Apr 28, 2011 - Gesellschaft, Social Media    2 Comments

Aufklärung 2.0?

Gesellschaft 2.0? Aufklärung 2.0? Sind wir auf dem Weg in ein neues, vernetzt-goldenes Zeitalter? Ich glaube nicht (zwangsläufig) an die, viel gepriesene, positive Kraft der schönen bunten Welt.

Wir legen Daten, keine Eier: Für Facebook sind wir eingepferchte Legehennen. (Bild: sdoering / Lizenz: cc-by)

“Schlaue” Menschen schreiben über unsere Zeit, wir befänden uns im Zeitalter einer neuen Aufklärung. Die globale Vernetzung führe uns zu einer neuen Gesellschaft. Die alten Machtstrukturen und -Eliten verschwänden. Bis wir schließlich auf Elyseischen Feldern 2.0 unter der Sonne der Vernetzung beim neuen “Woodstock” tanzen.

Ich habe meine Zweifel. Ich zweifle, dass die Vernetzung uns in paradiesische Zustände führen wird (oder kann). Ich bezweifle, dass es zur Abschaffung der Eliten kommt. Betrachte ich die aktuelle Entwicklung, so sehe ich vielleicht(!) den Sturz bestehender Eliten, doch vor allem sehe ich das Erwachsen neuer Macht-Strukturen, -Eliten und -Gefahren.

Wir ziehen uns aus, vollständig und völlig freiwillig. Mehr als in jeder Beichte im hölzernen Stuhl, strippen wir unser Leben und schenken dem Netz unsere Daten. Wir lassen uns digital sezieren in der Hoffnung, uns mit (meist) unwichtigen Menschen im Netz zu verknüpfen. Nur um dann deren Belanglosigkeiten, deren uninteressante Lebenssplitter live verfolgen zu können.

Wozu sind wir hier?

Wir sind nicht im Netz (bei Facebook, Twitter, Google und Co.) um zu sozialisieren, um uns auszutauschen und uns gegenseitig zu besseren Menschen zu befruchten. Wir sind hier als Nahrung. Wir sind die Menschen, nach deren Daten-Blut sich die Vampire Namens Zuckerberg, Page und Co. so sehnen. Wir sind die Herde in Massentierhaltung, gezüchtet (lese: erzogen) um möglichst kostenoptimal als Futter zu dienen.

Erinnert Ihr Euch an die Szene aus Matrix, in der Neo in seinem Tank erwacht? Kennt Ihr die Bilder von Legehennen in der Batterie? Schaut in den Spiegel und erwacht. Durchbrecht den Schleier des Wunderlandes und blickt hinter die Fassade, die jedes Hollywood-Set in den Schatten stellt.

Lasst die Maske fallen!

Leben ist Blut, ist Liebe, ist Trauer, ist Fleisch, ist Schmerz, Leid und Glück. Leben, das seid Ihr selbst und die Menschen, die wirklich in Euren Herzen sind. Nicht auf Eurer Pinnwand.

2 Kommentare

  • Das lustigste am Artikel: Direkt darunter steht “Share on Facebook” :-)

    • Ich sage gar nicht, dass Facebook schlecht ist. ich sage uach nicht, dass Wasser schlecht ist. Es kommt immer nur auf die Dosis an. Bist Du alleine, schwimmend im Ozean, dann könnte es ein wenig zu viel Wasser gewesen sein.

      Bist Du alleine, in der Wüste, ist jeder Schluck Wasser sinnvoll.

      Ähnlich bei Facebook: Es kommt darauf an, wie man dieses Werkzeug nutzt. Genau wie Twitter und Co…
      ;-)

      Aber ja, die Ironie ist mir nicht unbekannt…

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