Dez 7, 2010 - Social Media    2 Comments

Google – Retter vor sozialer Überflutung

Wir schreiben den 22. Dezember 2012. Die Welt ist nicht untergegangen. Doch das angekündigte neue Zeitalter hat begonnen. Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk von Google ist der neue Messias am “Social Media” Himmel.

Wäre der beschriebene Weg eine Idee, wie Google den Kampf im sozialen Netz bestehen kann? (Bild: jardenberg / Lizenz: cc-by)

Uns ist heut Nacht ein Stern geboren.

Wir waren gefangen zwischen wer-kennt-wen, Facebook, meinVZ, Twitter, formspring und Foursquare. Auch Qype, Xing, LinkedIn und die Lokalisten wollten sich eine Abbuchungserlaubnis für unser Zeitkonto ausstellen. RSS, Tumblr und Posterous gaben uns den Rest.

Zombies gleich schlurften wir umher in der Nacht der sozialen Netzwerke. Immer auf der Suche nach neuem Futter, Opfern, die wir in den tödlichen Strudel der Sucht nach Status-Updates hineinziehen konnten. Wir waren wie die Teufel, verschenkten unsere Zeit, unsere Daten und unsere Seele an Mark Zuckerberg und Co.

Doch dann kam Google. In Person von Larry Page und Sergei Brin kamen sie, uns zu erlösen. Ein modernes Weihnachtsmärchen, demgegenüber sich die Kirche wohl künftig wird warm anziehen müssen. Hollywood wird kommen und “The Real Social Network” drehen und unsere Arbeitgeber werden ob gesteigerter Produktivität frohlocken.

Ein Dienst, sie zu zu finden, ins Licht aus zu treiben und ewig zu (ver-)binden

“Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne einen Kampf zu brechen.” (Quelle: Sun Tzu – “Die Kunst des Krieges, Kapitel III”)

Nach einigen kleineren Scharmützeln im Jahr 2010 hatte sich Google auf die strategische Position der Stärke besonnen. Ein weiser Mönch hatte den Gründervätern des Suchgiganten ein dünnes Büchlein in die Hand gedrückt, aus dem sie die gesammelten Weisheiten des alten Sun Tzu herauslesen konnten.

Gewappnet mit dieser Weisheit und gestärkt von unzähligen Blogschreiberlingen, die sich über die zunehmende Überforderung im sozialen Informationsfluss beklagt hatten, gingen die beiden 2011 in Klausur. Vor einem Jahr verkündeten sie dann den Lockdown in Mountain View.

Und nun ist es soweit. Google Schmuss ist live. Liebevoll auch FaceView genannt. Ein Dienst, der kein eigenes Netzwerk ist, ein Dienst, der die Dienste vereint. Der sie verbindet, durchsucht, die Nachrichten nach semantischer Bedeutung und nach Relevanz im Freundeskreis sortiert.

Nie wieder den gleichen Link 5-mal bei Twitter, Facebook, wer-kennt-wen und im RSS-Reader. Wir sind erlöst. Google hat geschafft, was Zuckerberg, Holtzbrinck und Co versucht haben zu verhindern und was Microsoft beim Windows Phone 7 nur als Werbeversprechen gelungen ist. Google schenkt uns unsere Zeit zurück.

Die Logik des intelligenten Google Mail Posteingangs und des Such-Algorithmus, verbunden mit den sozialen APIs dieser Welt befreien uns von Müll, den Menschen so in den Netzwerken posten. Jetzt muss ich weder über FarmVille, noch über LOL-Cats lesen, sehe nicht zum hundertsten Mal das Video über die Hinrichtung von Julian Assange bei Twitter.

Doch dann…

Ich träumte, Google hat die Welt vor sozialer Überflutung gerettet. (Bild: sskennel / Lizenz: cc-by)

… das Erwachen aus dem Traum.

Könnte Google so etwas schaffen? Kein eigenes Netzwerk zu bauen, sondern den funktionierenden, spamfreien persönlichen Nachrichtenstrom für jeden Nutzer? Aus meiner Sicht sicherlich wünschenswert, würde Google, oder irgendein dienst dies ermöglichen. Doch gibt es hierfür überhaupt einen Markt?

Was meint Ihr? Würdet Ihr so einen Dienst nutzen? Wünscht Ihr Euch einen sinnvoll, und nach Relevanz, gefilterten Nachrichtenstrom? Schreibt mir auf Twitter. Oder kommentiert.

2 Kommentare

  • Google – Retter vor sozialer Überflutung…

    Wir schreiben den 22. Dezember 2012. Die Welt ist nicht untergegangen. Ein Weihnachtsgeschenk von Google ist der neue Messias am Social Media Himmel….

  • Die Geschichte als solche birgt sehr viel Leben.
    Gut.
    Über Details werde ich evtl. im Laufe des Tages noch einmal reflektieren.
    Danke,

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