge berichtet. Eine Reaktion, eine Hilfe durch diesen Kanal fand nicht (oder nur in sehr geringem Maß) statt.

Hieran rieb sich die Netzgemeinde und die Kunden. Lufthansa reagierte und die Krisenkommunikation während der Luftraumsperrung aufgrund der isländischen Aschewolke, sah völlig anders aus. Man antwortete auf Fragen, man reagierte, half und diente als weiterer Kanal neben irgendwelchen Hotlines. Kunden fanden diese Form der Krisen-PR in den meisten Fällen positiv.

Die Struktur des Netzwerks in den unterschiedlichen Kanälen spielt eine entscheidende Rolle. Wie relevant sind die Follower bei Twitter, wie empfehlen Fans bei Facebook mein Unternehmen? Wie sieht es mit SocialBookmark-Diensten aus? Die Antworten auf diese Fragen zeigen, wie mein Netzwerk gestaltet ist und wie sich Informationen dort bewegen.

Jeder Kanal hat hierbei andere Relevanzkriterien. Drei Retweets bei 50 Followern ist dabei sicherlich besser, als 15 Klicks auf ein Banner bei Flickr, wenn mich dort 1500 Menschen ihrem Netzwerk hinzugefügt haben.

Dies leitet auch zum letzten Punkt der obigen Aufzählung weiter. Wer sind die einflussreichen Fans/Follower? Kann ich diese direkt erreichen? Üben Sie Kritik und wenn ja warum? Kann ich ihre Kritik nutzen, aufnehmen, mein Produkt oder deren Wahrnehmung verändern, um so einflussreiche Fans zu gewinnen?

Es gibt noch viele Fragen, die man in dieser Richtung stellen kann. Eventuell ergeben sich auch die Möglichkeiten, einen einflussreichen Blogger als Gastautor für das Firmenblog zu gewinnen. Das hängt jedoch vom Einzelfall ab.

Monitoring
Mit Monitoring ist das genauere Betrachten der Kommunikation im Web2.0 gemeint. Hier sollte untersucht werden, welche Themen im Umfeld meiner Produkte/meines Unternehmens diskutiert werden. Wer sind die Meinungsführer, man sollte Themenhirarchien erstellen, etc.

Tag-Clouds, aus den Stichwörtern rund um die Themen, bieten die Möglichkeit im Unternehmensblog die entsprechenden Einträge um relevante Suchbegriffe zu erweitern. Auch auf Twitter kann man entsprechend reagieren.

Dazu bedarf es in kleineren Unternehmen noch nicht einmal eines allzu großen Aufwands. Auch die notwendigen Tools sind für einen Einstieg in der kostenlosen Variante meist ausreichend. Im folgenden Teil der Serie zur “Social Media Strategie” wird daher auch auf sinnvolle Hilfsmittel und Tools eingegangen werden.

Fragen an das SocialWeb

  • Ist meine Marke/mein Unternehmen im sozialen Netz verfügbar?
  • Wie weit reicht meine Meinungsführerschaft zu relevanten Themen?
  • Wie weit identifizieren sich Menschen im Netz mit Marke/Produkt/Unternehmen?

Mit welchen Hilfsmitteln ich diese Fragen beantworten kann soll im kommenden Teil der Serie beantwortet werden.

Vielleicht nutzen Sie schon entsprechende Hilfsmittel. Was ist das Tool ihrer Wahl? Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen.

Mai 17, 2010 - Multimedial, Social Media    No Comments

Notizzettel: Linktipps zum Wochenstart II

Letzte Woche gab es zum ersten mal die Linktipps zum Wochenstart. Auch heute habe ich, um ein paar Stunden verspätet, einige interessante Artikel zusammen gestellt. Viel Spaß beim Lesen und Kommentieren.

Jede Woche neu - die Linktipps zum Wochenstart. "Infizieren" Sie sich in der Blogsphere. (Quelle: atoms and bits / Lizenz: cc-by-sa)

Linktipps:

Blogtipps:

  • Smashing Magazine
    Design, Usability, Typographie – Wer sich hierfür interessiert und immer wieder Showcases der besten Beispiele aus dem Netz finden will, sei auf dieses Blog verwiesen
  • Alltagsforschung
    Das Blog von Daniel Rettig, der hier Studien, interessante Forschungsergebnisse und einfach faszinierende Fakten aus der WElt der Psychologie präsentiert. Immer wieder lesenswert und ab und zu zum staunen.
Mai 15, 2010 - Social Media    5 Comments

Social Media Strategie (Teil II): Erste Schritte in Web 2.0

Nachdem ich im ersten Teil aufgeführt habe, welche potentielle Fehler Unternehmen in sozialen Netzen machen können, soll nun gezeigt werden, wie die ersten Schritte für ein Unternehmen aussehen könnten. Pauschale Lösungen sind hierbei immer (!) eine schlechte Idee. Jedes Unternehmen ist anders und daher bedarf es auch individueller Konzepte für den Weg ins Web 2.0

Quelle: 10ch (Lizenz: cc-by)

Wie schon geschrieben, ist ein kopfloser Start jedoch genau das Falsche. Eine klare Aussage: “Ja, wir wollen dabei sein.” sollte immer am Anfang stehen. Ein weiches, ungenaues “Wir können das ja mal probieren”, führt meist in den digitalen Abgrund. Erst wenn der Wille auch von der Unternehmensführung zu spüren ist, wenn die notwendige Unterstützung aus dem Vorstand/vom Chef kommt, dann können die Mitarbeiter sinnvoll agieren und motiviert loslegen.

Denn der Wunsch sich auf die Welt des “Social Web” einzulassen kann weitreichende Folgen haben. Eine transparente Kommunikationskultur, den Nutzern/Kunden zuhören, sie ernstnehmen – all das kann bis hin zu einem Philosophie-Wechsel im Unternehmen führen. “Public Relations” erhalten im sozialen Netz ihre Wortbedeutung zurück. Öffentliche Beziehungen. Öffentliche Unternehmens-Kommunikation ist heutzutage keine Einbahnstraße mehr.

Am Anfang war das Wort
Ein Wort, Worte, Sätze – ergo ein Konzept. Die Frage: “Was will ich im (sozialen) Netz erreichen?” steht am Anfang.Will ich meine Marke präsent halten? Will ich Kunden gewinnen? Will ich wissen, was meine Kunden denken?

Aber auch:
Was kann ich meinen Kunden an Mehrwert bieten? Womit kann ich ihr Interesse wecken? Was macht mich und mein Unternehmen einzigartig? Wie und mit welchen Mitteln kann ich das kommunizieren?

Dabei müssen solche Konzepte, gerade zu Anfang nicht völlig ausgereift sein. Vor allem sollten Sie das Lernen im und vom sozialen Netz nicht verhindern/einschränken.

Erste Erfahrungen
Wie in der realen Welt dreht es sich im sozialen Netz um Beziehungen (enger und ferner) und um Gespräche. Wer spricht? Wer hört zu? Kommunkation liegt in der Natur der Menschen, daher erklärt sich der Erfolg sozialer Netzwerke. Die Bedienung derartiger Dienste ist daher auch im großen und ganzen ziemlich einfach. Bevor es wirklich losgeht, sollten allen Beteiligten die Grundreglen jedoch klar sein. Erste Accounts sollten eingerichtet werden und die Mitarbeiter die Möglichkeit erhalten sich in diesen Diensten auszuprobieren. Ein Gefühl für Tonalität, Taktung und Rhythmus der Netze entwickelt sich dann innerhalb weniger Tage. Dann ist es Zeit erste Nachrichten zu verfassen (KEINE Werbebotschaften) und die Reaktionen abzuwarten. Auf diese sollte man reagieren. Zuhören und Transparenz zeigen.

“Seien Sie offen und ehrlich, teilen Sie Ihr Wissen mit anderen und übertreiben Sie es nicht mit der Selbstpromotion. Kurz gesagt, seien Sie einfach nett und hören Sie mehr zu als selbst zu reden. Sie können nichts kaputt machen und niemand trägt einem Neuling ein paar Verstöße gegen die Etikette nach. (Quelle: Peter Bihr, in: t3n 19 [Printausgabe], S. 28)

Zu den ersten Erfahrungen gehört oft auch ein Gefühl der Sinnlosigkeit des ganz Unterfangens oder das Gefühl der Informationsüberflutung. Beides ist normal und legt sich recht schnell. Doch es gibt auch Kollegen, bei denen dieses Gefühl anhält. Nicht jeder Mensch ist ein geborener Blogger und so sollten Chefs auch darauf verzichten Menschen zur Partizipation im Web 2.0 zu zwingen. Jemand der ungern schreibt, dessen Blogeinträgen merkt man es an. Es macht einfach keinen Spaß sie zu lesen.

Zu den ersten Schritten (und auch später) gehört explizit auch die Zeit zu recherchieren, Informationen zu sammeln, zu lernen und sich weiterzubilden.

Ziele definieren

Hat man die passenden Kanäle identifiziert und sind die Mitarbeiter vertraut mit dem Umgang (hier beitet es sich auch an, dass erfahrenere Kollegen “Neulinge” im Umgang schulen), so ist es Zeit konkrete Ziele des Unternehmens im Social Web zu definieren. Hierbei tun sich marketingerfahrene Menschen oft schwer. Klassische Zielgrößen haben im sozialen Netz nur eine sehr geringe Aussagekraft. Aufrufe der Seiten, Follower bei Twitter oder Klicks auf die eigene Seite sind hier denkbar ungeeignet.

Besser ist es direkte Interaktionen, Zufriedenheit der Kunden, konstruktive Rückmeldungen und ähnliches zu monitoren und als Zielgrößen zu definieren. Hierfür gibt es entsprechende Tools (mehr dazu in Teil III der Serie “Social Media Strategie”). Die Denkweise sollte immer lauten: “Wir messen die Qualität unserer Bemühungen, nicht die Quantität).
Für ein Blog können dies auch Aufenthaltsdauer, Verhältnis von Artikeln zu Kommentaren, Menge der Positiven und neutralen Kommentare gegenüber negativen sein.

Kanäle und Tools
Natürlich sind die üblichen Verdächtigen Facebook, Blogs, Twitter. Google Buzz hat trotz einer hohen medialen Aufmerksamkeit im sozialen Netz noch keine gesteigerte Bedeutung und die Netzwerke der VZ-Gruppe bieten Unternehmensprofile nur gegen hohe Geldbeträge an. Hier sollte ein Einstieg wirklich gut überlegt sein. Dennoch braucht nicht jedes Unternehmen eine Fanpage bei Facebook. Hier kommt es immer auf den Kontext an. Also nicht mit der großen Gießkanne eine 08/15-Lösung von der Stange nutzen, sondern individuell arbeiten.
Das gleiche gilt auch für externe Berater. Nicht zwangsläufig sind sie von Nutzen für ein Unternehmen. Bei der Auswahl – sollte ein Berater nötig sein – ist es daher ratsam, ausgesprochen wählerisch zu sein.  (Mehr zur Auswahl externer Berater gibt es in Teil IV der Serie “Social Media Strategie”)
Übrigens gibt es für viele Kanäle kostenlose Tools, die das Arbeiten enorm erleichtern.

Guidelines – Grenzen der Freiheit und Richtschnur

Der Einstieg in das soziale Netz verändert ein Unternehmen. Man sollte sich nichts vormachen, diese Veränderung ist unausweichlich. Andererseits erleiden schon heute die Unternehmen Nachteile, die sich auf diese Veränderungen nicht einlassen. Änderten sich die Rahmenbedingungen im Markt, haben sich Firmen schon immer angepasst. So ist es auch im Web 2.0.

Die Kommunikation des Unternehmens nach Außen wird nicht mehr nur von der PR/Marketingabteilung oder der Pressestelle gesteuert. Jetzt sind es echte Menschen, die mit den Kunden interagieren. Doch gerade diese Menschen, die Mitarbeiter, brauchen im Umgang mit dieser öffentlichen Kommunikation eine Richtschnur.

“Was darf ich sagen?” “Wie reagiere ich auf Kritik?” “Was muss ich machen, wen…”

Ist dies bei kleineren Firmen noch recht unproblematisch zu organisieren, so ist es in größeren, stärker hirarchisierten Unternehmen oftmals die größte Herausforderung im Umgang mit Social Media. Deshalb ist es entscheidend, allen Mitarbeitern klar zu machen, wo die Grenzen der Transparenz/Offenheit liegen. Geschäftsgeheimnisse bleiben geheim.

Die Richtlinien von Intel sind hier ein lesenswertes Beispiel.

Ein Wort noch zur Privatsphäre: Private Social Media Accounts der Mitarbeiter sind Tabu! Niemand sollte genötigt werden, Werbung für das Unternehmen im privaten Umfeld zu machen. Die Privatsphäre der Kollegen ist ausdrücklich zu respektieren.

Loslegen und Nerven behalten
Einem Start in die bunte Welt des Web 2.0 steht nichts mehr im Weg. Die hausinternen Blogger sind benannt, ein Verantwortlicher der die Organisation der Einträge übernimmt gefunden? Die Twitterer (oftmals die selben Personen) stehen in den Startlöchern? Dann los.
Auch hier gilt, wie im privaten Rahmen. Ersteinmal in Ruhe zuhören. Viel und lange zuhören. Bevor die ersten Nachrichten versendet werden heißt es dann: “Ist diese Meldung wirklich lesenswert? Bietet sie dem Nutzer/Kunden einen Mehrwert?”
Es spricht nichts dagegen mit Social Media Profilen in die Öffentlichkeit zu gehen, die noch nicht perfekt sind. Dies kann man auch kommunizieren, und weckt so zugleich vertrauen. Nur sollte dann auch an der Perfektionierung gearbeitet werden. Leere Versprechen sind im Netz, wie in der Realität, nicht gern gesehen. Es ist immer besser, seine Aktivitäten schrittweise zu optimieren. Google macht es vor. Immer wieder gehen Produkte an den Start, die noch kleinere Macken aufweisen. Doch Google arbeitet beständig an deren Verbesserung und kommuniziert diese in den hauseigenen Blogs. Auch wird dort sehr gut auf Feedback reagiert.

Geht mal etwas schief, dann heißt es Nerven bewahren. Ausrutscher wie Tippfehler, falsch adressierte Nachrichten oder kaputte Links kommen vor. Solange die Firma damit transparent und offen umgeht, nimmt es im Netz niemand wirklich übel. Nur sollten diese Fehler dann auch abgestellt werden.
Im sozialen Netz geht es mitunter auch mal ruppig zu. Ruhe bewahren ist hier die Devise. Wer sich von sogenannten Trollen zu schnippischen oder gar bösen Kommentaren hinreißen lässt, gibt ihnen genau das Futter, das sie suchen. Fehler offen zuzugeben fällt vielen Unternehmen schwer. Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen.
es ist immer Besser den Kunden, die auf Fehler hingewiesen haben öffentlich zu danken. Vielleicht ist der Fehler ja sogar gravierend und im Unternehmen noch niemandem aufgefallen. Ein kleines Dankeschön-Präsent, das die Wertschätzung für den Hinweis ausdrückt und ein entsprechender Eintrag im Hausblog und schon hat man wieder an Glaubwürdigkeit gewonnen und einen zufriedenen Kunden mehr. Mundpropaganda ist hier das Stichwort.

Reaktionen aufnehmen und immer weiter lernen
Vor Facebook waren andere und es wird auch eine Zeit nach Facebook geben. Das “next big thing” wartet schon in irgendeinem Gehirn darauf ausgebrütet zu werden. Als ich vor mehr als einem Jahrzehnt im Netz angefangen habe hieß Chatten noch IRC und Vernetzung bestand aus Newsgroups und Mailinglisten. Das Netz verändert sich ständig und rapide.

Nie war es so leicht wie heute ein Unternehmen zu erreichen. Am Beispiel der Asche-Wolke nach dem Vulkanausbruch in Island zeigte sich auf den Twitter-Accounts der Fluggesellschaften, dass die Kunden hier ihre Fragen stellen. Lufthansa reagierte, im Gegensatz zum letzten Pilotenstreik, schnell und unbürokratisch und erntete dafür innerhalb des Netzes und von Kunden positive Reaktionen.

Kundenbeziehungen erreichen so ein neues Niveau. Über das Blog kann man beispielsweise kritische Blogger und Kunden auch mal zu sich einladen und so Transparenz und offenen Umgang mit Kritik zeigen. Nicht jeder muss einen mögen. Aber ein solcher Umgang schafft auch bei Kritikern zumindest Respekt.

Ein Jahr ist im Social Web eine lange Zeit. Daher heißt es Trends beobachten und evaluieren. Den Mitarbeitern die Möglichkeit und die Zeit geben, diese Werkzeuge auszuprobieren. Und falls sinnführend in die eigene Strategie zu integrieren. Welche Tools oder Plattformen wirklich relevant sind zeigt sich schnell innerhalb der Community im Gespräch.

Im dritten Teil der Serie “Social Media Strategie” zeige ich, wie Unternehmen ihre Erfolge im Social Web messen können und welche Tools hier hilfreich sind.

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