Mai 7, 2010 - Social Media    1 Comment

Social Media: Die Kunst der Langsamkeit

Social Media boomt. Jeder will dabei sein und das möglichst sofort. Doch sind Sie langsam genug für das soziale Netz?

Zu schnell für Social Media? Nur wer Langsamkeit als Prinzip erkennt, kann dauerhaft bestehen. (Quelle: / Lizenz: cc-by-sa)

Wer ein schnelles “Dabeisein” mit Schnelllebigkeit verwechselt, wird im Umfeld von Social Media nicht auf Dauer bestehen. Entwicklungen geschehen nicht graduell, bedeutende Innovationen verändern die Welt mit extremer Geschwindigkeit. Doch genau hier liegt das Problem.

Beim Schritt in die Welt sozialer Netzwerke geht es darum Beziehungen zu knüpfen und dafür bedarf es vor allem einer Ressource: Zeit. Nur wer kommuniziert, zuhört und erst dann spricht, der wird auf Verständnis stoßen, wird die Wahrnehmung von sich, seinem Unternehmen und seinen Produkten mitbestimmen können.

In der Realität wirft ein PR-Manager auch nicht jedem den er trifft die Vorzüge eines Produkts an den Kopf. Zumindest nicht, wenn er ernst genommen werden will. Wieso sollte es also im Netz anders sein? Es ist das Bild der Schildkröte, das hier vorherrschen sollte.

Man interagiert auf der Basis, das man in den meisten Fällen mit einer einzelnen Person (oder wenigen Personen) kommuniziert. Dieses Geflecht der Kommunikation wächst mit der Zeit, wenn interessante, werthaltige Inhalte transportiert werden.

Es liegt also in der Hand der Menschen, die Social Media innerhalb von Unternehmen steuern und fördern, auch die Grundlagen zur Erfolgsdefinition zu bestimmen. Wertigkeit in den Beziehungen sollte vor einer reinen Anzahl von Fans oder Followern gehen.

Was nützen 10.000 Fans auf Facebook, wenn davon keiner die Produkte empfiehlt oder selbst kauft? 100 treue Fans, die begeistert sind vom Unternehmen und dieses auch weiter-kommunizieren, haben da den größeren Wert. Und werden auch einen größeren ROI erzeugen.

“Social media isn’t a grenade, it’s a bayonet, and if we fall into the trap of focusing on “When” instead of “Why” we’re going to end up as a historical footnote [...].” (Quelle: Jay Baer)

1 Kommentar

  • Hallo Sven,

    die Langsamkeit neu zu entdecken, ist in der heutigen Zeit sicherlich eine verlockende Vorstellung. Gleichzeitig ist es für Unternehmen, die sich in Social Media engagieren oder engagieren möchten, aufgrund des Wandels in der Unternehmenskommunikation nicht immer leicht, die alten Strukturen zu überwinden und optimal in Social Media einzusteigen. Ernst gemeinte Interaktion mit Kunden, “Likers” oder Followern muss transparent und ohne den Duktus eines “übermachtigen” Brands geführt werden. Und diese Kommunikation muss langsam starten und langfristig aufrecht erhalten werden. Erst dann kann eine Social Media Strategie für Unternehmen erfolgreich werden und die erwünschten Ergebnisse erzeugen.

Deine Meinung? Ich freue mich über Deinen Kommentar!