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Okt 23, 2010 - Social Media    No Comments

Die “Social Media”-Blase Teil III: Was ist mit Google?

Google ein Unternehmen in der “Social Media”-Blase? Nicht ganz, und dann doch irgendwie. YouTube, Picasa und neue Ideen ein eigenes soziales Netzwerk zu schaffen.

Google ist weniger eine Suchmaschine, als ein Werbeplatz-Vermarkter. Mit guten Produkten schaffen sie Wertschöpfung für sich und die Nutzer. (Bild: Randy Zhang&XXX /Bearbeitung: sdoering / Lizenz: cc-by)

Hat Google eine dissoziative Persönlichkeitsstörung? (Google erscheint als gespaltene Persönlichkeit)

Ich bin dann mal weg.” Oder anders gesagt: Google findet, was ich suche und schickt mich wieder weg. Das Ziel der Suchmaschine ist es, mir Werbung zu zeigen (die für mich relevant ist) und mir gleichzeitig so schnell wie möglich das zu geben, was ich suche. Offensichtlich ist Google damit so erfolgreich, dass sie Geld verdienen.

Andererseits ist Googles Tochter YouTube, nicht wirklich profitabel, ständig mit urheberrechtlichen Problemen behaftet und von einigen Ländern juristisch hart angegangen. Es scheint, als sei die erfolgreichste Video-Plattform im Internet finanziell kein Glücksgriff für Google gewesen. Doch das Unternehmen kann sich die Spielwiese leisten. Gekauft wurde YouTube 2006 für eine Milliarde. So der Stand, vor der Recherche.

Dann entdeckte ich folgende Fakten: Der Umsatz der Plattform wird dieses Jahr wohl bei gut 900 Millionen liegen. Hier müssen natürlich Abzüge, Steuern und Kosten abgezogen werden. Sollte sich der Service so weiterentwickeln, könnte sich das Geschäft zumindest auf lange Sicht gelohnt haben.

Finden was man sucht – ein wertvoller Service

Die durch Google gewonnene Zeit stellt neben der bereitgestellten Information für mich eine echte Wertschöpfung dar. Im echten Leben würde ich sowas guten Service nennen.

Stellt Euch mal vor Ihr könntet einen Supermarkt oder einen Baumarkt googlen. Ihr fändet sofort was ihr sucht, keine Lebenszeit wäre verschwendet und das Einkaufserlebnis toll. Zugleich könnte mir der Markt spezifische Werbung präsentieren. Beispielsweise Angebote aus der gleichen Produktkategorie, oder eben passende Produkte zu meinem Kauf. Jemand kauft immer Kaffee und Milch. Vielleicht wird ihm beim nächsten (Solo-)Milchkauf ein Angebot für Kaffee vorgeschlagen. Oder beim Kauf von Käse wird ein neuer Käse im Sortiment beworben.

Ich glaube ich sollte die Idee einfach mal weiterdenken…

Fazit

Es gibt noch viele weitere Unternehmen im “Social Media”-Umfeld. Viele leben von der Hoffnung auf künftige Einnahmen. Zum Teil ohne wirkliches Business-Modell. Nichts desto trotz erreichen sie in unterschiedlichen Runden massive Investitionen durch Risikokapitalgeber.

Ich fühle mich an die Zeit vor 11 Jahren erinnert. Immer und immer und immer wieder. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Blase eines (nicht zu fernen Tages) Tages platzen wird. Wer überlebt steht noch nicht fest, doch es wird für viele Firmen Zeit, sich ein Geschäftsmodell aufzubauen, dass auch in und nach einer Krise bestand haben kann.

Denn nur so können sie als wertvoller Dienst für die Nutzer und als wertschöpfender Dienst für Unternehmen dienen.

ps.: Ich selbst nutze Twitter sehr gerne – folgt mir einfach!

Jul 16, 2010 - Social Media    No Comments

Google vs Social

Google ist eines der erfolgreichsten Unternehmen im Netz. Die Geschwindigkeit, mit welcher Neuerungen an den Start gebracht werden ist bestechend. Doch beim Thema “Social Media” versagt die Crew aus Mountain View bislang. Wo liegen die Gründe für dieses Scheitern?

Warum scheitert Google bei seinen Bemühungen im Social Web? (Quelle: manfrys / Lizenz: cc-by-sa)

“Das Ziel von Google besteht darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.” (Quelle: Google Unternehmensinformation)

Informationen zu organisieren und nutzbar zu machen, diese Selbstbeschreibung verrät viel über das Mindset des Unternehmens und seiner Gründer. Verrät viel über die interne Kultur des Denkens. Es geht darum Fakten zu katalogisieren, zu ordnen und einem Nutzen (und einem Nutzer) zuzuführen. Es klingt wie ein naturwissenschaftliches Ordnungsprinzip, es erinnert an die Systematik in der Biologie oder die Beschreibung der Welt durch Physiker. Es klingt nicht nach dem, was Millionen von Nutzern tagtäglich in den sozialen Netzwerken betreiben.

“Betrachtet man die Umsatzstruktur, ergibt sich folgendes Bild: Google unternimmt alles, was der Kette der Werbung dient, vom Werbetreibenden bis zur Auslieferung der Anzeigen an Endkunden.” (Quelle: carta.info)

Auch im eigenen Handeln ist Google stringent, rational und, hat man das Unternehmen analysiert, wie die Kollegen bei carta, auch berechenbar. Die externe Handlungsmaxime und die Produkte, die den Kunden geboten werden, entsprechen als dem angenommenen internen Mindset.

Google ist “getting things done“, “hard facts” und im weitesten Sinn “Arbeit”. Nutze ich einen der Dienste von Google, so erwarte ich als User, dass ich möglichst schnell und einfach das erhalte, was ich wünsche. Suche ich beispielsweise das Kinoprogramm an dem Ort, an dem ich mich aufhalte, muss ich nur noch “Kinoprogramm” in den Suchschlitz tippen. Das erste Suchergebnis ist, unterstützt durch Geolokalisation, genau das, was ich suche.

Fertig. Done. Und ich bin dann mal weg – im Kino.

Das gleiche gilt für Wetter, Sportergebnisse und so weiter.

Vergleiche ich das mit meinem Verhalten, dass ich bei Facebook und Co. an den Tag lege, so stelle ich rein subjektiv fest, dass ich hier Zeit “vertrödele”. Soziale Netzwerke sind “slacking”, “Entspannung”, “kommunikativer Austausch” und “einfach mal rumsurfen und schauen, was Freunde so treiben”. Fotos, Videos, Links – all das erhalte ich dort, aber unsortiert, rein auf subjektiven Empfehlungen basierend, so als würden mir Freunde am Telefon eine DVD empfehlen.

Keine Arbeit, reines Vergnügen und Verknüpfung.

Natürlich stecken hinter Facebook, meinVZ und Co. Unternehmen, die strategisch Denken, die auf Umsatzmaximierung ausgerichtet sind und deren Ziel es ist möglichst viel Geld mit dem zu verdienen, was sie “besitzen” – mich, den User. Dennoch erkenne ich in der Entwicklung der Produkte ein anderes Mindset. Konzeptionell geht es hier nicht um einen naturwissenschaftlichen Experimentaufbau, an dessen Ende eine Optimierung von Abläufen für den Nutzer steht. Es geht hier viel mehr darum, ein Erlebnis, eine Erfahrung und einen Suchtfaktor zu kreieren, natürlich mit dem Ziel Nutzer zu gewinnen und zu halten.

Das Beispiel “Answers”:

Google Answers konzentrierte sich ganz darauf, dem Nutzer schnell die gesuchten Antworten zu liefern – und scheiterte. Yahoo! Answers konzentrierte sich auf die soziale Komponente, auf das Gefühl, Fragen zu Beantworten, die soziale Belohnung – und war erfolgreich.

Oder wie es Adam Rifkin ausgedrückt hat:

“Google apps are for working and getting things done; social apps are for interacting and having fun.” (Quelle: ifindkarma)

Es ist wie der Unterschied zwischen einem Blackberry und einem iPhone. Das iPhone verkauft sich, trotz aller Schwächen, Abermillionen mal. Der Blackberry, bei allen Versuchen, die breite Masse zu erreichen, ist bis heute ein Gerät für Business-Menschen. Erholung, Entertainment, Spaß bei der Bedienung vs. “getting things done” und zwar möglichst effizient.