Archive from Juli, 2010
Jul 23, 2010 - Multimedial, Texte    No Comments

Im Urlaub – Eine Woche Sport und Pause

Ja, endlich ist es wieder so weit. Ich habe Urlaub. Wenn auch nur eine Woche, so werde ich diese doch in vollen Zügen genießen. Auch wenn das Wetter wohl gerade nicht mitspielen will. Wie dem auch sei – eine Woche voller Sport, Erholung und Standby für den Kopf.

Auch wenn es nicht, wie auf diesem Bild, nach Ibiza geht, so wird der Urlaub doch sicherlich erholsam. Ich werde mich fünf Tage mit Rock 'n' Roll und vor allem mit Akrobatiken beschäftigen. (Bild: Ivo Schwalbe / Lizenz: cc-by-sa)

Vor allem die kommenden Tag in Rostock werden ein Erlebnis werden. “Rock ‘n’ Roll”-Lehrgang, mal sehen was mich erwartet. Ich bin ja was das RnR-Tanzen anbelangt noch ein echter Frischling. Also werde ich sehr wahrscheinlich am Ende der fünf Tage auf allen vieren kriechen und meine Wunden lecken. Mal wieder auf eine ganz andere Art “networken”.

Und zum Thema “Schmerzen” gibt es ja das schöne Motto:

“Ein Tänzer, der morgens ohne Schmerzen aufwacht, ist tot.”

Spaßig wird es trotzdem. Leider soll das Wetter nicht ganz so perfekt werden. Aber wer wird sich davon die Laune verderben lassen?

So und nun ist Urlaub! Ich wünsche allen Lesern eine entspannte und vor allem kreative Woche. Viel Spaß.

Jul 21, 2010 - Social Media    No Comments

Sozial ist: Guter Service. Unsozial: Usability-Fehler

Servicewüste Deutschland. Zu diesem Ruf tragen hiesige Unternehmen massiv bei. Doch es gibt erfreuliche Ausnahmen. Guter Service ist sozial im besten Wortsinn, hilft mir und steigert meine Treue als Kunde. Ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Amazon hat mich beim Kundenservice begeistert. Service am Kunden ist etwas sehr soziales. Nicht nur im Netz, hier jedoch besonders wichtig. Denn Im Netz ist der Weg zur Konkurrenz besonders kurz. (Quelle Papageienbild: Steve aka Crispin Swan /Lizenz: cc-by // Quelle Logo: wikipedia // Kollage: myself)

Einsparungen gehen in deutschen Unternehmen (und sicherlich nicht nur dort) oft zu lasten eines schnelle, freundlichen und effizienten Kundenservice. Effizient bedeutet in diesem Fall jedoch nicht, dass man den Kunden möglichst schnell wieder aus der Leitung wirft um so Kosten zu senken. Effektiv heißt, dass das Problem des Kunden löst. Zu seiner Zufriedenheit. Unabhängig davon, wer das Problem verursacht hat.

Klar, vorsätzliche Schäden werde ich sicherlich nicht gut heißen.

Als Amazon-Kunde hatte ich vor einigen Tagen ein Problem. Wir haben in der Firma gesammelt, um einem Kollegen einen Gutschein des Versandhändlers zu schenken. so weit, so problemlos. Ich hab mich bereit erklärt einen Gutschein zu bestellen, die Kohle einkassiert und die Bestellung fertig gemacht.

Dann ging es ans Drucken. Und hier fingen die Probleme an. Um einen Gutschein auszudrucken muss ich meine Kontoinformationen bestätigen. Also los – Bankleitzahl eintippen, Kontonummer hinterher und…

… Fehlermeldung. Irgendwas von einem technischen Problem und ich solle es doch in 5 Minuten nochmal versuchen. Das gleiche Spiel fünf Minuten später. Und auch nach 10 Minuten keine Lösung. Immer die gleiche, aus Nutzersicht völlig nichtssagende Fehlermeldung. Irgendwas davon, dass der Kundendienst informiert wurde (oder war es die Technik?). Na egal! Jedenfalls war ich der Lösung meines Problems nicht näher gekommen.

Dann überrollte mich die Arbeit und ich kam erst am Freitag (einen Tag später also) wieder dazu mich um das Thema zu kümmern. Also ein erneuter Versuch, der mit der gleichen Fehlermeldung endete. Mir gedacht: “Such ich mir halt die besch****e Telefonnummer für den Support raus. Wird sicher teuer.”

Doch was sehe ich? Ein Eingabefeld und ein Button – ich also die Firmennummer (nicht hinterlegt) eingegeben und auf Anrufen geklickt. Ich hätte sogar die Möglichkeit gehabt den Anruf erst in fünf Minuten stattfinden zu lassen. Doch ich wollte es testen.

Was passiert? Kaum geklickt klingelt das Telefon. Eine Computerstimme erklärt mir, was ich machen soll. Kein Ding. Ich zahl ja nichts für den Anruf. Nach gefühlten 20, tatsächlichen etwa 30 Sekunden dann die menschliche Stimme einer sehr freundlichen Dame im Ohr.

Kundenservice am Samstag?

Sie verspricht das Problem weiterzuleiten, weil sie mir von ihrem Platz aus nicht weiterhelfen kann. Ich soll also am Folgetag eine Mail bekommen. Dabei dachte ich mir nur: “Am Samstag? Is klar!”

Doch am Samstag wirklich die Mail. Gut, die half mir nicht weiter, also das telefonische Spiel am Montag erneut betrieben. An dem Tag war die Übergabe des Gutscheins geplant. Ich brauchte also eine Lösung. Dringend! Am Telefon ein netter Herr und während er mich so einige Daten abfragt zu dem Gutschein fällt esm ir wie Schuppen von den Augen.

“Ich Idiot.” Meine Kontonummer endet auf zwei nullen. Für das Giro muss ich nochmals zwei Nullen dran hängen. Macht also in Summe vier Nullen. Wie eine Null fühle ich mich auch. Im Profil hinterlegt ist die Kontoinfo mit zwei Nullen, bei der Bestätigung für das Herunterladen des Gutscheins gebe ich aus Gewohnheit alle vier ein – ist ja auch mein Giro, von dem Amazon abbuchen darf.

OK – Fehler beim User! Massiver, dummer Fehler. Doch der nette Herr am Telefon, als ich ihm den Fehler erkläre: “Kein Problem, schön, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte.”

Nach dem auflegen bin ich erstaunt. Nicht nur, dass ich einen freundlichen Kundenservice habe. Mich der Anruf nichts kostet, ich sehr schnell eine menschliche Person am anderen Ende habe. Der Kundendienst offensichtlich auch am Samstag arbeitet. Nein, trotz meines Fehlers werde ich freundlich behandelt. Wow!

Soviel zu gutem Service. Zumindest im Kundencenter und in der Verknüpfung mit dem Onlineshop. An dieser Stelle bin ich begeistert.

Aus Usability-Sicht ein GAU

Hätte mir die Fehlermeldung gleich mitgeteilt, dass sich die eingegebene Kontonummer nicht mit der Nummer deckt, die hinterlegt ist, wäre es gar nicht so weit gekommen. An dieser Stelle werde ich mit einer nichtssagenden Fehlermeldung abgespeist – und zur Hotline “gezwungen”. Hier holt Amazon alles wieder raus.

Ich bin ein weiterhin positiv eingestellter Kunde, das Versandhaus wird auch zukünftig meine Bestellungen erhalten. Klar. Doch ein kleiner dunkler Fleck bleibt bei dieser positiven Erfahrung eben doch. Ein Usability-Bug, den Amazon in meinen Augen vergleichsweise einfach beheben könnte.

Im Großen und Ganzen jedoch eine wirklich überraschend positive Erfahrung. Was meint Ihr? Wie sind Eure Erfahrungen mit Kundenservice in Deutschland? Ich freue mich über Eure Kommentare.

ps.: Entschuldigt den lockeren Stil. Ich musste mir das nur mal vom Herzen schreiben.

Jul 21, 2010 - Social Media    1 Comment

Branding Tweets – Markenkommunikation auf Twitter

Immer mehr Unternehmen erkennen, das Plattformen wie Facebook und Twitter für die Außen-Kommunikation massiv an Bedeutung gewinnen. Inzwischen gibt es auch eine Vielzahl an Tools, um den Dienst einfach und schnell zu lesen und selbst zu befüllen. Gerade hier zeigt sich, dass der Benutzername für die Markenkommunikation essentiell ist. Denn wie sollte man sonst seine Marke – oder sein Unternehmen transportieren.

Aus der Masse hervorstechen. Dieses Ziel verfolgt gute Markenkommunikation. Mit der eigenen Marke wahrgenommen werden im Wust unzähliger Meldungen, muss auch bei Twitter das Ziel sein. (Quelle: MrB-MMX / Lizenz: cc-by-sa)

“Stand out”, aus der Masse hervorstechen, das ist in vielen Fällen das Ziel erfolgreicher Markenkommunikation. Sich vom Markt abheben, positiv beim Kunden ankommen und im Wust der Werbe-Meldungen überhaupt noch wahrgenommen werden. Diese Maxime gilt natürlich erst recht in einem Web2.0-Dienst, der Abermillionen von Tweets jeden Tag “serviert”.

Doch gibt es einen eleganteren Weg, als nur über den Benutzernamen ein Unternehmen zu transportieren? Wie ist es, wenn mehrere Mitarbeiter twittern? Wie kann ich bei unterschiedlichen Usern die Kommunikation meiner Marke sicherstellen? Neben vielen kostenlosens Clients, wie HootSuite, Seesmic und Co. gibt es jetzt mit MarketMeTweet eine zwar kostnepflichtige, dabei aber nicht teure Variante.

Mit MarketMeTweet kann man seine Tweets branden. In jedem Tweet erscheint der gewünschte Firmen-/Produktname als Clientbezeichnung, wie man es von anderen Diensten wie HootSuite kennt.

In ihrem Blog zeigen die Macher von MarketMeTweet sehr offen und gut, wie man in Zeiten des sozialen Netzes kommuniziert. So legen sie beispielsweise transparent dar, wieso der Service Geld kostet. Natürlich sind andere Tools im Markt kostenlos und der einfach Nutzer wird wahrscheinlich lieber diese Services nutzen – doch diese Nutzer sind nicht die Zielgruppe des Unternehmens.

Bandbreite, Anfragen von Kunden, Support, Entwicklung und mehr kosten Geld. Und als Unternehmen gebe ich lieber Geld für ein Produkt aus, als mich zu fragen, was mit meinen Daten bei einem kostenlosen Anbieter passiert. Werden Daten gehandelt, wird irgendwann möglicherweise Werbung in meine Unternehmens-Tweets eingearbeitet. Dies wäre ja über die gleiche Schnittstelle möglich, an der das Konzept von MarketMeTweet ansetzt.

Davon kann ich bei einem bezahlten Produkt vergleichsweise sicher sein.

zusätzlich darf auch der SEO-Faktor der Backlinks nicht außer Acht gelassen werden. Der branded client hat einen Link hinterlegt, den man auf seinen Blog, Shop, die Unternehmensseite oder die Produktseite lenken kann.  So erzeugt jeder Tweet einen für Suchmaschinen relevanten Backlink. Den SEO-Manager wird es freuen.

Sarah Hartshorn von MindSprout Marketing schreibt auf Social Media Today:

“The benefits of being able to brand, optimize and create backlinks to each of your tweets is a home run for your online social presence. For every single tweet that you send and that someone else retweets you’re creating additional exposure via a customized backlink. Incredible!” (Quelle: Sarah Hartshorn)

Das Video zeigt eine kleine Produkteinführung der Macher von MarketMeTweet. Ich selbst grüble noch, ob es sich für mich nicht auch lohnen könnte, das Tool zu testen. Da schriftrolle.de jedoch als nichtkommerzielles Privatprojekt geführt wird, muss ich noch einigen Gehirnschmalz in diese Frage investieren.

Offenlegung: Als Autor stehe ich in keinerlei Verbindung zu MarketMeTweet oder den Produzenten.

Jul 16, 2010 - Social Media    No Comments

Google vs Social

Google ist eines der erfolgreichsten Unternehmen im Netz. Die Geschwindigkeit, mit welcher Neuerungen an den Start gebracht werden ist bestechend. Doch beim Thema “Social Media” versagt die Crew aus Mountain View bislang. Wo liegen die Gründe für dieses Scheitern?

Warum scheitert Google bei seinen Bemühungen im Social Web? (Quelle: manfrys / Lizenz: cc-by-sa)

“Das Ziel von Google besteht darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.” (Quelle: Google Unternehmensinformation)

Informationen zu organisieren und nutzbar zu machen, diese Selbstbeschreibung verrät viel über das Mindset des Unternehmens und seiner Gründer. Verrät viel über die interne Kultur des Denkens. Es geht darum Fakten zu katalogisieren, zu ordnen und einem Nutzen (und einem Nutzer) zuzuführen. Es klingt wie ein naturwissenschaftliches Ordnungsprinzip, es erinnert an die Systematik in der Biologie oder die Beschreibung der Welt durch Physiker. Es klingt nicht nach dem, was Millionen von Nutzern tagtäglich in den sozialen Netzwerken betreiben.

“Betrachtet man die Umsatzstruktur, ergibt sich folgendes Bild: Google unternimmt alles, was der Kette der Werbung dient, vom Werbetreibenden bis zur Auslieferung der Anzeigen an Endkunden.” (Quelle: carta.info)

Auch im eigenen Handeln ist Google stringent, rational und, hat man das Unternehmen analysiert, wie die Kollegen bei carta, auch berechenbar. Die externe Handlungsmaxime und die Produkte, die den Kunden geboten werden, entsprechen als dem angenommenen internen Mindset.

Google ist “getting things done“, “hard facts” und im weitesten Sinn “Arbeit”. Nutze ich einen der Dienste von Google, so erwarte ich als User, dass ich möglichst schnell und einfach das erhalte, was ich wünsche. Suche ich beispielsweise das Kinoprogramm an dem Ort, an dem ich mich aufhalte, muss ich nur noch “Kinoprogramm” in den Suchschlitz tippen. Das erste Suchergebnis ist, unterstützt durch Geolokalisation, genau das, was ich suche.

Fertig. Done. Und ich bin dann mal weg – im Kino.

Das gleiche gilt für Wetter, Sportergebnisse und so weiter.

Vergleiche ich das mit meinem Verhalten, dass ich bei Facebook und Co. an den Tag lege, so stelle ich rein subjektiv fest, dass ich hier Zeit “vertrödele”. Soziale Netzwerke sind “slacking”, “Entspannung”, “kommunikativer Austausch” und “einfach mal rumsurfen und schauen, was Freunde so treiben”. Fotos, Videos, Links – all das erhalte ich dort, aber unsortiert, rein auf subjektiven Empfehlungen basierend, so als würden mir Freunde am Telefon eine DVD empfehlen.

Keine Arbeit, reines Vergnügen und Verknüpfung.

Natürlich stecken hinter Facebook, meinVZ und Co. Unternehmen, die strategisch Denken, die auf Umsatzmaximierung ausgerichtet sind und deren Ziel es ist möglichst viel Geld mit dem zu verdienen, was sie “besitzen” – mich, den User. Dennoch erkenne ich in der Entwicklung der Produkte ein anderes Mindset. Konzeptionell geht es hier nicht um einen naturwissenschaftlichen Experimentaufbau, an dessen Ende eine Optimierung von Abläufen für den Nutzer steht. Es geht hier viel mehr darum, ein Erlebnis, eine Erfahrung und einen Suchtfaktor zu kreieren, natürlich mit dem Ziel Nutzer zu gewinnen und zu halten.

Das Beispiel “Answers”:

Google Answers konzentrierte sich ganz darauf, dem Nutzer schnell die gesuchten Antworten zu liefern – und scheiterte. Yahoo! Answers konzentrierte sich auf die soziale Komponente, auf das Gefühl, Fragen zu Beantworten, die soziale Belohnung – und war erfolgreich.

Oder wie es Adam Rifkin ausgedrückt hat:

“Google apps are for working and getting things done; social apps are for interacting and having fun.” (Quelle: ifindkarma)

Es ist wie der Unterschied zwischen einem Blackberry und einem iPhone. Das iPhone verkauft sich, trotz aller Schwächen, Abermillionen mal. Der Blackberry, bei allen Versuchen, die breite Masse zu erreichen, ist bis heute ein Gerät für Business-Menschen. Erholung, Entertainment, Spaß bei der Bedienung vs. “getting things done” und zwar möglichst effizient.

Datenschutz: Oder die Diskussion um “I like”

Ich habe in den vergangenen Tagen sehr interessiert die Diskussion um Facebooks Social Plugins verfolgt. Ist Facebook dabei nur der Sündenbock? Entzündet hat es sich ja vorrangig am “I like”-Button, doch sind meiner Meinung nach auch die anderen Plugins betroffen. Denn auch hier bindet man in den meisten Fällen einen iframe ein.

Aus datenschutzrechtlichen Überlegungen ist der "I like"-Button von Facebook in der aktuellen Diskussion umstritten. (Quelle: debugredaktion / Lizenz: cc-by-sa)

Auf drweb.de schreibt der Jurist Dr. Thomas Helbing in einem Gastbeitragüber  seine rechtliche Einschätzung. Hier kommt er zu dem Schluss, dass es essentiell ist, den Datenschutzhinweis der Seite entsprechend zu überarbeiten.

Denn:

“Ein Verstoß gegen die Hinweispflicht des § 13 (1) TMG ist gemäß § 16 (2) Nr. 2 TMG eine Ordnungswidrigkeit und kann nach § 16 (3) TMG mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Da sich deutsche Datenschutzbehörden schwer tun, US-Unternehmen wegen Datenschutzverstößen zu belangen, treten Sie gerne – wie im Fall Google Analytics – an die hier ansässigen Webseitenbetreiber heran. Dies wäre auch bei den Facebook Plugins denkbar.” (Quelle: Dr. Thomas Helbig auf drweb.de)

In meinen Augen liegt das Problem vor allem daran, dass die Daten auf Server im Nicht-EU-Ausland übertragen werden. In vielen Fällen wird die IP-Adresse des Users als personenbezogenens Datum verstanden. Diese IP wird auf die Server von Facebook übertragen und bei einer derartigen Übertragung personenbezogener Daten muss der User zustimmen.

Ähnliches passiert vielfach jedoch schon auf vielen anderen Seiten im Netz. Fast jede Seite, auf der Werbung zielgruppenspezifisch ausgespielt wird nutzt dafür entsprechende Targeting-Anbieter. Ob diese nun nuggad oder beispielsweise wunderloop heißen, spielt dafür keine Rolle. Hier werden Cookies gesetzt, Daten übertragen und anhand des Surfverhaltens auf verschiedenen Seiten scheinbar eine Art von Nutzerprofil erstellt.

So erhalten Personen aus Bayern dann beispielsweise  andere Werbung als Hamburger, Frauen andere als Männer und über 40-jährige sehen andere Werbung, als ihre Kinder. der Anbieter nuggad jedenfalls arbeitet laut eigenen Aussagen mit einem Anonymizer, so dass keine IP übertragen wird. Beide genannten Anbieter haben für ihre Targeting-Lösungen, soviel sei gesagt, die entsprechenden Datenschutz-Gütesiegel erhalten.

Hierbei werden die Daten zwar nicht unbedingt in die USA übertragen, die Datenübertragung findet jedoch unabhängig davon statt. Ausschließen kann ich dies nur, indem ich Cookies von Drittanbietern im Browser ausschließe.

Oder nehmen wir das Beispiel der sogenannten Referrer. Jede Seite hat die Möglichkeit auszulesen, von welcher Seite ich gekommen bin. Bin ich zu Amazon über Google gekommen? Oder doch über Bing? Oder, oder, oder…

… oder welche weiteren Browserfenster habe ich gerade offen? Welche Addons nutze ich in welchem Browser, welches Betriebssystem, welche Internetanbindung, Welche Bildschirmauflösung. All dies wird bei jedem Besuch, wenn der Server die entsprechenden Anfragen stellt, ohne explizite Zustimmung übertragen.

Und das ist auch grundsätzlich nicht schlecht. Ich weiß also, wie viel Prozent meiner Nutzer mit welcher Auflösung im Netz sind. Das heißt, ich kann das Design der Webseite an meine Nutzer anpassen. Habe ich extrem viele Nutzer mobiler Endgeräte, kann ich beispielsweise eine mobile Version aufsetzen.

Ich selbst kann aus diesen Daten aber keine Rückschlüsse auf die tatsächlichen Personen ziehen, die mein Blog besuchen. Andere könnten dies vielleicht, aber ab einer gewissen Größe der Nutzerschaft wird das, aufgrund der reinen Anzahl, schon wieder schwer.

Ich nutze Google Analytics, ich habe den Facebook-Button eingebunden.

Die Verwendung von Facebook Social Plugins muss der Webseitenbetreiber in seinen Datenschutzhinweisen erläutern. Dies ergibt sich aus § 13 (1) Telemediengesetz (TMG). Danach hat ein Diensteanbieter (Webseitenbetreiber) den Nutzer über “Art, Umfang und Zweck der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten” sowie über die Verarbeitung seiner Daten in Staaten außerhalb der EU/EWR in “allgemein verständlicher Form” zu unterrichten.(Quelle: Dr. Thomas Helbig auf drweb.de)

Dem sollte natürlich jeder nachkommen, auch wenn die Diskussion eine typisch deutsche ist. Natürlich darf ich auch nicht von meinem Wissen über die Abläufe im Netz auf das Wissen aller anderen schließen. Aber zu einem selbstbestimmten Verhalten im Netz gehört für mich auch die Pflicht, sich über grundlegende Vorgänge zu informieren.

Will ich nicht, dass irgendwelche Daten von mir irgendwohin übertragen werden sollte ich ganz einfach einen Ratschlag befolgen: Kein Handy, kein Telefon, kein Auto, keinen Fernseher, keinen Computer, keinen Internetzugang, keine Kreditkarte…

Vielleicht sehe ich es zu sehr schwarz/weiß – doch ich bin diese endlose Diskussion an den Sündenböcken Facebook und Google leid. Streetview wird von anderen gemacht und kommerziell verkauft. Datenübertragung mit dem Anlegen von Nutzer-Profilen findet tagtäglich überall statt. Der Staat hat (noch) ELENA, plant die elektronische Gesundheitskarte und den elektronischen Pass. Klar auch hier gibt es Kritik. Doch irgendwie folgt die Blogsphere in meinen Augen zu sehr dem politischen Spin konservativer Kräfte aus Berlin, wenn es um Facebook und Google geht.

Ideal und wünschenswert wäre es, wenn Facebook jedem Nutzer im Profil eine Seite anzeigt, auf der er sehen kann, welche Daten das Unternehmen besitzt und diese Daten einfach löschen kann. Sozusagen eine Seite analog zu Googles Webprotokoll – jedoch mit Löschfunktion. Diese sollte in meinen Augen übrigens auch der Suchmaschinen-Gigant einführen. Ein Opt-Out für die Nutzung des OpenGraphs wäre natürlich auch nicht zu verachten.

Ich bin gespannt, wie Du lieber Leser das Thema siehst. Ich freue mich auf rege Kommentare.

One Way: Keine Kommunikation im Web2.0

Die Enquête-Kommission des Bundestages hat nun auch einen Blog. Und bald auch eine Online-Redakteurin. Deren Jobbeschreibung liest sich wirklich “interessant”.

Kommunikation als Einbahnstraße kann in Zeiten der sozialen Netzwerke nicht dauerhaft funktionieren. Es fehlt das Feedback. (Bild: kennymatic / Lizenz: cc-by)

Trotz sehr geringer Partizipation im Blog, dachte ich mir, schau ich mir das Ding mal an. Ich habe alle Artikel zumindest überflogen, gesucht, wie die Teilnahme der Netzgemeinde an dem Projekt ist und festgestellt, dass es sehr wenige Kommentare gibt.

Daher kam die Frage auf, woran das wohl liegen könnte. Alles weitere sind also Vermutungen und Meinungen meinerseits.

Hier mein Kommentar im Blog der Enquête-Kommission, den ich auch meinen Lesern nicht vorenthalten will:

“Ab 1. August wird das Enquête-Sekretariat durch eine Online-Redakteurin unterstützt, die sich um den Web-Auftritt, den Twitter-Account und so weiter kümmern wird.”

Das nenn ich mal eine Jobbeschreibung. Ich befürchte auch, dass es sich dabei weniger um eine klassische Redakteursstelle, sondern viel eher um eine klassische PR-Stelle handeln wird. Ich wünsche der Kollegin alles gute für ihren Start in diesem Umfeld. Und viel Leidenschaft für das Thema. Hoffentlich wird auch genug Rückgrat vorhanden sein, vielleicht Dinge auch (selbst-)kritisch zu hinterfragen und zu beleuchten. Denn gerade Offenheit, die Freiheit des Andersdenkenden in sein eigenes Denken zu integrieren würde Vertrauen schaffen.

Allerdings machen mir die Worte “und so weiter” wirklich Angst. Ist es um die “Social Media”-Kompetenz wirklich so schlecht bestellt? Oder wollte nur niemand verraten, wie die angedachte “Social Media”-Strategie aussieht?

Es bleibt auch im Blog zu beobachten, dass die Blogkultur auf Kommentare zu Antworten leider fehlt. Kommunikation in Zeiten des Web2.0 ist keine Einbahnstraße. (Ort der Veröffentlichung: Blog der Enquête-Kommission)

Leidenschaft: Nur wer brennt kann entzünden

Leidenschaft. Dieses Thema scheint erstmal am Schwerpunkt dieses Blogs vorbei zu gehen. Doch stimmt das wirklich? Was wäre eine Gesellschaft ohne Leidenschaft? Ohne Freude an dem, was man täglich tut? Wie will man andere Menschen für seine Ideen und Überzeugungen (oder als Firma: für seine Produkte) entzünden, wenn man selbst nicht brennt? Nicht voller Leidenschaft in dem aufgeht, was man tut?

Die Leidenschaft für eine Tätigkeit zeigt sich in allen Lebensbereichen. Nur wer leidenschaftlich begeistert ist, kann auch andere für seine Ideen/Produkte begeistern. (Bild: Nishanth Jois / Lizenz: cc-by)

Leidenschaft zu spüren ist etwas schönes. Du merken, dass jemand so sehr für seine Ideen oder Produkte brennt, dass es sich auch aus den kleinen Details herauslesen lässt. Jemanden zu erleben, der in die Details seiner Arbeit verliebt ist, ohne dabei die Wünsche des Kunden aus den Augen zu lassen.

Ich war vor wenigen Tagen erneut in Hamburg in einem Restaurant zum Essen, das ich ursprünglich eher durch Zufall entdeckt habe. Das Körri. Beim ersten Besuch hatte ich einen Groupon für ein 3-Gänge-Menü. Das Essen war perfekt. Perfektion bei der Bedienung, Perfektion in der Küche. Keine Abzüge, weder in der A-, noch in der B-Note. Daher also ein spontaner erneuter Besuch am Samstag. Doch wozu die Anekdote hier im Blog?

Ganz einfach. Das Körri ist ein Beispiel dafür, dass jemand für seine Leidenschaft brennt. Ein sehr guter Koch, der eine Idee hat und diese konsequent verfolgt und umsetzt. Eine Fleischerei, die ihm dabei hilft, gut geschultes Personal. Ein Genuß für den Kunden.

Übertragen wir dies auf das Internet. Welche Auftritte einer Firma im Netz (egal ob in sozialen Netzwerken, oder als eigene Homepage), sind es, die uns begeistern? Welche Kampagnen der Werber sind es, die uns im Gedächtnis bleiben? Meistens sind es die wirklich gut gemachten Auftritte/Kampagnen, die kreativen, überraschenden, diejenigen, bei denen man als (potentieller) Kunde die Leidenschaft für die Sache fühlen kann.

Ein Beispiel kann die Olympus Pen Story sein:

Hier fühle ich die Begeisterung der Menschen, die dahinter stehen. Wie geht es Euch? Begeistert Euch das Video? Welche Kampagnen/Seiten/Auftritte sind es, die es Euch angetan haben. Was bringt Euch zum brennen? Eure Meinung in den Kommentaren würde mich sehr interessieren.

PS.: Ihr könnt mir auch auf Twitter folgen.