Articles by " sdoering"

Die Lese-Tipps der Woche (KW 50)

Noch zwei Mal werden die wöchentlichen Link- und Lese-Tipps erscheinen, dann hat sich auch 2010 erledigt. In der letzten Woche fiel die Auswahl wirklich schwer. Hier meine aktuellen Lese-Tipps.

Link- und Lesetipps im Winter. Auch diese Woche versuche ich wieder als Brücke zu lesenswerten Artikeln zu dienen. (Bild: Ian Muttoo / Lizenz:cc-by-sa)

Es braucht keinen “Dialog” für erfolgreiches Social Media

Mirko Lange von talkabout betätigst sich in diesem etwas älteren Posting als “mythbuster”. Er räumt (meiner Meinung nach erfolgreich) mit der Vorstellung auf, es bedürfe immer eines direkten Dialogs im Umfeld von Social Media.

“Wenn man sich nun die erfolgreichen Social Media Aktivitäten anschaut, dann stellt man fest, dass zwischen den Unternehmen und den Lesern oft gar kein Dialog besteht. […]Der Twitter Account der  Lufthansa gehört zu den meist abonnierten Accounts in Deutschland. Dialog? Fehlanzeige.  Dieter Nuhr liegt mit 28.000 Followern auch ganz weit vorne. Gesprächsbereitschaft? Nix da. Real Madrid hat auf Facebook 1,1 Mio. Fans, manche Beiträge werden tausendfach kommentiert. Aber Dialog? Nada.” (Quelle: Talkabout)

Buzz im Social Web ist (noch) relativ unwichtig.

Martin Oetting untersucht Mundpropaganda, das sogenannte “Word of Mouth”-Marketing. Schon in seiner Doktorarbeit hat er sich das Thema zur Brust genommen. Heute arbeitet er für trnd und hält interessante Vorträge zu dem Thema, wie groß unser Online-Einfluss eigentlich wirklich ist. Auch hier werden Mythen zerstört.

“In der ersten Reihe saß ein Social-Media-Berater. Der meldete sich am Ende meines Vortrages und erklärte, dass doch nun die Kommunikationsrevolution angebrochen sei und dass ich doch nicht in Abrede stellen könne, dass die Menschen nun massiv ihre Mundpropaganda-Tätigkeit ins Netz verlagerten. Meine Antwort: “Doch, das kann ich in Abrede stellen, denn ich weiß es besser.” (Quelle: connectedmarketing)

Social Media: Community Management – Wie man Mitglieder richtig anpackt und souverän auf Probleme reagiert

“Der dänische Webdesignexperte Jacob Nielsen stellte 2006 die 90/9/1-Regel für Social Communities auf, nach der 90% der Nutzer lesen und nur zuschauen, neun Prozent sich von Zeit zu Zeit beteiligen und nur jeder hunderste Nutzer proaktiv Inhalt beisteuert.” (Quelle: Thomas Hutter)

Der Schweizer Thomas Hutter gehört inzwischen zur absoluten Pflichtlektüre in meinem RSS-Reader. Kaum ein Thema, das an meinen Social Media Interessen vorbei geht, oder nicht zumindest als Tipp für einige Kollegen dient.

Jetzt ist er mal die Frage angegangen, wie man als Community Manager agieren sollte und welche Usertypen es gibt. Nicht unbekannt, aber nichts desto trotz absolut lesenswert.

The Difference Between Friends, Fans and Followers

Brian Solis muss man glaube ich nicht vorstellen. Der Mann ist wohl eine der bekanntesten Größen im Social Web. In der letzten Woche hat er sich den Unterschied zwischen Freunden, Fans und Followern zur Brust genommen und ausgeführt, wo für ihn (Marketing) darin Möglichkeiten, Gefahren und Chancen liegen.

“As such, we tend to view connections made in social networks quite literally as the 3F’s: friends, fans and followers. With such a narrow view of who we’re trying to reach and why, we limit our effect and value.” (Quelle: Brian Solis)

Social Media messen und beobachten

Über eine sehr interessante Applikation bin ich im Lauf der Woche noch gestolpert. “Wildfire Social Media Marketing” hat eine Applikation gestartet, mit der man auf die Schnelle mehrere Twitter-Accounts und/oder Facebook-Fanseiten miteinander vergleichen kann.

Habt Ihr noch Linktipps für mich zum Jahresende? Oder wollt Ihr selbst hier auftauchen? Schreibt mir einfach bei Twitter.

Ich hab da was zu verschenken – Ein kleines Gewinnspiel

Zum Jahresende gibt es erstmalig ein Gewinnspiel im Blog. Ich hab da drei Bücher für Euch, die sich um Social Media, YouTube und die Frage nach Innovationen drehen. Viel Spaß beim Mitmachen.

Mein kleiner Kater spielt den Wachhund für die Gewinne. (Bild: sdoering / Lizenz: cc-by-sa)

Was gibt es denn zu gewinnen?

Ihr könnt folgende drei Bücher vom O’Reilly-Verlag gewinnen:

  • YouTube: An Insider’s Guide to Climbing the Charts”:
    Die beiden Autoren haben intensive Erfahrung, wie man sich selbst bei YouTube promten kann. Alan Lasufka ist einer der Top100 Comedians auf YouTube. Michael W. Dean ist ein Indi-Regisseur und hat den Film „D.I.Y. or DIE“ gedreht. Er ist mit Vorträgen vor allem in Europa und den USA unterwegs, um über „Do it Yourself“-Filmproduktion und Promotion zu sprechen.
  • Das zweite Buch, das hier auf dem Schreibtisch liegt, ist „Das Social Media Marketing Buch“.
    Dan Zarella, der Autor, führt ein geniales Blog über „Social Media“, virales Marketing und arbeitet als Inbound-Marketing-Manager bei HubSpot.
  • Beim letzten Buch fällt es mir wirklich schwer, es zu verschenken: Scott Berkuns the myths of innovation“.
    In einer wunderschönen Hardcover-Edition liegt das Buch hier und wartet auf seinen neuen Besitzer. Scott Berkun hinterfragt Mythen, die sich um die Entstehung von Innovationen ranken.
    Woher kommen Ideen? Gibt es die „göttliche Eingebung“? Welche Schwierigkeiten müssen Erfinder bestehen? Diese und viele weitere Fragen werden gestellt und der Autor zeigt, dass viele dieser Mythen uns mit einem falschen Bild auf Neuentwicklungen blicken lassen.

Das YouTube-Buch und das “the myth of innovation” sind auf Englisch. “Das Social Media Marketing Buch” ist auf Deutsch.

Doch wie kam es eigentlich zu dem Gewinnspiel?

Ein kurzer Tweet hat alles ins Rollen gebracht. Eine Anfrage an den O’Reilly-Verlag, ob sie mir für ein Gewinnspiel ein paar Bücher zur Verfügung stellen würden. Noch zwei Mails hin und her, schon war klar, dass ich Euch ein paar Bücher schenken kann. Schon lange wollte ich hier im Blog ein derartiges Gewinnspiel starten. Daher dachte ich mir, ich frag einfach mal bei Verlagen nach, ob es dafür Promo-Bücher gibt. Mein Tipp an alle Blogger ist also: Fragt einfach mal – es kostet Euch nicht mehr als eine Mail, oder einen Tweet.

Wie könnt Ihr gewinnen?

Das Gewinnspiel läuft bis zum 30.12.2010 (23:59 Uhr). Eigentlich ist es ganz einfach: Ich hab was zu verschenken und ihr sollt gar nicht viel dafür tun müssen. Schreibt in Eurem Blog über das Gewinnspiel und verlinkt mich – ich schau in die Trackbacks.

Es gibt aber auch noch einen zweiten Weg:
Twittert einfach mit dem Hashtag #srwin2010 und erwähnt mein Twitter-Handle @sdoering in Eurem Tweet.

Aus allen Trackbacks und Tweets lose ich dann ganz willkürlich die drei Gewinner aus. Die Glücksfee wird meine bessere Hälfte sein (sie weiß noch nichts von ihrem Glück).

Ich weiß, das Gewinnspiel ist ein Versuch mein Blog ein wenig zu promoten. Ich denke jedoch, dass dies ein berechtigter Wunsch jedes Bloggers ist. Zeigt ein wenig Blogger- oder Twitter-Liebe und macht mit.

ps.: Das ist ein rein privates Gewinnspiel, weil ich Lust hatte eines zu veranstalten. Rechtswege und sowas sind natürlich ausgeschlossen. Wer mich wegen sowas ankeksen will, hat den Spaß am Schenken zum Jahresende nicht verstanden.

Dez 16, 2010 - Social Media    3 Comments

Die besten Pferde im Stall – Meine Top 5 Blogartikel 2010

Es ist Zeit zurückzuschauen. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich habe mich gefragt, was wohl meine erfolgreichsten Postings 2010 waren. Doch wie misst man eigentlich den Erfolg?

Ich danke all meinen Lesern für jeden Besuch auf meiner Webseite. Vielen Dank dafür. (Bild: Unhindered by Talent / Lizez: cc-by-sa)

Erfolgsmessung

Ich habe mich dazu entschieden die einfachste – und neutralste Wertung vorzunehmen. Ich messe die Seitenaufrufe und erstelle daraus eine Rangliste. Ich könnte auch Kommentare zählen und prüfen, welches Posting die meisten Diskussionen angeregt hat.

Ich könnte auch prüfen, welche Artikel die meisten “Einspringer” hatten. Also welche Artikel am meisten Besucher über Google, oder über soziale Netzwerke erhalten haben.

Ich könnte auch Backlinks zählen. Also prüfen, welche Artikel für andere so viel Wert hatten, dass sie darauf verlinkt haben.

Auch hätte ich prüfen können, welche Artikel die Besucher am längsten gefesselt haben. Also ein Ranking nach Besuchszeit sortieren können. Doch müsste ich dann auch die Länge der Artikel einbeziehen und eine “Normalisierung” der Werte vornehmen.

Doch da ich der “Herr im Haus” bin, entscheide ich mich ganz undemokratisch für Seitenaufrufe. Warum? Artikel wollen gelesen werden. Und die Anzahl der Seitenaufrufe gibt diesen Wert recht gut wieder.

Da ich nicht auf “normale Bannerwerbung” setze, sind mir Seitenaufrufe, außer für mein Ego, relativ egal. Ich möchte zu eigenen Gedanken anregen, Social Media näher bringen und meine Sicht auf aktuelle Entwicklungen darlegen. Im Alltag ist die Messgröße “Seitenaufrufe” für mich also nur zweitrangig.

Die Top 5 Postings 2010

So viele Follower brauch niemand

Twitter war ein Thema und wird ein Thema bleiben. Die Evolution vom Netzwerk für irrelevantes, zur veritablen Nachrichtenquelle hat das Unternehmen geschafft. Viele Menschen in meinem Umfeld fragen sich jedoch noch immer, was sie mit Twitter anfangen sollen und was das eigentlich ist.

Unternehmen fragen sich, welche Kenngrößen für ihren Twitter-Auftritt relevant sein könnten.

Der Bär hatte zwei Follower. Den kleinen Tiger und die Tigerente. Zu dritt machten sie sich auf den Weg ins gelobte Panama. Und zu dritt erreichten sie ihr persönliches Paradies, wenn auch nicht Panama, so doch die dafür gehaltene, alte Heimat.” (So viele Follower brauch niemand)

t3n: Promotion einer Facebook Fanpage

Wie gestalte ich meinen Auftritt bei Facebook. Diese Frage wird auch 2011 viele Unternehmen in Deutschland bewegen. Hat ein solcher Auftritt überhaupt Sinn? Und wenn ich mich auf Facebook begebe, wie gewinne ich dann Freunde?

Ein Beispiel, das ich in diesem Jahr aufgegriffen habe, hat es unter die Top 5 geschafft.

“Die Macher von t3n.de haben sich jetzt ein Gewinnspiel einfallen lassen, um ihre Fanpage zu promoten. Wer seinen (Blogger-)Arbeitsplatz fotografiert, das Bild mit einer Erklärung auf der Fanpage hochläd, kann eine Flip-Cam gewinnen.” (t3n: Promotion einer Facebook Fanpage)

Soziale Netzwerke: Freundschaft wird überbewertet

Ja, ich habe mich im Lauf des Jahres immer stärker kritisch zu Themen rund um die bunte Welt Namens “Social Media” geäußert. Ich neige dazu Ereignisse und Phänomene zu hinterfragen. Ziel ist dabei immer größeres Verständnis der Dinge, die ich kritisiere.

Erst wenn ich glaubwürdig meine Gegenposition verargumentieren kann, habe ich meine Position auch wirklich verstanden.

“Was bedeutet Freundschaft? Was verbinden Menschen damit, wenn sie die Lautfolge hören oder die Buchstabenfolge lesen? Selbst für den einzelnen Menschen bedeutet der Begriff oft Unterschiedliches. Der Begriff wird facettenreich und uneindeutig.” (Soziale Netzwerke: Freundschaft wird überbewertet)

“Social Media”-Stigma und Twitter-Elite

“Suchen wir uns unser Following künftig nach dem Klout-Faktor aus? Werden wir in ein paar Jahren, wenn das soziale Netz und die Realität noch weiter verschmolzen sind, via Augmented Reality den “sozialen Einfluss” jedes Menschen sehen können?” (Social Media”-Stigma und Twitter-Elite)

Ich bekenne mich ja gerne zu meiner Vorliebe für soziale Netzwerke. Für mich bieten sich hier viele Gelegenheiten, Kommunikation produktiv zu nutzen.

Doch versuche ich auch die Gefahren von Innovationen zu sehen. Eine dieser Gefahren, die für mich in diesem Jahr augenscheinlich wurden, ist die Bildung neuer Eliten. So unbedeutend sie schlussendlich in der “realen Welt” sein mögen, ist dies doch eine Entwicklung, die man beobachten sollte.

Denn die Grundlagen, die heute gelegt werden, werden unsere (Online-)Welt von Morgen prägen.

Social Media Strategie (Teil I – III)

Diese drei Postings waren ursprünglich als ein einziger Beitrag geplant. Doch im Lauf der Recherche merkte ich schon, dass das Thema zu Umfangreich für ein einziges Posting sein dürfte. Daher hatte ich mich entschieden, eine Serie daraus zu machen.

Dank Google sind die drei Postings mit Abstand die meistgelesenen Postings in diesem Jahr.

Meine Einstiegsfrage in das Thema “Social Media Strategie” war dabei, was muss man tun um zu scheitern. Hat man sich diese Punkte verdeutlicht, werden gangbare Wege sehr viel schneller sichtbar.

“Welcher Vorstand/Chef würde schon ohne Ticket und Hotelzimmer an den Flughafen fahren, um auf eine Konferenz zu fliegen? Wie überall im Leben ist vorausschauende Planung auch im Social Web alles.” (Social Media Strategie (Teil I) – Sie wollen scheitern? So geht’s!)

Welche Artikel haben Euch besonders gut gefallen? Folgt mir auf Twitter und schreibt sie mir.

Die gefährlichsten Meme 2010

Wie Krankheitserreger übertragen sich auch Ideen. Sie sind ansteckend und nicht immer gewinnen die “guten Ideen”. Welche haben uns 2010 zu infiziert?

Zombies sind auch ein Mem. Ein altes Gedankenkonstrukt, geboren aus der Angst vor dem Tod. (Bild: BeauGiles / Lizenz: cc-by)

Hey diese Idee ist geil. Lass uns da was draus machen

Es gibt eine kleine Bakterienart, die Ameisen befällt. Ziel der Bakterien ist eigentlich die Kuh. Deshalb übernimmt der Erreger die Steuerung über eine Ameise, bringt sie dazu auf einen Grashalm ganz nach oben zu klettern und dort von auf eine Kuh zu warten. Die frisst den Grashalm – und die Ameise. Das Bakterium hat seinen Wirt erreicht – auf Kosten der Ameise.

Du wurdest infiziert. Eine Idee hat von Dir Besitz ergriffen.  Sie lässt Dich nicht mehr los, will weiterverfolgt werden. Idee übernimmt Kontrolle. Ein Mem hat sich in Dir eingenistet – und wartet darauf, dass Du es weiter trägst. Du sollst es vermehren.

Ja ist denn heut schon…

Werden Aussagen oft genug wiederholt, neigt unser Gehirn dazu diese unbewusst in unseren Wissensschatz aufzunehmen. Hinterfragt wird dabei nicht. Gerüchte verbreiten sich so, wie auch Verschwörungstheorien oder Ideologien. Man macht sie sich zu Eigen und trägt sie weiter.

Nehmen wir die Nacktscanner. Die meisten Menschen glauben tatsächlich, diese Dinger würden die Sicherheit im Flugverkehr erhöhen. Der politische und wirtschaftliche Spin hat gewirkt. Die Idee hat sich eingenistet und egal wie viel im Netz über den Unsinn dieser Dinger diskutiert wird. Man kann Offliner nur schwer vom Usinn überzeugen. Sie haben sich die Idee zu Eigen gemacht. Sie sind sich sicher “zu Wissen”.

Die Angst, eine Suchmaschine könnte in meinen Garten schauen und sehen, dass meine deutschen Gartenzwerge nicht perfekt in Reih und Glied stehen, war ebenso ein Mem des Jahres 2010. Medienwirksam von Politikern ausgeschlachtet wurde die Angst des spießigen Kleinbürgers genutzt, um Stimmung zu machen gegen Unternehmen, die innovativ sind – und dabei alte, analoge Geschäftsmodelle gefährden.

Dem Spießbürger wurde mit dem Widerspruch ein Macht-Instrument in die Hand gegeben, dass zum Missbrauch einladen musste. Google StreetView wurde verschandelt und Deutschland zum Spott der Welt. Verpixelung ist das Mem, indem sich die digitale Kurzsichtigkeit unserer Führungs-Elite manifestiert.

… Weltuntergang

Terrorgefahr, Wikileaks und Cablegate. Hierzu fällt mir nur wieder ein, dass etwas wahr wird, wenn man es oft genug wiederholt. Den Beweis für mehr Sicherheit durch weniger Freiheit erbringt niemand. Den Beweis für die Gefährdung einzelner Personen durch die Leaks, wird ebenso nicht erbracht. Memetisch wird behauptet, deklamiert und polemisiert. Ideen  und Worte werden zu Waffen. Die für mich traurigsten und potentiell gefährlichsten Meme des ausklingenden Jahres.

Ein Lichtblick

Doch das soziale Netz brachte auch seine schönen Memen hervor. Mit den #einbuchstabendanebentieren erschuf sich die Twittergemeinde ein Spiel mit kreativen, ironischen und sarkastischen Noten. Mit “I like it on the…” wurde auf interessante Art und Weise auf Brustkrebs hingewiesen und eine Spendenaktion via Twitter brachte der Aids-Hilfe Hamburg Platz 3 in den Trending Topics bei Twitter und eine vierstellige Spende ein.

Ideen sind wie Erreger. Doch so wie es nützliche Bakterien gibt, die wir zum Leben brauchen, so gibt es auch tödliche Keime. Mit Ideen verhält es sich nicht anders. Denkt nach, bevor Ihr zum Überträger werdet.

Ach übrigens: Mein Mem des Jahres war “Social Media”-Erfolg. Wieso? Fragt mich auf Twitter.

Dez 13, 2010 - Social Media    No Comments

Die Linktipps der Woche (KW49)

Es zeigt sich, dass Montag der bessere Tag für meine Links der Woche ist. Das Wochenende gehört doch meist dem Privatleben – und so starte ich die Woche mit den interessantesten Links der letzten Woche.

Von heute an kommend die Linktipps immer Montags in den Hafen. Das entspannt die Wochenenden ein wenig. (Bild: ezioman / Lizenz: cc-by)

Eigentlich wollte ich meine Linktipps immer zum Wochenausklang publizieren. Doch es zeigt sich, dass dies nicht gelingen will. Folglich gehört diese Kategorie künftig immer in meinen Montagsslot bei der Redaktions-Planung. Ja auch dieses Blog hat eine (wenn auch rudimentäre) Planung im Hintergrund stehen. Damit gelingt mir auch endlich mal eine “gute Überleitung” zum ersten Linktipp.

Redaktionsplan:

Passt ja wie Arsch auf Eimer. Schon etwas älter das Posting. Anfang Oktober hatten die Bloggerkollegen von “fokus marketing” geschrieben, wie wichtig ein effektiver Redaktionsplan sein kann – und wie einfach man diesen erstellt.

Zeitaufwand von Social Media

Meine Freundin beklagt sich ab und an mal, dass ich so viel Zeit vor dem Rechner oder meinem iPhone verbringe. Hier lese ich meistens meine RSS-Feeds leer, immer auf der Suche nach neuen Inhalten für die schriftrolle.

Ich verbringe also tagtäglich viel Zeit im “Social Web”.

Doch wie viel Zeit muss ein Unternehmen einplanen, wenn es daran geht “Social Media” als Kommunikationskanal zu implementieren. Die Kollegen von “gigom” geben darauf eine Antwort mit schönen Infografiken.

Am Anfang war die Analyse

Wie implementiere ich “Social Media” im Unternehmen? Welche Schritte stehen am Anfang, was sind die Voraussetzungen und was muss ich bedenken? Eine interessante Antwort habe ich bei “vnr.de” gefunden. Ekatarina Arlt beschreibt dort ihre Ansicht, dass jeglicher “Social Media”-Bemühung eine fundierte Analyse vorausgehen müsse.

Tooltipp: Make Twitter yours

David Noel hat mich auf ein interessantes Browser-Addon gestoßen. Mit Proxlet kann man in der Webanwendung von Twitter andere Apps (Foursquare, etc) und Personen ausblenden, oder sich nur Links anzeigen lassen. Für viele sicherlich eine reizvolle Erweiterung. Leider nur für Chrome.

Wenn Ihr weitere Linktipps habt, schreibt sie mir doch einfach bei Twitter.

Dez 13, 2010 - Social Media    3 Comments

Social Media Dating

Soziale Netzwerke sind wie ein Flirt. Sowohl bei Facebook, als auch beim Dating hat man nur wenig Chancen, Zuneigung zu gewinnen. Egal, ob als Partner – oder als Fan.

Der Auftritt in sozialen Netzwerken ist wie ein Flirt. Du hast nicht viele Chancen, einen Nutzer als Fan zu gewinnen. (Bild: www.CourtneyCarmody.com/ / Lizenz: cc-by-sa)

Die zwei Einstiegspunkte im Dating

Beim Flirten kommt es auf den ersten Eindruck an. Dieser unterteilt sich in zwei Phasen. Die visuelle und die inhaltliche:

  • Gutes Aussehen – oder die “Empfehlung”: “Schau mal die da.”
    Sieht jemand ungepflegt, unattraktiv und uninteressant aus, wird er kaum Dates erhalten. Für Fanseiten und Twitter-Accounts bedeutet dies, dass schon die Aufmachung unbewusst über die Entscheidung “like/follow” entscheidet.
  • Der erste Satz mit dem Du ihn ansprichst.
    Egal wie gut der potentielle Flirtpartner aussieht, wenn schon beim ersten Satz nur Müll kommt, war es das. Für Facebook und Co. heißt das: Ein guter, optisch spannender, Auftritt auf ist nur der erste Türöffner. Der zweite Schritt wird durch guten Inhalt gegangen.

Der entscheidende Punkt ist also das, was Du sagst. Ohne interessante Inhalte versagt jede (optische) Strategie, Fans zu gewinnen. Interessante Inhalte müssen dabei gar nicht aus vielen Worten bestehen. Kreative Promo-Aktionen, “Insider-Infos” für Fans, Gewinnspiele oder eben gute Videos, Bilder und Texte lassen Dich Fans gewinnen. “Content is King“.

Nutze Social Media, als würdest Du flirten

Versucht ein Versicherungsvertreter beim ersten Date sein Portfolio zu verkaufen? Oder doch lieber sich selbst? Versucht er Lebens- und Unfallversicherung an die Frau zu bringen? Oder will er lieber  interessant,  reizvoll und sympathisch sein? Wie hat er wohl eine höhere Chance am Ende des Abends ein Folge-Date, oder vielleicht mehr in der Tasche zu haben?

Nun liebe PR-, Social Media und Marketing-Verantwortlichen: Was  seid Ihr? Seid Ihr sexy und sympathisch auf Facebook und Twitter?  Flirtet Ihr mit Euren Kunden/Followern/Fans? Oder geht es um die schnelle Kohle, um Sales zu jeden Preis?

Wo steht ihr? Macht Ihr Social oder Sales Media? Seht Ihr im Flirt eine veritable Taktik? Diskutiert mit mir auf Twitter. Oder kommentiert hier.

Dez 12, 2010 - Gesellschaft, Social Media    1 Comment

Ist Wikileaks Social Media

Wir diskutieren meist unserer Komfortzone: Social Media als Marketing-Kanal. Oder Social Media als Kommunikation zwischen Freunden. Wikileaks ist unkomfortabel: Ist die Plattform Social Media?

Ist Wikileaks “Social Media”? Zumindest schafft die Organisation von Julien Assange ein Kristallisationspunkt zur Schaffung von Gemeinschaft. (Bild: Alex E. Proimos / Lizenz: cc-by)

Einseitige Kommunikation

Wikileaks ist ein mono-direktionaler Kommunikationskanal. Irgendjemand reicht Dokumente ein und diese werden der Welt dann medienwirksam zum Fraß vorgeworfen. Nach jeder gängigen Definition ist das kein Social Media.

Gerichtet auf das Gesicht von Julien Assange, verbirgt die Organisation ihr eigenes Netzwerk hinter einem Namen und einem Gesicht. Das soziale Engagement innerhalb der Organisation wird dem Schutz der Organisations-Mitglieder geopfert.

In keiner mir bekannten Definition handelt es sich bei Wikileaks um Social Media.

Die Masse engagiert sich – die Schaffung von Gemeinschaft

Wikileaks polarisiert. An Wikileaks scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite die Vertreter des bestehenden Systems. Personen und Institutionen, die in Wikileaks eine Bedrohung sehen. Hier werden Nebelkerzen gezündet. Hier wird rhetorisch schweres Kriegsgerät aufgefahren.

Auf der anderen Seite stehen die Verfechter einer freien Welt. Befürworter eines Systems, in dem sich Institutionen für ihr Handeln verantwortlich zeigen müssen. Ein System, das diese Institutionen kontrollieren will. Hier werden mit Cyber-Attacken und Wikileaks-Klonen die digitalen Schwerter geschärft.

Egal auf welcher Seite man sich selbst verortet. Man integriert sich in eine (neue) Gemeinschaft. Bin ich gegen Wikileaks, oder stehe ich auf Seiten der digitalen „Achse des Bösen“? Menschen organisieren sich und diskutieren in Foren, Blogs oder klassische Medien. (Selbst-)Organisation findet statt in den Kanälen, die Social Media bietet.

Wikileaks schafft eine Grenze – und Grenzen dienen der (Selbst-)Definition von Gruppen. Wikileaks schafft ein diskursives Umfeld, ganz im Sinn von Michel Foucault. Die historisch erarbeiteten Theorien von Macht, Subjekt und Disziplinierung lassen sich hier am aktuellen Beispiel beobachten.

Wichtig ist hier die Schaffung von Gemeinschaften. Wikileaks ist sozusagen der Kristallisationspunkt. In dieser Sichtweise ist Wikileaks vielleicht nicht an sich Social Media. Wikileaks schafft jedoch Kommunikation, schafft Gemeinschaft. Und Gemeinschaft kann sich nur in Abgrenzung definieren.

Bin ich Katzen- oder Hunde-Mensch. Trinke ich Pepsi, oder Cola. Gehe ich zu McDonalds oder zu Burger King. Oder verabscheue ich Fast Food? Ich bin ich – immer in Abgrenzung zu anderen.

Ist Wikileaks Social Media?

Diese Frage lässt sich final nur mit einem eindeutigen „Jein“ beantworten. Hinter Wikileaks verbirgt sich ein soziales Netzwerk. Ein Netzwerk von Menschen, die sich für eine Sache engagieren. Und ein Netzwerk von Menschen, die der Plattform geheime Daten zur Verfügung stellen. Dieses Netzwerk wird durch einmalige, einseitige Verbindungen definiert.

Doch im gebräuchlichen Wortsinn ist Wikileaks kein Social Media. Es lässt keine beliebige Mitarbeit zu und öffnet sich auch nicht der Massenkommunikation, die in beide Richtungen läuft. Die Organisation selbst zeigt keinerlei Transparenz.

Wikileaks ist (noch) eine Singularität im sozialen Netz. Doch wird es künftig weitere Plattformen für Leaks geben. Openleaks steht schon in den Startlöchern. Wie unsere (Online-)Welt damit umgeht wird sich zeigen.

Was meint Ihr? Für wie „sozial“ haltet ihr Wikileaks? Diskutiert mit mir auf Twitter.

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