Facebook sieht Dich – egal was Du tust!

Ja, Facebook sieht Dich. Immer und überall. Auch unter der Bettdecke. Also: Bitte keine Onanie mehr. Und kein Naschen nach 22 Uhr.

Die drei Affen - ein Symbol für den unreflektierten Menschen, der vermeintliche Gefahren dadurch abwehrt, indem er sie ignoriert. (Bild: Abellman / Lizenz: cc-by-sa)

Meine Fresse. Böses Facebook. Was erlaubt sich dieses Gesichterbuch eigentlich? Da nimmt es einfach unschuldige Menschen und schaut sich ihre Gesichter an. Einfach so. Ohne zu fragen. Böse!

Aber die Rettung naht. Die Rettung lautet: “Facebook: Gesichtserkennung jetzt aktiv, so schaltest du sie ab

Oder gefühlt eine Million anderer Blog- und Pressebeiträge zu diesem Thema.

Um es mal ganz klar zu sagen: Du kannst die Gesichts-Erkennung nicht abschalten!

Überlegt Euch einfach mal, wie das gehen soll. Wie soll Facebook (und damit meine ich die Algorithmen, die zur Gesichtserkennung eingesetzt werden) wissen, dass genau Euer Gesicht nicht “betrachtet” werden darf. Denn erst, wenn Euer Gesicht erkannt wurde, wenn mit dieser Ansammlung von Pixeln ein “Name” verknüpft ist, kann ein Programm irgendetwas damit tun. Und sei es nur zu unterdrücken, dass Ihr Euren “Freunden”, zur Markierung auf dem Bild, vorgeschlagen werdet.

Ihr könnt also nur verhindern, dass es Euren “Freunden” leichter fällt, Euch auf Bildern zu markieren. Und, um es noch einmal zu sagen, selbst dazu muss Euer Gesicht vorher erkannt/gescannt worden sein.

Und im Moment des “Erkennens” kennt Facebook also Euer Gesicht. Doch woher kennen die Algorithmen Euer Gesicht? Wie können sie Euer Gesicht mit all den anderen Gesichtern von Facebook Mitgliedern vergleichen? Ganz einfach:

Facebook hat schon all Eure Bilder und alle Bilder auf denen Ihr markiert seid gescannt.

Und selbst, wenn Ihr gar nicht auf Facebook seid, auch dann wurdet und werdet Ihr gescannt. Immer, unvermeidlich, unwiderruflich, egal durch welche Privatsphäre-Einstellung.

Denn die Algorithmen müssen ja erkennen, dass irgendein Gesicht gar nicht auf Facebook ist.

Und dann schreibt Euch morgen nämlich Mark Zuckerberg (aka der Facebook-Cheffe) einen lieben Brief.

Lieber Nicht-Facebook-Nutzer Otto Normalverbraucher,

ich habe gesehen, dass Du mein schönes Spielzeug gar nicht benutzt. Dabei sind hier schon so viele Deiner Freunde. Und ganz viele Deiner Kindergarten- und Schulbekanntschaften.

Komm Doch mal vorbei, schau Dich um und sag all den Menschen “Hallo”, denen Du schon immer egal warst – und die Dich in den vergangenen Jahren überhaupt nicht interessiert haben.

Wir freuen uns auf Dich,
Dein Facebook-Team und ihr geheiligter Führer, Mark Zuckerberg

[Update:]

Es gibt übrigens einen Weg die Daten bei Facebook löschen zu lassen: stadt-bremerhafen hat dazu einen schönen Beitrag!

1 Kommentar

  • [...] Facebook sieht Dich – egal was Du tust! – Überlegt Euch einfach mal, wie das gehen soll. Wie soll Facebook (und damit meine ich die Algorithmen, die zur Gesichtserkennung eingesetzt werden) wissen, dass genau Euer Gesicht nicht “betrachtet” werden darf. Denn erst, wenn Euer Gesicht erkannt wurde, wenn mit dieser Ansammlung von Pixeln ein “Name” verknüpft ist, kann ein Programm irgendetwas damit tun. Und sei es nur zu unterdrücken, dass Ihr Euren “Freunden”, zur Markierung auf dem Bild, vorgeschlagen werdet. Ihr könnt also nur verhindern, dass es Euren “Freunden” leichter fällt, Euch auf Bildern zu markieren. Und, um es noch einmal zu sagen, selbst dazu muss Euer Gesicht vorher erkannt/gescannt worden sein. Und im Moment des “Erkennens” kennt Facebook also Euer Gesicht. Doch woher kennen die Algorithmen Euer Gesicht? Wie können sie Euer Gesicht mit all den anderen Gesichtern von Facebook Mitgliedern vergleichen? Ganz einfach: Facebook hat schon all Eure Bilder und alle Bilder auf denen Ihr markiert seid gescannt. [...]

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