Social Media
1 Comment Die “Social Media”-Blase Teil I: Die Party ist vorbei
Lehne ich mich aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass in fünf Jahren kein Schwein mehr von Twitter spricht? Ich glaube nicht.

Twitter erscheint mir finanziell immer mehr eine Seifenblase zu sein - verdammt dazu zu platzen. (Bild: JoshSemans&slollo / Bearbeitung sdoering / Lizenz: cc-by)
Twitter ist tot, es lebe das Sterben
Es tut mir ja wirklich leid, das so sagen zu müssen. Vor allem da ich selbst gern auf Twitter unterwegs bin. Ich bin ja bekannter Maßen kein Freund von Prophezeiungen, doch in diesem Fall muss es glaube ich mal sein. Wenn ich mir die aktuellen Nutzer-Zahlen des Dienstes anschaue, dann ist Twitter für mich der erste Kandidat, der die aktuelle “Social Media”-Blase nicht überleben wird.
Kaum Wachstum bei den Nutzerzahlen, im vergangenen Quartal nur 2 Millionen neue Nutzer. Immer weniger Menschen, die über die Seite direkt gehen, zeigen, dass die Nutzer auf Applikationen ausweichen. Die Usability der Seite ist aber auch einfach grottenschlecht. Selbst das neue Interface ist kaum eine Verbesserung.
Einnahmen? Umsatz? Oder gar Gewinne? Pustekuchen!
VC-Kapital, Erwartungen bei denen nicht einmal der Himmel das Limit zu sein scheint und geblendete Tech-Journalisten, die virtuelle Unternehmenszahlen kritiklos übernehmen und darüber philosophieren, Twitter sei unterbewertet.
Twitter soll also mehr als eine Milliarde Dollar wert sein. Kann mir irgendwer erklären, wie sich dieser Wert rechtfertigt? Und Hoffnung auf mögliche, künftige Umsatzprognosen ist ausdrücklich keine Rechtfertigung.
“The revenue portion of Twitter becomes a significant feature.” (Twitter CEO Evan Williams im April 2010)
Bis heute sehe ich dieses Feature nicht am Horizont. Aber warten wir einfach mal ab. Google hat auch etwa zwei Jahre gebraucht um seinen Dienst zu monetarisieren. Uups, Twitter gibt es ja schon seit 2006.
Stellt Euch mal eine Frage: Wie viel ist Euch Twitter wert – was würdet Ihr bezahlen um Twitter zu benutzten? Würdet Ihr als Marketingchef relevant in eine Twitter-Kampagne investieren?
Der einfachste Weg Geld zu verdienen ist noch immer ein Produkt zu haben, bei dem Menschen bereit sind Geld auf den Tisch zu legen. Entweder als Werbetreibende (also B2B) oder als Kunden (also B2C).
Für beides sehe ich bislang, trotz aller Vorteile von Twitter für mich als Nutzer, keine wirkliche Chance. Ich hoffe ich werde eines Besseren belehrt.
Im zweiten Teil befasse ich mich mit der Frage, wie sich Facebook entwickelt. Dieser wird in ein oder zwei Tagen hier erscheinen.
ps.: Ich selbst nutze Twitter auch. Folgt mir doch einfach, dann können wir uns 140 Zeichen um die Ohren werfen.
[...] zum Castor Transport, sowie seine lesenswerte Lesereihe zur “Social Media Blase” (Teil 1: Die Party ist vorbei; Teil 2: Wann kommt der Kater?; Teil 3: Was ist mit Google?). Sein Schreibstil begeistert und seine [...]