Leseempfehlung, Social Media
2 CommentsWer früher stirbt ist länger tot
Oder – die Blogempfehlung “Bestatterweblog”. Ich stolpere ja öfter mal über seltsame, skurrile und auch interessante Dinge. Ich mag die dunklen Seiten und Humor spricht mich einfach an. So war mein Interesse schnell geweckt, als ich das das Blog “Bestatterweblog” gefunden hatte.

Darf man das Thema Tod unterhaltsam im Internet aufbereiten? Widerspricht das der Etikette? Das Bestatterweblog ist jedenfalls bereit sich diesem Thema zu widmen. (Screenshot: bestatterweblog // Bearbeitung: sdoering via pixlr)
Aber lassen wir das Blog selbst sprechen:
“Das Blog dient dem Autor dazu, seine seit Ende der 70er Jahre im Bestattungsgewerbe gesammelten Erlebnisse zu verarbeiten, Einblicke in das Berufs- und Alltagsleben eines Bestatters zu geben und über das Thema Tod, Trauer und Bestattung zu informieren.
Damit die Texte kein trockenes Nacherzählen sind, werden sie leicht lesbar in unterhaltender Form wiedergegeben.” (Quelle: Über das Blog)
Erzählt wird das ganze aus der ICH-Perspektive von TOM. Dabei ist Tom eine Kunstfigur, die genutzt wird, die Inhalte interessant und unterhaltsam aufzubereiten.
Ich persönlich mag den Stil, die Schreibe und die Aufbereitung der Themen. Ich kann mir jedoch auch vorstellen, dass viele Menschen einen so lockeren Umgang mit dem Thema Tod nicht unbedingt gut finden. Wieso eigentlich nicht? Ich kann natürlich nur aus meiner Lebenswelt und Erfahrung heraus sprechen. Aber das Thema Tod gehört zum Leben, wie auch die Geburt. Leben wird erst durch unsere Sterblichkeit definiert. Wieso also der Aufriss?
Oder um nochmal das Blog zu Wort kommen zu lassen:
Unterhaltung und Tod, passt das zusammen?
Ja sicher. Jede bittere Pille schluckt sich besser, wenn sie süß ummantelt ist. Tod, Trauer und Bestattung sind Themen, die in unserer Gesellschaft tabuisiert werden. Ich möchte durch den unterhaltsamen Erzählstil dazu beitragen, daß sich mehr Menschen mit diesem Thema beschäftigen und letztlich aufgeklärter und besser informiert sind, wenn sie selbst einmal in die Situation geraten, einen Sterbefall abwickeln zu müssen.
Überdies liegt mir am Herzen, aufzuzeigen, daß Bestatter ganz normale Menschen sind und keineswegs die durch die Medien dargestellten, fracktragenden Sauertöpfe und Abzocker. (Quelle: Über das Blog)
Dem kann ich mich anschließen. Ich habe jedenfalls schon seit langem eine ziemlich genaue Vorstellung darüber, was nach meinem Ableben passieren soll. Die wichtigen Personen wissen das und damit ist es auch gut. Der Rest ist, wie es so schön heißt, Schweigen.
Was meint Ihr? Kann oder darf man das Thema so unterhaltsam aufbereiten? Oder widerspricht es jeglichem Anstand?
ps.: Ich bin auch auf Twitter zu finden

