Gesellschaft, Multimedial
No CommentsFun: BP zu Besuch
Ich mag es ja, wenn man sich etwas witziges einfallen lässt, das zugleich aufrüttelt. Wenn etwas mehr Ebenen hat, als nur die offensichtliche. Dies ist ist jedenfalls für mich ein Spaß:
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No CommentsIch mag es ja, wenn man sich etwas witziges einfallen lässt, das zugleich aufrüttelt. Wenn etwas mehr Ebenen hat, als nur die offensichtliche. Dies ist ist jedenfalls für mich ein Spaß:
Multimedial, Social Media
No Comments“Schland oh Schland” ist der Web2.0-WM Hit 2010. Auch als Mensch, der dem Gekicke um einen runden Ball nicht wirklich viel abgewinnen kann, freue ich mich über den Erfolg von “Uwu Lena“.
"Schland oh Schland" ist der WM-Hit im Web2.0 - und führt Uwu lena zum Plattenvertrag (Screenshot: YouTube)
Die Jungs von “Uwu Lena” hatten den Song innerhalb einer Stunde eingespielt, inspiriert vom Erfolg Lenas beim “Eurovision Song Contest”. Dazu das Video, aufgenommen in einem Park bei Münster, nur zusammen mit Freunden.
Man hatte offensichtlich weder das Hype-Potential des Liedes, noch die schnelle Verbreitung im Netz kalkuliert. Daher war wohl auch die Reaktion der Rechteinhaber etwas überraschend. Überraschend war auch nicht, wie laut Medienberichten EMI erstmal reagiert hatte.
“Der Musikverlag, der die Rechte an “Satellite” hält, reichte eine Einstweilige Verfügung gegen Uwu Lena ein.” (Quelle: laut.de)
Stefan Raab hingegen bewies, zusammen mit Universal, Humor – der Macher von Lenas Oslo-Erfolg will auch die Studenten aus Münster produzieren. Ein Plattenvertrag für die Jungs und “Schland oh Schland” kann nun auch offiziell gegen die anderen WM-Songs antreten.
Ich hätte eigentlich erwartet, dass trotz eindeutigem Viral- und Hitpotential der Song von der Bildfläche verschwindet. EMI zeigte ja auch, dass die Reaktionen der Labels noch immern ach dem alten Muster funktionieren. Doch die Reaktionen der Fans in den sozialen Netzwerken scheinen zumindest auf Raab und Universal so viel Eindruck gemacht zu haben, dass sie versuchen wollten neben einem Web2.0-Erfolg auch einen kommerziellen Erfolg zu landen.
Das Verbot des Videos durch EMI hatte jedenfalls nur zu einer Vielzahl illegaler Kopien bei YouTube geführt. Wer der Hydra im sozialen Netz einen Kopf abschlägt sorgt so sehr schnell für das Nachwachsen vieler Köpfe. Via Twitter, Facebook und in vielen Blogs verbreiteten sich die Neuigkeiten und die Videokopien jedenfalls rasend schnell.
Der geistige Vater von “Unser Star für Oslo”, Stefan Raab, zeigte sich schon früh begeistert von dem Song. Auf tvtotal.de erklärte er:
“Ich finde es super und möchte, dass die Jungs einen Plattenvertrag bekommen!”
Das ist nun geschehen und auch ein Nicht-Fußballfan kann sich über den Web2.0-WM2010-Hit freuen.
Social Media
No CommentsSie haben noch keine Präsenz bei Facebook, noch keinen firmeneigenen Twitter-Account? Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt, dass dies finanziell nachteilig für Firmen sein kann. Denn Nutzer der großen sozialen Netzwerke geben online mehr Geld aus.

Nutzer von Facebook und Twitter geben in den USA mehr Geld online aus, als andere Internetnutzer. (Quelle: Remolacha.net pics / Lizenz: cc-by-sa-nc)
Dabei gibt es aber laut der Studie von comscore Unterschiede zwischen den Nutzergruppen, die diese beiden Netzwerke bevölkern. Die Studie untersuchte das Online-Einkaufsverhalten von Nutzern, die in unterschiedlicher Intensität Facebook und Twitter nutzen, im Vergleich zu solchen Menschen, die Online keines der Netzwerke nutzen. Die Studie bezieht sich auf den Zeitraum Q1 2010.
Bei Facebook-Usern nimmt die Bereitschaft online Geld auszugeben mit steigender Nutzungsdauer des Dienstes zu:
Bei Twitter sieht die Grafik dagegen schon ein wenig anders aus:
Bei Twitter sind es eher die mittleren Nutzungsschichten, die dazu tendieren mehr Geld online auszugeben. Definiert werden die Nutzergruppen übrigens in die oberen 20% (Heavy), die folgenden 30% (Medium) und die unteren 50% (Light). Non-Visitor erklärt sich von selbst.
Doch was folgt aus diesen Grafiken? Und was folgt aus den Daten. Für Deutschland scheinen derartige Daten noch nicht vorzuliegen. Daher sollten Sie bei einer Übertragung der Ergebnisse Vorsicht walten lassen. Der Deutsche Onlinemarkt ist dem USA-Markt zwar in einigen Bereichen ähnlich, dennoch nicht 100%ig zu vergleichen.
Eine Tendenz jedoch lässt sich ablesen. Nutzer sozialer Netzwerke, die sich meist sehr frei im Netz bewegen, die das Netz in seinen Facetten zu nutzen wissen, kaufen auch im Netz ein. Je mehr ein Mensch sich im sozialen Netz bewegt, um so interessierter scheint er auch zu sein, seine Einkäufe im Netz zu erledigen, wo er möglicherweise auf entsprechende Empfehlungen gestoßen ist.
Bei beiden Netzwerken liegen die durchschnittlichen Ausgaben im Onlinebereich bei den Nutzern, die die Dienste nutzen signifikant höher, als bei Nichtnutzern. Hier kann für das Marketing angeschlossen werden. Dennoch sollten die Ergebnisse für den deutschen Markt in einer eigenen Studie überprüft werden.
Für Unternehmen ergibt sich jedenfalls ein Bild, das ddarauf schließen lässt, dass es auch aus einer rein monetären Sicht immer sinnvoller wird, sich mit einer guten Präsenz dort aufzuhalten, wo die potentiellen Kunden sind.
Wenn man den Usern von Twitter, Facebook und Co. dann noch einen Mehrwert bietet, der über reine PR und Werbung hinausgeht, so kann man treue Kunden gewinnen, die bei Zufriedenheit die Produkte dort weiterempfehlen, wo sie sie gefunden haben. Im sozialen Netz.
Gesellschaft, Social Media
No CommentsKann man zum Verständnis des Phänomens “Social Media” beitragen, indem man es mit Analogien aus der realen Welt erklärt? Einen derartigen Versuch stellt dieser Beitrag dar:
Zur Verdeutlichung einer virtuellen Urbanisierung dient eine Ansicht von Hamburg aus Google Maps. (Quelle: Screenshot Google Maps)
“Seit dem Jahr 2007 wohnt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, während 1950 noch 70 % auf dem Land lebten. Nach Prognosen der UNO wird der weltweite Anteil der städtischen Bevölkerung bis 2030 auf über 60 % steigen und im Jahr 2050 rund 70 % erreichen. Weltweit gibt es über 130 Städte mit mehr als drei Millionen Einwohnern.” (Quelle und weiterführende Infos: wikipedia)
Innerhalb von 10 Jahren wird sich also weltweit das Verhältnis umgekehrt haben. Menschen strömen in die Städte und diese Wachsen (gerade in der dritten Welt) rasant. Die Urbanisierung schreitet voran. Dieses Phänomen kann man auch an den steigenden Nutzerzahlen in den verschiedenen Social Media Diensten beobachten. Ein stetig größer werdender Anteil an Menschen im Netz tummeln sich in diesen (unterschiedlichen) Netzwerken. Kann man also die Analogie der Urbanisierung des Internets funktional nutzbar machen und auf das Netz anwenden?
“Unter Urbanisierung (lat. urbs: Stadt) versteht man die Ausbreitung städtischer Lebensformen in ländlichen Gebieten. Dieser Prozess ist seit Jahrhunderten zu beobachten.” (Quelle und weiterführende Infos: wikipedia)
“Social Media (auch Soziale Medien) ist ein Schlagwort, unter dem Soziale Netzwerke und Netzgemeinschaften verstanden werden, die als Plattformen zum gegenseitigen Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen dienen.” (Quelle und weiterführende Infos: wikipedia)
Wo liegt die Verbindung zwischen diesen Definitionen? Während meines alltäglichen Wegs zur Arbeit, aus dem Speckgürtel in eine Millionenstadt, dachte ich, dass die Urbanisierung meinen gesamten Weg kennzeichnet. Trotz der Tatsache, dass ich außerhalb der Stadt wohne, habe ich eine sehr gute Nahverkehrsanbindung, eine Autobahn, Bundesstraßen und wenn ich mir einige Stadtteile Hamburgs anschaue, sind diese ländlicher, als mein Wohnort.
Ins Internet ging ich erstmals vor inzwischen 13 Jahren. Es gab wenig Menschen (oder Firmen) mit einer eigenen Webseite und jede Stand, abgesehen von sehr wenigen Links, für sich allein. Größere Webseiten, wie amazon.com (oder ab 1998 amazon.de), die in dieser Zeit starteten, bildeten damals übertragen gesprochen die Städte im Internet. Kleine Webseiten, wie beispielsweise meine ersten Schritte im Netz, kleine Bauernweiler auf dem flachen Land. Heute nutze ich ein vernetztes Blog, habe Profile (Wohnungen) in verschiedenen Sozialen Netzwerken und kommuniziere über vielfältige Kanäle.
Heute finde ich die Menschen, die mir wichtig sind in eben diesen sozialen Netzwerken, erhalte Nachrichten-Tipps, Informationen, Kauftipps und andere Empfehlungen über dieses Freundes-Netz. Was der Stammtisch und das Gespräch beim Friseur früher besorgten, besorgt heute der Stream in den Social Networks.
Meine Webseite, stärker verknüpft als früher, orientiert sich selbst stark an den Netzwerken, unterliegt also sozusagen einer virtuellen Urbanisierung. Ich befinde mich eben nicht nur im Speckgürtel einer Stadt (Netzwerkes), sondern mehrerer virtueller Urbanisierungszentren.
Viele Menschen, die früher noch überlegt hätten, sich eine eigene Seite zu erstellen, nutzen dagegen heute nur noch die Profile in den Netzwerken. Eine Verstädterung findet also auch hier statt.
Hat Steve Johnson 2003 noch das gesamte Netz als Stadt verstanden und erklärt, betrachte ich das Netz weiter gefasst, wobei ich denke, dass keine der beiden Analogien “mehr Recht hat”, als die andere. Es ist ein unterschiedlicher Betrachtungswinkel – in meinem Fall liegt mir die Sichtweise auf mehrere Urbanisierungs-Zentren einfach mehr. Hier werden die Netzwerke als einzelne Entitäten greifbarer und ähnlich wie zwei Städte, miteinander vergleichbarer.
Welche Folgen hat das?
Städte sind Zentren der Innovation. Menschen verbinden sich und Ideen scheinen in Städten zu florieren. Andererseits sinkt bei steigender Verstädterung die Geburtenrate. Das Konzept der Ideen auf das Netz zu übertragen fällt noch leicht. Kollaboration wird erleichtert im Netz, durch Social Bookmarks, Wikis, Bewertungs- und Auskunftsportale, etc. Doch ob daraus wirklich neue Produkte/Services/Sites geboren werden, kann bezweifelt werden.
Musste ich noch html lernen, um meine ersten Seiten ins Netz zu bringen, bieten heutige Social Tools (Blogs, Networks, etc.) einfache Bedienungsmöglichkeiten, die ein Wissen um die dahinterliegende Technik nicht mehr notwendig machen. Die Menschen werden hier zu Konsumenten, ohne die Chance zu haben Weiterentwicklung zu betreiben und zum Produzenten zu werden. (Nicht auf Inhalte bezogen.)
Ich bewerte die Folgen dennoch positiv, da sich in den Netzen eine Kultur der Empfehlung, der Verbindung entwickelt, die zu einer Kultur der Kollaboration werden könnte und zum Teil schon wird, wie man am Beispiel des Blogprojekts detailverliebt.de und anderer gut sehen kann. Durch gemeinsames Tauschen finde ich heute schon sehr viel spannendere Meldungen/Blogs/Nachrichten/Bilder, als dies noch vor 2 Jahren der Fall war.
Durch mein Geben in der digitalen Welt, erhalte ich sehr viel zurück. Die Kosten sind in Zeit gemessen zwar etwas höher (wie auch die Lebenshaltungskosten in Städten die des ländlichen Raums übersteigen), doch die Wertschöpfung ist im privaten, wie auch im beruflichen Alltag auch um ein Vielfaches höher.
Social Media als die Urbanisierung des Internets verstanden lässt auch einen Blick in die Zukunft wagen. All denen, die noch immer davon sprechen, das Web2.0 sei nur eine Modeerscheinung, sei ein Blick in die Geschichtsbücher unter dem Schlagwort “Verstädterung” empfohlen.
Gesellschaft, Social Media
1 Comment Ich bin ja generell ein Freund der Möglichkeiten, die soziale Netzwerke bieten. Ich nutze Facebook, Twitter, Xing sowie meinVZ sehr intensiv. Auch kleinere, unbekanntere Netzwerke sind in meinen Bookmarks und werden genutzt. Dennoch kann ich die Augen vor dem Thema Datenschutz nicht verschließen. Hatte kürzlich Google sein Waterloo, so zeigt nun Facebook einmal mehr, dass seine Macher beim Thema Datenschutz die nötige Sensibilität fehlen lassen.
Persönliche Daten sind etwas, über das jeder Nutzer seine Kontrolle nicht verlieren darf. Daher ist die iPhone-App von Facebook schon ein Desaster. Hier werden beim Synchronisieren alle Kontakte aus dem Telefonbuch übertragen, gespeichert und für interne Auswertungen genutzt. Eine Möglichkeit dies zu verhindern hat der User nicht. Eine Möglichkeit diese Daten wieder zu löschen auch nicht.
“Wenn du diese Funktion aktivierst, werden alle Kontakte von deinem Handy (Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer) an Facebook gesendet und unterliegen dann den Datenschutzrichtlinien von Facebook. Zudem werden die Profilbilder deiner Freunde sowie andere Informationen von Facebook zu deinem iPhone-Adressbuch hinzugefügt. Bitte stelle sicher, dass deine Freunde mit deiner Nutzung ihrer Daten einverstanden sind.” (Quelle: Facebook iPhone-App)
Von einer Speicherung ist hier nicht die Rede.
Schlimmer noch – all die Menschen, deren Daten im Telefonbuch stehen und die mit einer solchen Übertragung/Speicherung/Nutzung nicht einverstanden sind. Nummern von Kontakten gebe ich im Offline-Leben beispielsweise nur weiter, wenn ich deren explizites Einverständnis habe. So handhaben es die meisten Menschen, die ich kenne und so ist das auch gut.
Auch in den Datenschutzbestimmungen von Facebook ist ein expliziter Passus zur Übertragung/Speicherung der Telefonbücher nicht zu finden. Hat der Nutzer bei Email-Adressbüchern noch Rest an Kontrolle (die Zuckerberg immer so schön betont), so fehlt diese bei Telefonbüchern vollständig.
Deutsches Datenschutzrecht nicht beachtet
Nach Angaben des Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar bei “Spiegel Online” verstößt Facebook hier eindeutig gegen deutsches Recht:
“Wir haben ein Rechtsgutachten für den vergleichbaren E-Mail-Dienst erstellen lassen. Demnach ist das klar unzulässig in Deutschland. Das gilt meiner Ansicht nach für die Telefonbuch-Synchronisation auch.” [...] “Es handelt sich hier ja zum Teil um potentiell noch brisantere Kontaktinformationen, die übertragen werden. Dass die weder Mitglieder noch die Betroffenen löschen können, ist untragbar.” (Quelle: Spiegel Online)
Ich muss zugeben, das Thema ist nicht neu. Schon im Februar berichtete der Schweizer Blogger Kurt von Moos über das Datenschutzproblem.
Der Umgang mit persönlichen Daten ärgert mich
Bin ich also von irgendwelchen mir möglicherweise nur entfernt bekannten Menschen schon mit Facebook synchronisiert worden? Ich habe keine Möglichkeit dies zu erfahren.
Hier geht das Netzwerk, leider mal wieder viel zu weit.
ps.: Die Serie zur “Social Media Strategie” wird im Verlauf der kommenden Woche fortgesetzt werden. Ich verabschiede mich erstmal in ein paar Tage Kurzurlaub.