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Okt 22, 2009 - Gesellschaft    1 Comment

Zum Bund, oder nicht zum Bund…

Zum Bund, oder nicht zum Bund – das ist hier die Frage

Bundeswehrsoldaten in Bosnien-Herzegovina 2002/Quelle: public domain


Soeben wird, unter Berufung auf die dpa, berichtet, dass die zukünftigen Koalitionspartner Union und FDP sich auf eine Neuregelung beim Wehrdienst verständigt haben.

Nach Informationen der Presseagentur solle der Wehrdienst grundsätzlich beibehalten werden. Die Dauer solle jedoch von zur Zeit neun auf dann sechs Monate reduziert werden.

Sechs Monate, das bedeutet, dass nach einer dreimonatigen Grundausbildung, ein dreimonatiger tatsächlicher Dienst erfolgen kann. Als möglicher Sinn dieser Maßnahme kann ich mir nur zwei Sachen denken – die sich gegenseitig ausschließen.

Zum ersten: Die Verkürzung bedeutet, dass wieder mehr junge Männer eingezogen werden können/müssen pro Jahr. So soll die Wehrgerechtigkeit vordergründig erhalten bleiben, so dass Gerichte das ganze System nicht über diesen Hebel kippen können.

Zum zweiten: Die Verkürzung bedeutet eine weitere Benachteiligung gegenüber dem Zivildienst (der aber wohl auch angepasst werden wird). Sollte er nicht angepasst werden hoffen die Politiker auf Klagen (mit dem Argument der Wehrgerechtigkeit, Gleichbehandlungsgrundsatz im Grundgesetzt, o.ä.) um dann vor ihrer konservativen Stammwählerschaft nicht als diejenigen da zu stehen, die den Wehrdienst abgeschafft haben. Denn das wäre dann ja ein Gericht gewesen.

Wirklich entscheiden kann ich mich gerade nicht – ergo bin ich auf Anregungen der Leserschaft gespannt.

Update:

freenet.de berichtet:

Drei Monate Grundausbildung, zwei Monate Spezialausbildung und einen Monat Fachdienst. Grundsätzlich sollen die Wehrdienstleistenden einen Monat Urlaub haben. Unklar war, ob dieser Monat in die Dauer des Wehrdienstes einbezogen wird. (Quelle: freenet.de / eigentlich dpa-info.com [dpa Tochterfirma])

Update II:

Schön zum Sinn der Verkürzung: Pierre Markuse