Tagged with " Facebook"

Es ödet mich an

Ach ja. Das Leben ist schön. Oder so. Schnell mal auf Facebook gepostet, gleich mal noch ein paar Bilder geklickt. Oh ein “Like” – Mist jetzt ist schon wieder der ganze Abend rum. Dabei wollte ich doch…

Das (soziale) Internet langweilt mich so unendlich

Das (soziale) Internet langweilt mich. Es ödet mich an, immer wieder den gleichen Bodensatz "lustiger" Videos zu sehen. Ich wünsche mir mehr Substanz, Tiefgang und "echte Menschen". (Bild: Jayegirl99; Lizenz: cc-by-sa)

“Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.” (Albert Einstein)

Ich beziehe mich dabei gar nicht so sehr auf Facebook. Wobei dieser Zeit-Assasine wohl lange Zeit der größte Feind meiner Lebenszeit war. Mir geht es darum, dass mich das Internet inzwischen (fast) in seiner Gesamtheit anödet.

Es langweilt mich, da es immer (und immer) wieder den gleichen Morast durchwühlt. Und am Ende die gleiche Scheiße in neuem Gewand präsentiert. »» Weiterlesen

Okt 21, 2011 - Social Media    6 Comments

Google Minus

Ich war dann mal weg. Und ich bin es noch immer. So einige Menschen haben mich gefragt, wieso ich Google+ den Rücken gekehrt habe. Hier nun ein für alle mal meine Begründung.

Aus dem fahrenden Zug gesprungen? Wohl eher aus der "Deutschen Bahn"... (Bild: Sean MacEntee; Lizenz: cc-by)

Google beherrscht den Markt als Suchmaschine. Google hat die größte Datenbank über das (Fakten-)Wissen der Welt. Google nutzt die besten Algorithmen um dieses Wissen zu sortieren, zu filtern, zu bewerten und uns verfügbar zu machen.

»» Weiterlesen

Liebes Internet

Liebes Internet,

ich kenne Dich nun schon eine ganze Weile. Ja, wir sind wirklich schon einen langen Weg gemeinsam gegangen. Anfangs war es manchmal anstrengend: Das 14.400er Modem erschien schnell. Und doch wartete ich endlose Minuten, bis sich manche Bilder geladen hatten. Zumindest, bis ich zum ersten Mal an einer 2Mbit-Leitung saß.

Was habe ich nicht für schöne Diskussionen im IRC geführt? (Bild: N1NJ4 / Lizenz: cc-by)

Ja, heute sind schnellere DSL-Leitungen der Standard. Doch damals? 1998 war es das Paradies, eine Offenbarung. Ein Blick in eine Zukunft, die nur noch nicht gleichmäßig verteilt schien.

»» Weiterlesen

Relevanz – Mein schwarzer Schwan

99 von 100 Mails lösche ich nahezu ungelesen. Ich spreche nicht von Spam, ich spreche nicht von den Mails in der Arbeit. Ich spreche nur von den Mails, die täglich in meine privaten Postfächer fließen.

Lange dachte man in Europa, alle Schwäne seien weiß. Diese Allaussage musste mit der Entdeckung eines einzigen schwarzen Exemplares aufgegeben werden. (Bild: RedCraig / Lizenz: cc-by-sa)

99 von 100 Status-Updates lese ich nicht. Sie sind ausgeblendet, oder ich sortiere sie aus meiner Wahrnehmung.

999 von 1000 Tweets fliegen ungelesen durch meine Timeline. Ich sehe sie nicht und wenn ich mal auf meinen “Nachrichten-”Strom schaue, erscheint mir der kollektive Bewusstseinsstrom oft reichlich irrlevant. Er gleicht einer großen Massenparty, bei der man einmal durch den Raum läuft – und wieder zurück zum Ausgang, weil man lieber sofort wieder verschwindet.

Unzählig viele, mögliche Ergebnisse filtert Google schon “für mich”  aus den Suchergebnissen aus – auch wenn sie auf meine Suchanfrage passen würden. Mein Google-Ergebnis sieht anders aus, als Deins. Bei gleicher Suchanfrage wohlgemerkt.

Ich filtere radikal. Und dennoch lese ich noch viel zu viel. Das Wissen um die Filter, in den letzten Monaten nur noch faschistoider eingestellt, noch radikaler im Aussortieren und Entsorgen, sorgt zugleich dafür, dass all das, was übrig bleibt, den Anschein von Wichtigkeit bekommt. Völlig unbewusst. Ein Problem in meinem Kopf.

Ich muss noch lernen im Kopf härter zu filtern. Das schlechte Gewissen auszuschalten. Diese Stimme, die versucht mir einzureden, ich könne etwas verpassen. Doch was ich “verpasse” ist nahezu immer die endlose Perpetuierung bekannter, altbekannter Aussagen. Alter Wein in neuen Schläuchen, ohne Mehrwert – und ohne Relevanz.

Doch wieso ist Relevanz dann mein schwarzer Schwan?

Etwa ein bis zwei Ereignisse gibt es in der Woche, in denen der “Zufall” sich Bahn bricht. In denen mir ein Link, ein Wort, ein Zitat vor die Füße fällt und eine andere, eine neue Perspektive eröffnet. Oft geschieht dies allerdings analog, nicht digital.

Das ist dann der schwarze Schwan im kulturpessimistischen Denken. Es gibt die Relevanz dort draußen. Doch wie im analogen Leben ist sie rar gesät und man muss zum Spurenleser werden, um sie zu finden.

Filtert, schließt die Schleusen und öffnet so Eure Aufmerksamkeit für die absolut subjektive Relevanz. Ihr könntet die kleinen Perlen sonst am Wegesrand übersehen.

Denn: Wer findet schon das 10-Cent-Stück auf dem Fußboden einer 4000-Mannparty?

Apr 28, 2011 - Gesellschaft, Social Media    2 Comments

Aufklärung 2.0?

Gesellschaft 2.0? Aufklärung 2.0? Sind wir auf dem Weg in ein neues, vernetzt-goldenes Zeitalter? Ich glaube nicht (zwangsläufig) an die, viel gepriesene, positive Kraft der schönen bunten Welt.

Wir legen Daten, keine Eier: Für Facebook sind wir eingepferchte Legehennen. (Bild: sdoering / Lizenz: cc-by)

“Schlaue” Menschen schreiben über unsere Zeit, wir befänden uns im Zeitalter einer neuen Aufklärung. Die globale Vernetzung führe uns zu einer neuen Gesellschaft. Die alten Machtstrukturen und -Eliten verschwänden. Bis wir schließlich auf Elyseischen Feldern 2.0 unter der Sonne der Vernetzung beim neuen “Woodstock” tanzen.

Ich habe meine Zweifel. Ich zweifle, dass die Vernetzung uns in paradiesische Zustände führen wird (oder kann). Ich bezweifle, dass es zur Abschaffung der Eliten kommt. Betrachte ich die aktuelle Entwicklung, so sehe ich vielleicht(!) den Sturz bestehender Eliten, doch vor allem sehe ich das Erwachsen neuer Macht-Strukturen, -Eliten und -Gefahren.

Wir ziehen uns aus, vollständig und völlig freiwillig. Mehr als in jeder Beichte im hölzernen Stuhl, strippen wir unser Leben und schenken dem Netz unsere Daten. Wir lassen uns digital sezieren in der Hoffnung, uns mit (meist) unwichtigen Menschen im Netz zu verknüpfen. Nur um dann deren Belanglosigkeiten, deren uninteressante Lebenssplitter live verfolgen zu können.

Wozu sind wir hier?

Wir sind nicht im Netz (bei Facebook, Twitter, Google und Co.) um zu sozialisieren, um uns auszutauschen und uns gegenseitig zu besseren Menschen zu befruchten. Wir sind hier als Nahrung. Wir sind die Menschen, nach deren Daten-Blut sich die Vampire Namens Zuckerberg, Page und Co. so sehnen. Wir sind die Herde in Massentierhaltung, gezüchtet (lese: erzogen) um möglichst kostenoptimal als Futter zu dienen.

Erinnert Ihr Euch an die Szene aus Matrix, in der Neo in seinem Tank erwacht? Kennt Ihr die Bilder von Legehennen in der Batterie? Schaut in den Spiegel und erwacht. Durchbrecht den Schleier des Wunderlandes und blickt hinter die Fassade, die jedes Hollywood-Set in den Schatten stellt.

Lasst die Maske fallen!

Leben ist Blut, ist Liebe, ist Trauer, ist Fleisch, ist Schmerz, Leid und Glück. Leben, das seid Ihr selbst und die Menschen, die wirklich in Euren Herzen sind. Nicht auf Eurer Pinnwand.

Jan 14, 2011 - Social Media    5 Comments

Facebook-Werbung: Personalisierte Irrelevanz

Kann es sein, dass personalisierte Werbung bei Facebook und Co. viel irrelevanter ist, als Werbung zu einer anonymen Suchanfrage? Ich sage ja.

Personalisierung als Erfolgskriterium für Marketing-Kampagnen? Ein Argument für SEM. (Bild: mrbill / Lizenz: cc-by)

Mal eine Frage: Macht es Euch wahrscheinlicher zu Kunden für Eheringe, wenn Ihr bei Facebook Euren Beziehungsstatus ändert? Oder ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ihr Eheringe kauft, wenn Ihr bei Google nach “Claddach Ring” sucht?

Ist es wahrscheinlicher, dass Ihr Euch für eine Wanderschuh-Anzeige bei Facebook interessiert, nur weil Ihr Wandern als Interesse habt, oder hat eine derartige Anzeige bei Google, wenn Ihr nach Wanderschuhen sucht, mehr Relevanz?

Bei Facebook kann der Werbetreibende seine Zielgruppe aufgrund demographischer Daten nahezu beliebig genau eingrenzen. Ich kann nach Interessen, nach Orten, Beziehungs-Status, etc. kategorisiert werden. Doch macht mich all das zu einem wahrscheinlicheren Kunden? Ist die Personalisierung, das Targeting also ein Vorteil für den Werbetreibenden?

Google hingegen hat einen enormen Vorteil, wenn es mir Werbung zu meinen Suchanfragen serviert. Ich zeige im Moment meiner Suche ein Interesse an einem bestimmten Thema. Dennoch bleibe ich potentiell anonym. Ich versuche also eine Lösung für ein Problem (oder Informationen) zu finden und zeige nicht nur ein diffuses Interesse.

Ich versuche es mal mit einer Geschichte zu verdeutlichen:

Meine Wanderschuhe sind kaputt. Sie sind undicht, ich hab ständig nasse Füße und bin total genervt davon. Ich brauch dringen ein neues Paar. Bei Google suche ich jetzt nach Testberichten für Wanderschuhe, Starte eine Suche nach Preisvergleichen, und dergleiche mehr. Wie reagiere ich auf eine gut geschriebene Werbung nach dem Motto: “Ihre Wanderschuhe sind Schrott? Wir helfen Ihnen das richtige Paar für Sie zu finden”?

Jetzt die Situation bei Facebook. Ich füge Wandern zu meinen Interessen hinzu, weil ich gerne mit meinen tollen Wanderschuhen große Touren gehe (OK, tue ich nicht, aber für das Beispiel denken wir uns das mal). Jetzt wird mir Werbung für Windbreaker, Wanderschuhe, etc eingeblendet. Zeigt mein Interesse mich also tatsächlich als interessierten Kunden?

Das sogenannte Targeting hat das Problem, dass Interessen und beliebig granular gefasste Demographien noch nichts über ein tatsächliches Kaufinteresse aussagen. Eine entsprechende Suche bei Google hingegen sehr genau zeigt, dass dieses Interesse besteht. Eine anonyme Suchanfrage “erzählt” dem Marketing-Menschen also tatsächlich mehr über einen ihm völlig unbekannten Kunden, von dessen Demographie er noch nicht einmal etwas zu wissen braucht.

“Here’s the dirty little secret to Facebook advertising: social network data doesn’t make ads more relevant. All it does is let marketers choose their eyeballs by selecting an infinitely fine grain of demographic, courtesy of all the data we put into the platform.

Search ads are infinitely more relevant because our search terms self select us as prospects. So if you have 50 people who do a Google search for ‘wedding rings’, chances are at least some percentage are actively looking to buy a wedding ring and the ads are served up accordingly. Now say 50 people change their relationship status on Facebook from ‘single’ to ‘engaged’. Now Facebook knows you’re getting married and you get ads for wedding photographers, rings, wedding planners, etc… but it still doesn’t peg you as a prospect for any product. You’re just a demographic. The irony is that an anonymous search term reveals much more about us than any information we put on a social networking site.” (Quelle: Kommentar von Andi R. im Blog Businesinsider)

Ziel einer guten Marketing-Strategie sollte immer sein den effektivsten Kanal zu nutzen. Möglichst viel Gewinn aus dem investierten Kapital (also der Werbung) heraus zu holen. Es gibt sicherlich Fälle, wo es am Ende des Tages bedeutet massiv auf beispielsweise Facebook zu werben, oder in Display-Werbung zu investieren (hohe Sicht- und Wahrnehmbarkeit), doch gerade bei kleineren Budgets oder spezielleren Angeboten, dürfte Google die bessere Wahl sein.

Was meint Ihr? Liege ich mit meiner Einschätzung so daneben? Diskutiert mit mir auf Twitter oder in den Kommentaren.

ps.: Ich freue mich, wenn Ihr meinen RSS-Feed abonniert.

Jan 13, 2011 - Social Media    3 Comments

Der virtuelle Messestand

Wieso fällt es vielen Unternehmen so schwer in sozialen Netzwerken gute (das heißt zielführende) Auftritte zu erstellen? Wieso fällt ihnen die Kommunikation mit den Kunden auf der Fanpage derart schwer? Vielleicht fehlt die richtige Analogie um eine Fanpage zu erklären.

Stellen Sie sich Ihre Fanpage bei Facebook einfach als einen Messestand auf einer Konsumenten-Messe vor. (Bild: Martin Dehn / Lizenz: cc-by)

Stellen Sie sich vor, sie planen einen Messeauftritt auf einer großen Konsumenten-Messe. Würden sie auf dort einen schönen Stand errichten, aussagekräftige Banner an die Wände hängen, Ihre Produkte vorführen und dann niemanden an den Stand stellen, der für (potentielle) Kunden ansprechbar ist?

Würden Sie Planung, Leitung und Betrieb des Messe-Stands einem externen Dienstleister überlassen? Oder die Kundengespräche?

Würden Sie den Stand eines Konkurrenten 1zu1 kopieren, weil Ihnen die aus der Ferne beobachtete Stand-Strategie zusagt?

Können Sie eine der Fragen mit “Nein” beantworten?

Wieso also Agenturen für die Betreuung der Fanpage engagieren? Wieso also den Facebook-Auftritt von Starbucks, Coca Cola oder Lufthansa kopieren und wieso niemanden dafür abstellen, mit den (potentiellen) Kunden (=Fans) zu kommunizieren?

Auf einer Messe ist auch nicht jeder Besucher Ihres Standes am Ende des Tages ein Kunde. Ziel eines Messe-Stands ist einerseits die Wahrnehmung der Marke/des Unternehmens bei allen Passanten zu erhöhen. Andererseits und viel wichtiger ist die Aufgabe potentielle Kunden aus der vorbeischlendernden Masse herausfiltern.

Es geht also um Markenwahrnehmung und Kundengewinnung/Kundenpflege. Erst bei einer “gefilterten Zielgruppe” hat Marketing nicht mehr mit riesigen Streuverlusten zu kämpfen.

Was passiert also, wenn ein Passant Interesse an Ihrem Messestand zeigt? Liegt dort auch nur ein Firmenprospekt (= Homepage), oder findet er Ihre freundlichen Mitarbeiter, die Fragen beantworten und den potentiellen Kunden beraten?

Vielleicht kommt aber auch (nur) ein Bestandskunde an Ihren Messestand, weil er eine Frage zu Ihrem Produkt hat. Verweisen sie ihn auf die Bedienungsanleitung (= FAQ-Bereich), oder beantworten Sie (oder Ihre Mitarbeiter) die Frage direkt?

Es geht also um Markenwahrnehmung und Kundengewinnung/Kundenpflege. Es geht darum, aus der Masse der Menschen diejenigen heraus zu destillieren, bei denen ein grundsätzliches Interesse am Thema besteht.

Erst bei einer “gefilterten Zielgruppe” hat Marketing nicht mehr mit riesigen Streuverlusten zu kämpfen.

Wieso nicht auch auf Facebook? Stellen Sie sich eine Seite (= Fanpage) bei Facebook doch einfach als Ihren virtuellen Messestand auf der größten Konsumenten-Messe der Welt vor.

Fragen zu Facebook, Twitter und Co.? Kommentieren Sie oder folgen Sie mir auf Twitter.

Seiten:12345678»