Archive from Mai, 2010
Mai 10, 2010 - Social Media    1 Comment

Notizzettel: Linktipps zum Wochenstart I

Ich habe beschlossen eine neues Format zu probieren: Linktipps zum Wochenstart. Zukünftig werde ich hier interessante Links präsentieren, die mir in der letzen Woche als relevant erschienen sind. Wer Anmerkungen hat, darf gerne kommentieren.

Links sind das Blut des Internets. Sie halten das Netz am Leben. (Quelle: Ian Sane / Lizenz: cc-by)

Wer gute Tipps für lohnenswerte Verlinkungen hat, kann mir gerne eine Mail schreiben. Oder die Tipps einfach in den Kommentaren hinterlassen.

Linktipps:

Blogtipp:

  • the four elements
    David, freischaffender Webdesigner stellt sich selbst und seine Projekte hier vor. Gewürzt mit ein paar guten Tipps und Bildern, definitiv ein empfehlenswertes Blog.
  • detailverliebt
    Zwei kreative Köpfe, die mit ihrem noch immer recht neuem Blog für Aufsehen sorgen und meinen RSS-Reader mit guten Inhalten füttern. Mein Gruß geht nach Berlin und Düsseldorf.
Mai 9, 2010 - Social Media    2 Comments

Out of Order: Oder wie man sein Blog zerlegt

Tja, man macht ein Datenbank-Backup, sichert die Dateien und plant ein Update auf die neuste WordPress-Version. Soweit so gut. Doch dann geht so einiges schief. Eine Geschichte des Scheiterns.

Out of Order - dieses Bild hätte schriftrolle heute für mehrere Stunden zieren können. (Quelle: Shawn Allen / Lizenz: cc-by)

Eigentlich wollte ich schriftrolle.de nur auf die aktuelle WP-Version 2.9.2 ziehen. Was ich nicht wusste war, dass man vielleicht vorher prüfen sollte, welche SQL-Version die Server von 1und1 nutzen. So kam es nach einem Update auf 2.9.2 zu einer netten Fehlermeldung und ich dachte mir. Gut, dann eben 2.9.0. Tja auch hier Pustekuchen.

Davor wollte mich jedoch mein ftp-Programm noch davon überzeugen, dass es sich seinen Sonntag redlich verdient hat. Irgendwie war es der Meinung, wenn ich mehr als 100 Dateien am Stück auf den Server übertragen wollte, abzubrechen. Eine instabile DSL-Leitung tat ihr Übriges.

So nach gefühlten 100 Stunden (tatsächlich wohl eher so 5) läuft schriftrolle.de nun wieder auf der aktuell möglichsten Version. Und ich bin um eine Erfahrung reicher.

Welche Erfahrungen mit Updates von WordPress habt ihr gemacht? Mich würde interessieren, wie blöd ich mich wirklich angestellt habe.

Mai 9, 2010 - Social Media    8 Comments

Social Media Strategie (Teil I): Sie wollen scheitern? So geht’s!

Der Titel dieses Eintrags ist natürlich nicht völlig ernst gemeint. Social Media ist das neue Buzz-Wort. Aller Orten hört man: “Unternehmen, die jetzt nicht dabei sind, verschlafen einen Trend/Absatzmarkt.” Doch erstens ist auch hier nicht alles Gold was glänzt und zweitens gibt es einige Stolpersteine auf dem unternehmerischen Weg zum Web 2.0.

(Quelle: CsMFMAATSGOIS / Lizenz: cc-by-sa)

Am Ende des vergangenen Jahrtausends stand für viele Unternehmen Frage wie: “Ins Netz oder nicht ins Netz?”, “Was soll mir das Internet denn bringen?” und so weiter. Das Selbe erleben wir heute mit dem Social Web. Dabei zeigen verschiedene Studien eindeutig, dass Firmen mit Social Media tatsächlich Geld verdienen können. Allerdings sollte man auch hier wissen, was man macht.

Monolog statt Dialog. Dabei sein, aber keiner ist zuständig. Überall mitmachen, keine Transparenz zeigen. Auf Fehler unwirsch und mit null Toleranz reagieren.

“Web 2.0 und Social Media werden in der Unternehmenskommunikation immer wichtiger, aber die Firmen tun sich schwer damit.” (Quelle: Bernd Pitz, selbstverstaendlich.de)

PR-COM, eine Kommunikationsagentur, hat jetzt die häufigsten Fehler beim Einsatz von Social Media für die Unternehmens-Kommunikation untersucht und veröffentlicht. Interessant, was hierbei zu finden ist.

Ich sortiere die Reihenfolge ein wenig anders, als es die Agentur macht. Meiner Erfahrung nach ist oftmals ein fehlendes Verständnis von Blogs, sozialen Netzen, Twitter und Co. die Hauptursache für derartige Fehler. In vielen Fällen liegt darin und in einer analogen Kommunikations-Kultur im Unternehmen die Ursachen für Fehlschläge im Social Web begründet.

  1. “Ich auch”:
    Unternehmen wollen einfach mal dabei sein. Einen Trend nicht verschlafen und sagen können: “Wir sind drin.” Hier fehlt jegliches Verständnis, jegliche konzeptionelle Ausrichtung. Es ist so, als setze sich ein 14-jähriger Jugendlicher ins Auto und fahre auf die Autobahn um es einfach mal zu machen. Unternehmen sollten sich die Fragen stellen:
    Was will ich erreichen?
    Welche Netzwerke machen für mich Sinn?
    Warum will ich mich überhaupt in sozialen Netzwerken engagieren?
  2. Eindimensionale Kommunikation: Monolog statt Dialog
    Das Soziale macht das Netz aus. Es lebt von Beziehungen und Beziehungen entstehen durch Kommunikation, gegenseitigen Respekt und durch Zuhören. Gerade am Anfang sollten Unternehmen lernen verstärkt zu hören, was die Menschen im Netz bewegt, was die eigenen Kunden zu sagen haben. Darauf sollte offen reagiert werden – jedoch nicht mit den falschen Mitteln.
    Was bewegt meine Zielgruppe, was meine Kunden?
    In welcher Tonalität wird kommuniziert?
    Höre ich nicht zu, kann ich nicht erwarten, das man mir zuhört.
  3. Keine klare Zuständigkeit und das Unterschätzen von Aufwand
    Wer macht was? In allen unternehmerischen Bereichen sind Verantwortlichkeiten geklärt. Nur beim Thema Social Media fehlen Strukturen, Vorgaben, Richtlinien. Wer hat den Hut auf? Es scheint fast so, als sähen Chefs das Thema nicht als relevante Arbeit. Mal liegt es in der PR, mal im ContentManagement, mal in der Unternehmenskommunikation. Nur wenn es keiner verantwortlich macht, macht es auch keiner richtig.
    Auch bei der Einschätzung des Aufwands liegen viele Unternehmer gern mal daneben. “Ach so ein bisschen bei Facebook schreiben und einen Blog pflegen – kann ja nicht so schwer sein. Meine Mails schaff ich ja auch selbst.”
    Nur leider verschätzen sich Unternehmen hier gern. Will man seinen Auftritt im sozialen Netz gut gestalten, dann gehören Recherche, Reaktion auf Anfragen, proaktive Kommunikation, Kommentarpflege, Netzwerkpflege und Kontakte finden und einbinden ebenso dazu, wie Design, Arbeit mit Agenturen, und und und…
  4. In scheinbarem Widerspruch zu Punkt 1: Abwarten und Tee trinken.
    Noch immer halten es einige Unternehmen nach dem Motto “Erstmal ganz ruhig abwarten und sehen, wie sich Social Media entwickelt.” Dabei gibt es das Web 2.0 inzwischen einige Jahre und die Zuwachszahlen der großen Netzwerke sprechen eine Eindeutige Sprache. Wer hier noch zögert, zeigt nur wieder, dass er das Netz nicht verstanden hat. Zumindest nicht, wie es sich heute präsentiert. Auch beim Abwarten kann man nur verlieren. Und wer später einsteigt, fängt später an zu lernen.
  5. Fehlende Transparenz
    Schnell zeigt sich im Netz, das es einen Weg gibt jegliches Vertrauen der User in Kürze zu verspielen. Fehlende Transparenz. Wer zu seinen Fehlern steht, wer offen kommuniziert, ehrlich auftritt und mit seinen Nutzern auf Augenhöhe bleibt, der erlebt, das dieses Vertrauen dem Nutzer gegenüber auch auf das eigene Unternehmen zurückfällt.
    Verdeckte Account, gekaufte/getürkte Kommentare oder sonstige verdeckte Operationen fallen in der Regel sehr schnell auf. Der Schaden, der durch die folgenden Reaktionen entsteht ist nicht so schnell wieder gut zu machen. Vor allem torpedieren derartige Verhaltensweisen alles, was man bis dahin aufgebaut hat.
  6. Social Media als verlängerter Arm der Werbung
    Social Media ist in aller erster Linie ein zusätzliches Kommunikations-Medium. Wer Twitter, Facebook und Co. als billige Möglichkeit Werbung zu platzieren missversteht, unterschätzt die Intelligenz der Nutzer. Und Nutzer/Kunden, die sich veräppelt vorkommen handeln danach. Sie kehren in aller Regel dem Unternehmen den Rücken. Sie tun oft aber noch mehr. Sie kommentieren, bloggen und strafen ab. Soziale Netze als einfache Werbekanäle zu begreifen schadet daher dem Unternehmen mehr, als es ihm nützt.
  7. Unterschätzen juristischer Fragen und Überreaktion
    Gerade kleinere Unternehmen, aber auch unerfahrenere Agenturen unterschätzen nur zu gerne Faktoren wie Urheber-Rechte oder freie Lizenzen im Netz. Wer beispielsweise CC-Lizenzen als freie Bilder versteht, handelt sich schnell eine Schadensersatz- oder Nutzungsrechteforderung durch den Urheber ein. Nicht jeder sieht das Netz als Spielwiese. Auch im echten Leben würden Firmen nie die Logos oder Werbebilder der Konkurrenz nutzen – wieso dies also im Netz tun? Dennoch gibt es immer wieder Beispiele von Unternehmen, die sich nicht zuvor mit der Rechtsabteilung oder ihrem Anwalt beraten. Gerade Urheberrechts-Verletzungen sind im Netz ein gern gesehener Grund zu Spott in Blogs/Kommentaren.
    Umgekehrt sollte das Unternehmen nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Eine Abmahnung gegen einen unliebsamen Blog-Eintrag, einer Unterlassungserklärung weil ein Blogger ein Unternehmensbild verwendet, die Aufforderung zu Gegendarstellungen – all diese Beispiele zeigen beinahe monatlich, wie Unternehmen ihre Reputation binnen Minuten verspielen.
    Ein Anruf beim Blogger, ein Brief – eine Kontaktaufnahme ohne mit der juristischen Keule zu drohen, helfen hier meist weiter. Das Vorgehen im hauseigenen Blog dokumentiert und transparent aufgezeigt, schon steht man als fairer Mitspieler im Netz da. Und sollten gerade Urheberrechtsverletzungen nicht gütlich zu regeln sein, bleibt noch immer der Weg über die Juristen. Sind alle Wege ausgeschöpft, versteht es die Netzgemeinde sehr gut, wenn man sein Recht einklagt. Schießt man mit den sprichwörtlichen Kanonen, demonstriert die Netzgemeinde gerne, schnell und effektiv ihre Macht. Und der Streisand-Effekt hat ein neues Beispiel.
  8. Überadministration
    Das Netz ist schnell, chaotisch, dynamisch und erfordert daher oftmals eine schnelle und unbürokratische Vorgehensweise. Das Netz lebt von Spontanität und Kreativität. Diejenigen der Mitarbeiter, die mit den Social Media Aktivitäten betraut sind brauchen daher Freiraum um handeln zu können. Eine langwierige Abstimmung durch die Hierarchie-Ebenen ist hier pures Gift.
    Effektiver ist es, vor dem Start Richtlinien zu definieren, die den Rahmen für alle Mitarbeiter vorgeben. Auch eine vorausschauende Planung der “worst case”-Szenarien ist angebracht. Dann wissen die Kollegen, wie sie reagieren müssen im Fall der Fälle. Und im Notfall (der zu definieren ist) sollte ein schneller Draht zum Entscheidungsträger vorliegen. Sozusagen das “rote Telefon” in den Vorstand. Dann aber bitte nicht panisch reagieren. Auch im Netz wird selten etwas so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
  9. Angst vor Fehlern
    “Errare humanum est”. Nein die Rede ist nicht von EHE – dem Bund fürs Leben. Fehler passieren, das ist nur menschlich. Auch Unternehmen machen Fehler, wenn sie sich ins Web 2.0 begeben. Das ist an sich auch nicht schlimm. Offen mit den Fehlern umgehen und auch hier das Prinzip der Transparenz zeigen, dann ist das Netz schnell im Verzeihen. Ebenso sollte man auch mit den Fehlern anderer umgehen. Wer einen 14-jährigen Blogger wegen der fälschlichen Verwendung eines Bildes/Textes abmahnt hat schon verloren.
  10. Zu hohe Erwartungen
    Schnellschüsse sind Strohfeuer.
    Das muss einfach in einer einzelnen Zeile stehen. Der Aufbau einer glaubwürdigen Präsenz im Netz braucht Zeit. Der Aufbau einer Community auch. Vielleicht sogar mehr. Schnelle Ergebnisse sind der Tod einer beginnenden Öffnung für das soziale Netz. Gerade am Anfang brauchen die Kollegen die Möglichkeit sich auszuprobieren, zu testen, was funktioniert und was nicht. Erst mit diesem Erfahrungsschatz können sie zukünftige Ideen auf ihre Fruchtbarkeit hin beurteilen. Und auch das Lernen von Anderen braucht seine Zeit.

Niemand, vor allem kein Entscheider soll von diesem Eintrag davon abgehalten werden sich und sein Unternehmen ins soziale Netz zu bringen. Doch gedankenlos, konzeptlos sollte dieser Start nicht verlaufen. Dann kann der eigene Auftritt im Netz erfolgreich werden.

Und welcher Vorstand/Chef würde schon ohne Ticket und Hotelzimmer an den Flughafen fahren, um auf eine Konferenz zu fliegen? Wie überall im Leben ist vorausschauende Planung auch im Social Web alles.

Im zweiten Teil der Serie “Social Media Strategie” werde ich zeigen, wie Unternehmen ihre ersten Schritte im Web 2.0 begehen können. In weiteren Teilen soll es dann um Erfolgsmessung und um Hilfsmittel/Werkzeuge gehen. In den nächsten Tagen und Wochen soll so eine mehrteilige Serie entstehen.

Mai 7, 2010 - Social Media    1 Comment

Social Media: Die Kunst der Langsamkeit

Social Media boomt. Jeder will dabei sein und das möglichst sofort. Doch sind Sie langsam genug für das soziale Netz?

Zu schnell für Social Media? Nur wer Langsamkeit als Prinzip erkennt, kann dauerhaft bestehen. (Quelle: / Lizenz: cc-by-sa)

Wer ein schnelles “Dabeisein” mit Schnelllebigkeit verwechselt, wird im Umfeld von Social Media nicht auf Dauer bestehen. Entwicklungen geschehen nicht graduell, bedeutende Innovationen verändern die Welt mit extremer Geschwindigkeit. Doch genau hier liegt das Problem.

Beim Schritt in die Welt sozialer Netzwerke geht es darum Beziehungen zu knüpfen und dafür bedarf es vor allem einer Ressource: Zeit. Nur wer kommuniziert, zuhört und erst dann spricht, der wird auf Verständnis stoßen, wird die Wahrnehmung von sich, seinem Unternehmen und seinen Produkten mitbestimmen können.

In der Realität wirft ein PR-Manager auch nicht jedem den er trifft die Vorzüge eines Produkts an den Kopf. Zumindest nicht, wenn er ernst genommen werden will. Wieso sollte es also im Netz anders sein? Es ist das Bild der Schildkröte, das hier vorherrschen sollte.

Man interagiert auf der Basis, das man in den meisten Fällen mit einer einzelnen Person (oder wenigen Personen) kommuniziert. Dieses Geflecht der Kommunikation wächst mit der Zeit, wenn interessante, werthaltige Inhalte transportiert werden.

Es liegt also in der Hand der Menschen, die Social Media innerhalb von Unternehmen steuern und fördern, auch die Grundlagen zur Erfolgsdefinition zu bestimmen. Wertigkeit in den Beziehungen sollte vor einer reinen Anzahl von Fans oder Followern gehen.

Was nützen 10.000 Fans auf Facebook, wenn davon keiner die Produkte empfiehlt oder selbst kauft? 100 treue Fans, die begeistert sind vom Unternehmen und dieses auch weiter-kommunizieren, haben da den größeren Wert. Und werden auch einen größeren ROI erzeugen.

“Social media isn’t a grenade, it’s a bayonet, and if we fall into the trap of focusing on “When” instead of “Why” we’re going to end up as a historical footnote [...].” (Quelle: Jay Baer)

Erneut massives Datenleck bei schuelerVZ

Trotz umfangreicher Maßnahmen, die ein maschinelles Auslesen von Profilen verhindern sollten, sind rund 1,6 Millionen aktive  Schüler-Profile im sozialen Netzwerk offen gelegt worden. Das Vertrauen in die Sicherheit unserer Schülerdaten schwindet.

schuelerVZ hat erneut ein massives Datenleck (Quelle: Screenshot schuelerVZ)

Die Anzahl von 1,6 Millionen Datensätzen entspricht etwa 30 % aller Mitglieder bei schuelerVZ. Netzpolitik berichtet, wie das Datenleck trotz verschärfter Sicherheitsmaßnahmen zustande kommen konnte:

“Die meisten Nutzer sind in Gruppen angemeldet. Man kann Basisinformationen von Profilen über eine Gruppenmitgliedschaft abrufen, auch wenn die Profile auf privat gestellt sind. Die Basisinformationen enthalten Name, Schule, Schul-ID-Nummer und Link zum Bild. Nachdem diese Methode (nahezu) ausgereizt war, wurden dann weitere Profilen per “Freundesliste” mit einem zweiten Crawler abgegrast.” (Quelle: netzpolitik.org)

Gefahr größer als bei Facebook

Vermeintlich ist das Problem um ein Vielfaches geringer als beim Konkurrenten Facebook. Da es sich jedoch um vorwiegend minderjährige Nutzer im Netzwerk von schuelerVZ handelt, muss deren Schutz entsprechend höheren Anforderungen genügen. Gerade junge Schüler sind sich der Gefahren von offenen Profilen nicht in dem Maß bewusst, wie Jugendliche oder Erwachsene. Dies zeigen die Erfahrungen mehrerer Trainer, die in Schulen gehen, um die Schüler von den Gefahren zu unterrichten.

“Das Problem betrifft alle Netzwerke von VZ – denn alle basieren auf dem gleichen Code. [...] Auf SchülerVZ traf meine Wahl, weil es hier besonders wichtig ist, die Daten der minderjährigen Nutzer zu schützen.” (Florian Strankowski von der Leuphana-Universität Lüneburg, im Interview mit netpolitik.org)

Immerhin sind die Daten nicht an eine kriminelle Öffentlichkeit gelangt:

“Wir haben SchülerVZ gestern über den Datensatz und die Sicherheitslücken informiert. Und anschließend unsere Daten gelöscht. Unser Informant hat uns dies auch zugesagt.” (Quelle: netzpolitik.org)

Ein Hintergrund-Interview mit dem Entdecker der Sicherheitslücke liefert netzpolitik.org auch. Interessant und vor allem erschreckend ist hier die (fehlende) Reaktion von Seiten der VZ-Gruppe:

“In zwei Mails habe ich in den vergangenen Wochen die VZ-Gruppe auf Sicherheitslücken hingewiesen und meine Hilfe angeboten. Auf beide Mails habe ich keine Reaktion erhalten.” (Florian Strankowski von der Leuphana-Universität Lüneburg, im Interview mit netpolitik.org)

Update:

Die Krisen-PR des Unternehmens scheint allerdings nach dem Motto “kleinreden” zu funktionieren. Betrachtet man die ausführlichen, oben zitierten Artikel, so erscheint folgendes Zitat als Farce:

“Nach unserem Kenntnisstand hat der Nutzer, ein junger Wissenschaftler, Hunderte von  künstlichen Email-Accounts verwendet, um den Kopierschutz von öffentlichen Daten zu umgehen. Nach aktuellem Kenntnisstand handelte es sich hier um ein sogenanntes „Crawling“, das in etwa vergleichbar ist mit dem Kopieren von Daten aus dem Telefonbuch.” (Quelle: VZBlog)

Mai 3, 2010 - Social Media    No Comments

VZ-Netzwerke starten Kleinanzeigen

Bei studiVZ und meinVZ geht ein neuer Service für die Nutzer an den Start. Kostenlose Kleinanzeigen. Realisiert wurde der Service in Zusammenarbeit mit der anounz GmbH. Offensichtlich wird der Service gut angenommen. Ein Alleinstellungsmerkmal?

meinVZ und studiVZ mit eigenem Kleinanzeigen-Markt (Quelle: Screenshot meinVZ.net)

17.000 Nutzer sind es laut Pressemitteilung der VZ-Gruppe schon, die sich auf diesem Marktplatz tummeln. Immerhin schon 2.000 kostenlose Anzeigen sollen nach wenigen Monaten der Testphase eingestellt worden sein.

Das Schlagwort hier dürfte kostenlos sein. Bietet der große Rivale Facebook kostenlose Spiele, Umfragen und andere Applikationen zum Zeivertreib, die oft zweifelhaft mit den persönlichen Daten der Nutzer umgehen, so erhält der VZ-Nutzer einen echten Mehrwert für seine Zeit im Netzwerk. So scheint man in den deutschen Netzwerken darauf zu setzen, dass durch den vergleichsweise höheren Nutzen die User gehalten werden können.

Nachdem man dem “Klassenprimus” aus den USA lange Zeit hinterher gelaufen ist, hat man hier vielleicht einen Ansatz gefunden sich von Facebook abzusetzen. Auch bedarf es zur Kommunikation innerhalb des Marktplatzes keiner weiteren Kanäle – die VZ-Nachrichtenfunktion wird auch hier eingesetzt.

Clemens Riedl, CEO der VZ-Netzwerke erklärt:
“Wir freuen uns über die Kooperation mit anounz. Mit der Integration eines virtuellen Marktplatzes verfolgen wir unser Ziel weiter, den über 10 Millionen Mitgliedern von studiVZ und meinVZ einen echten Mehrwert zu bieten. Studenten können über anounz beispielsweise nicht mehr benötigte Fachbücher anbieten oder ihre DVD-Sammlung vervollständigen, ohne dafür ihr Netzwerk verlassen zu müssen.”

Allerdings muss ich festhalten, dass ich in den fünf Tagen seit der Ankündigung (28.04.2010 als PM und im Blog der VZ-Netzwerke) noch immer nicht herausgefunden habe, wo ich in meinVZ die Kleinanzeigen finden kann. Möglicherweise befindet man sich ja noch in der Testphase. Dann sollte man jedoch die Funktion nicht derart an die große Glocke hängen.

Auch im Blog von studiVZ (auf den man auch aus meinVZ geschickt wird), wurde die entsprechende Frage eines Nutzers seit fünf Tagen nicht beantwortet. Nicht gerade das ideale Vorgehen, gerade von einem Unternehmen, dass pures Social Media ist. Hier sollte und könnte die VZ-Gruppe in der Kundenkommunikation nachbessern und das Blog nicht als kommunikative Einbahnstraße verstehen.

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