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Apr 3, 2012 - Persönliches    2 Comments

Ich schreibe nur für mich

Gedanken formen sich, bilden Ideen und Konzepte und müssen irgendwann aus meinem Kopf. Sie sollen ein Eigenleben entwickeln. Und keinen Speicher mehr belegen. Deshalb schreibe ich hier.

Ich liebe es meine Gedanken zu verschriftlichen. Es hilft mir sie zu ordnen und zu sortieren.  (Bild:  Linda Cronin; Lizenz: cc-by)

Ich liebe es meine Gedanken zu verschriftlichen. Es hilft mir sie zu ordnen und zu sortieren. (Bild: Linda Cronin; Lizenz: cc-by)

Zugleich beobachte ich, was meine Leser interessiert. Nicht, um mich daran zu orientieren – dazu ist schriftrolle.de ein falscher, weil persönlicher Ort. Nein, einfach aus Neugierde und Interesse. Doch zuweilen fördert dies “spannende” Einsichten zutage.

Gestern habe ich meine Gedanken zum Thema Datenschutz und Heuchelei in den Medien in die Welt geworfen. Kurz zuvor hatte ich bei Facebook ein lustiges Video geteilt. »» Weiterlesen

Heuchler im Datenschutz-Theater

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer trägt ein Datenschutz-Heuchlergewand? Spieglein, Spieglein an der Wand, wer spricht falsch Zeugnis im Datenschutz-Land?

Datenschutz: So fließen die Daten um die Welt. Auch Deine? (Bild:  Eric Fischer; Lizenz: cc-by)

Visualisierung: So fließen die Daten um die Welt. Auch Deine? (Bild: Eric Fischer; Lizenz: cc-by)

OK, Reim Dir, oder ich fress Dir.

Ja, man kann sich darüber streiten, was im Internet als “persönliche Daten” gelten sollte. Die IP-Adresse, sicherlich nicht. Bestimmte “Cookies” können da schon bedenklicher sein, wenn beispielsweise Facebook weiß, auf welchen Seiten ich so surfe.

Wieso und woher Facebook das weiß – dazu mehr im folgenden Beitrag. »» Weiterlesen

Es ödet mich an

Ach ja. Das Leben ist schön. Oder so. Schnell mal auf Facebook gepostet, gleich mal noch ein paar Bilder geklickt. Oh ein “Like” – Mist jetzt ist schon wieder der ganze Abend rum. Dabei wollte ich doch…

Das (soziale) Internet langweilt mich so unendlich

Das (soziale) Internet langweilt mich. Es ödet mich an, immer wieder den gleichen Bodensatz "lustiger" Videos zu sehen. Ich wünsche mir mehr Substanz, Tiefgang und "echte Menschen". (Bild: Jayegirl99; Lizenz: cc-by-sa)

“Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.” (Albert Einstein)

Ich beziehe mich dabei gar nicht so sehr auf Facebook. Wobei dieser Zeit-Assasine wohl lange Zeit der größte Feind meiner Lebenszeit war. Mir geht es darum, dass mich das Internet inzwischen (fast) in seiner Gesamtheit anödet.

Es langweilt mich, da es immer (und immer) wieder den gleichen Morast durchwühlt. Und am Ende die gleiche Scheiße in neuem Gewand präsentiert. »» Weiterlesen

Okt 21, 2011 - Social Media    6 Comments

Google Minus

Ich war dann mal weg. Und ich bin es noch immer. So einige Menschen haben mich gefragt, wieso ich Google+ den Rücken gekehrt habe. Hier nun ein für alle mal meine Begründung.

Aus dem fahrenden Zug gesprungen? Wohl eher aus der "Deutschen Bahn"... (Bild: Sean MacEntee; Lizenz: cc-by)

Google beherrscht den Markt als Suchmaschine. Google hat die größte Datenbank über das (Fakten-)Wissen der Welt. Google nutzt die besten Algorithmen um dieses Wissen zu sortieren, zu filtern, zu bewerten und uns verfügbar zu machen.

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Liebes Internet

Liebes Internet,

ich kenne Dich nun schon eine ganze Weile. Ja, wir sind wirklich schon einen langen Weg gemeinsam gegangen. Anfangs war es manchmal anstrengend: Das 14.400er Modem erschien schnell. Und doch wartete ich endlose Minuten, bis sich manche Bilder geladen hatten. Zumindest, bis ich zum ersten Mal an einer 2Mbit-Leitung saß.

Was habe ich nicht für schöne Diskussionen im IRC geführt? (Bild: N1NJ4 / Lizenz: cc-by)

Ja, heute sind schnellere DSL-Leitungen der Standard. Doch damals? 1998 war es das Paradies, eine Offenbarung. Ein Blick in eine Zukunft, die nur noch nicht gleichmäßig verteilt schien.

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Relevanz – Mein schwarzer Schwan

99 von 100 Mails lösche ich nahezu ungelesen. Ich spreche nicht von Spam, ich spreche nicht von den Mails in der Arbeit. Ich spreche nur von den Mails, die täglich in meine privaten Postfächer fließen.

Lange dachte man in Europa, alle Schwäne seien weiß. Diese Allaussage musste mit der Entdeckung eines einzigen schwarzen Exemplares aufgegeben werden. (Bild: RedCraig / Lizenz: cc-by-sa)

99 von 100 Status-Updates lese ich nicht. Sie sind ausgeblendet, oder ich sortiere sie aus meiner Wahrnehmung.

999 von 1000 Tweets fliegen ungelesen durch meine Timeline. Ich sehe sie nicht und wenn ich mal auf meinen “Nachrichten-”Strom schaue, erscheint mir der kollektive Bewusstseinsstrom oft reichlich irrlevant. Er gleicht einer großen Massenparty, bei der man einmal durch den Raum läuft – und wieder zurück zum Ausgang, weil man lieber sofort wieder verschwindet.

Unzählig viele, mögliche Ergebnisse filtert Google schon “für mich”  aus den Suchergebnissen aus – auch wenn sie auf meine Suchanfrage passen würden. Mein Google-Ergebnis sieht anders aus, als Deins. Bei gleicher Suchanfrage wohlgemerkt.

Ich filtere radikal. Und dennoch lese ich noch viel zu viel. Das Wissen um die Filter, in den letzten Monaten nur noch faschistoider eingestellt, noch radikaler im Aussortieren und Entsorgen, sorgt zugleich dafür, dass all das, was übrig bleibt, den Anschein von Wichtigkeit bekommt. Völlig unbewusst. Ein Problem in meinem Kopf.

Ich muss noch lernen im Kopf härter zu filtern. Das schlechte Gewissen auszuschalten. Diese Stimme, die versucht mir einzureden, ich könne etwas verpassen. Doch was ich “verpasse” ist nahezu immer die endlose Perpetuierung bekannter, altbekannter Aussagen. Alter Wein in neuen Schläuchen, ohne Mehrwert – und ohne Relevanz.

Doch wieso ist Relevanz dann mein schwarzer Schwan?

Etwa ein bis zwei Ereignisse gibt es in der Woche, in denen der “Zufall” sich Bahn bricht. In denen mir ein Link, ein Wort, ein Zitat vor die Füße fällt und eine andere, eine neue Perspektive eröffnet. Oft geschieht dies allerdings analog, nicht digital.

Das ist dann der schwarze Schwan im kulturpessimistischen Denken. Es gibt die Relevanz dort draußen. Doch wie im analogen Leben ist sie rar gesät und man muss zum Spurenleser werden, um sie zu finden.

Filtert, schließt die Schleusen und öffnet so Eure Aufmerksamkeit für die absolut subjektive Relevanz. Ihr könntet die kleinen Perlen sonst am Wegesrand übersehen.

Denn: Wer findet schon das 10-Cent-Stück auf dem Fußboden einer 4000-Mannparty?

Apr 28, 2011 - Gesellschaft, Social Media    2 Comments

Aufklärung 2.0?

Gesellschaft 2.0? Aufklärung 2.0? Sind wir auf dem Weg in ein neues, vernetzt-goldenes Zeitalter? Ich glaube nicht (zwangsläufig) an die, viel gepriesene, positive Kraft der schönen bunten Welt.

Wir legen Daten, keine Eier: Für Facebook sind wir eingepferchte Legehennen. (Bild: sdoering / Lizenz: cc-by)

“Schlaue” Menschen schreiben über unsere Zeit, wir befänden uns im Zeitalter einer neuen Aufklärung. Die globale Vernetzung führe uns zu einer neuen Gesellschaft. Die alten Machtstrukturen und -Eliten verschwänden. Bis wir schließlich auf Elyseischen Feldern 2.0 unter der Sonne der Vernetzung beim neuen “Woodstock” tanzen.

Ich habe meine Zweifel. Ich zweifle, dass die Vernetzung uns in paradiesische Zustände führen wird (oder kann). Ich bezweifle, dass es zur Abschaffung der Eliten kommt. Betrachte ich die aktuelle Entwicklung, so sehe ich vielleicht(!) den Sturz bestehender Eliten, doch vor allem sehe ich das Erwachsen neuer Macht-Strukturen, -Eliten und -Gefahren.

Wir ziehen uns aus, vollständig und völlig freiwillig. Mehr als in jeder Beichte im hölzernen Stuhl, strippen wir unser Leben und schenken dem Netz unsere Daten. Wir lassen uns digital sezieren in der Hoffnung, uns mit (meist) unwichtigen Menschen im Netz zu verknüpfen. Nur um dann deren Belanglosigkeiten, deren uninteressante Lebenssplitter live verfolgen zu können.

Wozu sind wir hier?

Wir sind nicht im Netz (bei Facebook, Twitter, Google und Co.) um zu sozialisieren, um uns auszutauschen und uns gegenseitig zu besseren Menschen zu befruchten. Wir sind hier als Nahrung. Wir sind die Menschen, nach deren Daten-Blut sich die Vampire Namens Zuckerberg, Page und Co. so sehnen. Wir sind die Herde in Massentierhaltung, gezüchtet (lese: erzogen) um möglichst kostenoptimal als Futter zu dienen.

Erinnert Ihr Euch an die Szene aus Matrix, in der Neo in seinem Tank erwacht? Kennt Ihr die Bilder von Legehennen in der Batterie? Schaut in den Spiegel und erwacht. Durchbrecht den Schleier des Wunderlandes und blickt hinter die Fassade, die jedes Hollywood-Set in den Schatten stellt.

Lasst die Maske fallen!

Leben ist Blut, ist Liebe, ist Trauer, ist Fleisch, ist Schmerz, Leid und Glück. Leben, das seid Ihr selbst und die Menschen, die wirklich in Euren Herzen sind. Nicht auf Eurer Pinnwand.

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