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Mai 3, 2010 - Social Media    No Comments

VZ-Netzwerke starten Kleinanzeigen

Bei studiVZ und meinVZ geht ein neuer Service für die Nutzer an den Start. Kostenlose Kleinanzeigen. Realisiert wurde der Service in Zusammenarbeit mit der anounz GmbH. Offensichtlich wird der Service gut angenommen. Ein Alleinstellungsmerkmal?

meinVZ und studiVZ mit eigenem Kleinanzeigen-Markt (Quelle: Screenshot meinVZ.net)

17.000 Nutzer sind es laut Pressemitteilung der VZ-Gruppe schon, die sich auf diesem Marktplatz tummeln. Immerhin schon 2.000 kostenlose Anzeigen sollen nach wenigen Monaten der Testphase eingestellt worden sein.

Das Schlagwort hier dürfte kostenlos sein. Bietet der große Rivale Facebook kostenlose Spiele, Umfragen und andere Applikationen zum Zeivertreib, die oft zweifelhaft mit den persönlichen Daten der Nutzer umgehen, so erhält der VZ-Nutzer einen echten Mehrwert für seine Zeit im Netzwerk. So scheint man in den deutschen Netzwerken darauf zu setzen, dass durch den vergleichsweise höheren Nutzen die User gehalten werden können.

Nachdem man dem “Klassenprimus” aus den USA lange Zeit hinterher gelaufen ist, hat man hier vielleicht einen Ansatz gefunden sich von Facebook abzusetzen. Auch bedarf es zur Kommunikation innerhalb des Marktplatzes keiner weiteren Kanäle – die VZ-Nachrichtenfunktion wird auch hier eingesetzt.

Clemens Riedl, CEO der VZ-Netzwerke erklärt:
“Wir freuen uns über die Kooperation mit anounz. Mit der Integration eines virtuellen Marktplatzes verfolgen wir unser Ziel weiter, den über 10 Millionen Mitgliedern von studiVZ und meinVZ einen echten Mehrwert zu bieten. Studenten können über anounz beispielsweise nicht mehr benötigte Fachbücher anbieten oder ihre DVD-Sammlung vervollständigen, ohne dafür ihr Netzwerk verlassen zu müssen.”

Allerdings muss ich festhalten, dass ich in den fünf Tagen seit der Ankündigung (28.04.2010 als PM und im Blog der VZ-Netzwerke) noch immer nicht herausgefunden habe, wo ich in meinVZ die Kleinanzeigen finden kann. Möglicherweise befindet man sich ja noch in der Testphase. Dann sollte man jedoch die Funktion nicht derart an die große Glocke hängen.

Auch im Blog von studiVZ (auf den man auch aus meinVZ geschickt wird), wurde die entsprechende Frage eines Nutzers seit fünf Tagen nicht beantwortet. Nicht gerade das ideale Vorgehen, gerade von einem Unternehmen, dass pures Social Media ist. Hier sollte und könnte die VZ-Gruppe in der Kundenkommunikation nachbessern und das Blog nicht als kommunikative Einbahnstraße verstehen.

Mai 1, 2010 - Social Media    3 Comments

t3n: Promotion einer Facebook Fanpage

Um sich und/oder sein Unternehmen im Netz bekannt zu machen, dient in vielen Fällen eine Fanpage bei Facebook. Natürlich dienen solche Seiten noch anderen Zwecken.  Doch wie macht man seine Fanpage bekannt?

Gewinnspiel zur Bekanntmachung der Fanpage von t3n (Quelle: Screenshot t3n.de)

Die Macher von t3n.de haben sich jetzt ein Gewinnspiel einfallen lassen, um ihre Fanpage zu promoten. Wer seinen (Blogger-)Arbeitsplatz fotografiert, das Bild mit einer Erklärung auf der Fanpage hochläd, kann eine Flip-Cam gewinnen.

Der Vorteil an einem Gewinnspiel dieser Art ist es, dass die Teilnehmer erst einmal Fan werden müssen. Dies steigert die potentielle Reichweite der Seite. Allerdings muss die Seite auch nach dem Gewinnspiel einen Mehrwert bieten, sonst ist ein derartiges Gewinnspiel kaum mehr als ein Strohfeuer.

Ein weiterer Vorteil einer solchen Aktion ist sicherlich, dass darüber gesprochen wird. Gewinnspiele entwickeln oft eine starke Viralität. So werden Backlinks erzeugt, die für das Google-Ranking nicht unerheblich sind. Weitere Nutzer werden auf die Seite (sowohl die Fanpage, als auch die “Mutterseite”) aufmerksam und das steigert die externe Reichweite. Also auch hier ein doppelter Gewinn.

t3n Fanpage bei Facebook (Quelle: Screenshot t3n-Fanpage)

Dennoch muss – und bei t3n glaube ich, dass dem so ist – ein nachhaltiger Erfolg durch relevante, wertige Informationen auch innerhalb der Fanpage gesichert werden.

Apr 28, 2010 - Social Media    2 Comments

Zu alt für Social Media?

Im Interview auf Netzökonom erklärt Sandra Sieber, viele Führungskräfte in Deutschland seien zu alt für Social Media. Sie würden die Kommunikationsprinzipien und das gesamte System nicht mehr verstehen. Ich widerspreche und sage, die Verständnishürde hat nichts mit dem Alter zu tun.

Social Networks (Quelle: 10ch / Lizenz: cc-by)

Danach gefragt, warum in den meisten Fällen “Social Media”-Bemühungen nie aus der traditionellen Firmenhierarchie heraus entstehen, antwortet Frau Sieber:

“Weil die Führungskräfte zu alt sind, weil sie die Vorteile nicht sehen, weil sie sich nicht vorstellen können, wie soziale Medien funktionieren.” (Quelle: netzökonom)

Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass das Verständnis für die neuen Kommunikationswege und -kanäle im Netz nichts mit dem realen Alter einer Person zu tun hat. Viele ältere Menschen in meinem Bekanntenkreis (auch in Unternehmen), nutzen Social Media, vernetzen sich und verstehen die Möglichkeiten sehr gut.

Eine nicht unbeträchtliche Anzahl jüngerer Menschen in meinem Umfeld hingegen verstehen die Implikationen des Web2.0 nicht.

Viel mehr liegt dem fehlenden Verständnis von Social Media eine fehlende Bereitschaft zum spielen, zum erkunden, forschen und weiterentwickeln zugrunde.

“Kann ich nicht auch eine Mail schicken?”

Diese Frage im Bezug auf die Vorteile von Twitter musste ich leider widerlegen. Eine kurze Erklärung, was Twitter ist, wie man es nutzen kann und wie sich die Vorteile begründen, verbunden mit einer Demonstration half hier recht schnell weiter.

Natürlich gibt es eine größere Anzahl an älteren Nutzern (und Firmenchefs) im Netz, die aufgrund ihrer persönlichen Motivation bislang die sozialen Medien nicht ausgiebig genutzt haben. Daher mag der pauschalisierte Fehlschluss von Frau Sieber nachvollziehbar sein. Dennoch geht in meinen Augen diese Einschätzung am Kern des Problems vorbei.

Für Unternehmen müssen Berater oder interessierte/motivierte Mitarbeiter Wege finden, die Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten der neuen Kanäle einfach, kurz und verständlich zu erläutern.

Ein gutes Beispiel ist hier einem Artikel auf “Spiegel Online” im Bezug auf Facebooks “I like”-Button gelungen:

“Wenn man sich das Netz als Fressgasse vorstellt und Web-Seiten als Restaurants, dann hat Facebook den Seitenbetreibern soeben folgenden verwegenen Plan vorgestellt: Wir stellen alle Kellner, überall. Unsere Kellner erzählen euren Gästen, was ihre Freunde hier schon mal gegessen haben, was ihnen gefallen hat. [...] Wir verraten euch, wie alt eure Gäste sind, woher sie kommen und wie oft sie hier sind.” (Quelle: “Spiegel Online“)

Auf dem Weg intelligenter Analogien erreicht man, dass durch die Übersetzung in die bekannte Erfahrungswelt, beim Zuhörer die digitalen Neuerungen greifbar, vergleichbar werden. Das Web2.0 wird so beinahe sinnlich erfahrbar. In vielen Fällen ein Weg, den schon die klassische Rhetorik vor 2000 Jahren vorgestellt hat. Den Zuhörer in seiner Lebenswirklichkeit abzuholen.

Kommunikations-Verständnis und PR-GAU

Ein anderweitig fehlerhaft hergeleitetes Verständnis von Social Media führt sonst schnell zu einem GAU, wie das Kommunikationsdesaster auf der Facebook-Fanseite von Nestlé zeigt. Klaus Eck hat diese Vorgänge klug kommentiert:

“Der Fall Nestlé verdeutlicht, wie wichtig es ist, in Social Media nicht nur einzelne Kanäle aufzubauen, sondern diese auch aktiv zu nutzen. Rund 760.000 Kitkat-Fans auf Facebook stellen ein großes (positives) Potential dar. Warum sollte Nestlé diesen Platz kampflos räumen? Auf Twitter und Facebook reicht es eben nicht aus, dort präsent zu sein. Die Technik kann immer nur ein Hilfsmittel sein. Jetzt ist die PR auch in Social Media gefragt und sollte Twitter und Facebook für eine aktive Reaktion nutzen statt nur zuzuschauen.” (Quelle: PR Blogger)

Zu den dafür notwendigen Qualifikationen innerhalb der PR/Kommunikationsabteilung gehören daher zukünftig auch und vor allem networking-skills.

“The technology will begin to fade into the background so that people can focus on the relationships that are created because of the technologies, not the technologies themselves.” (Quelle: Charlene Li)

Natürlich lassen sich die notwendigen Skills erlernen. Kommunkation, Sprachtonalität in sozialen Medien, Netzwerker-Fähigkeiten. All dies wird zukünftig immer stärker in den entsprechenden Abteilungen der Firmen gefragt sein. Für Talente in diesem Bereich eröffnen sich jedoch gute Möglichkeiten, einen Einstieg in entsprechende Unternehmen zu erhalten.

Dennoch ist für die meisten Unternehmen eine große Rekrutierungs-Welle nicht zwingend nötig. Eine klare Strategie, Ideen und dabei auf vorhandenes Wissen der Mitarbeiter zurückgreifen ist für viele Unternehmen, zumindest für die ersten Schritte im Web2.0 sicherlich ausreichend.

Im Zweifel, ab einer kritischen Größe der Bemühungen im Social Web, sollte man jedoch eine verantwortliche Person benennen, die für diese Kommunikationswege und deren Organisation verantwortlich ist. Allerdings wird das soziale Netz derart alltäglich werden in den kommenden Jahren, was bedeutet, dass Posten wie “Social Media Manager” oder “Head of Social Media” zwar nette Titel, aber absolut temporäre Erscheinungen sind.

Diese Suche nach Talenten wird im folgenden Zitat und dem vorangehenden, sehr lesenswerten Artikel, gut beschrieben:

Vor diesen Herausforderungen stehen zwangsläufig alle Unternehmen, weil das Netz – und damit auch die Netzwirtschaft – sich verändert. Danach wird der Run auf die Talente beginnen, egal, ob sie Community- oder PR-Manager heißen werden.” (Quelle: cluetrainpr.de)

Aber auch hier hat Talent nichts mit dem Alter, sondern mit der Bereitschaft zu lernen und sich weiterzuentwickeln zu tun. Es wird auch in fünf Jahren gute Community-Manager im Alter zwischen 50 und 65 geben.

Apr 27, 2010 - Social Media    4 Comments

Facebook ist wieder der Klassenprimus

Bei Facebook hat man sich vermutlich schon daran gewöhnt. Man ist der Klassenprimus. In Deutschland liegt das soziale Netzwerk bei den Nutzerzahlen vor allen anderen Netzwerken. Einzig die VZ-Gruppe kann in Summe noch mehr Nutzer für sich gewinnen.

"Mark Zuckerberg" (Quelle: Brian Solis / Lizenz: cc-by-sa)

“Facebook ist auch in Deutschland nicht aufzuhalten. Im März besuchten 15 Millionen Internetnutzer (Unique Audience) in Deutschland die Facebook-Seite, 291 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit ist Facebook mit Abstand das meistbesuchte soziale Netzwerk.” (Quelle: Netzökonom)

Einzig in der Summe ihrer einzelnen Netzwerke kommt die VZ-Gruppe nach aktiven Nutzern noch vor Facebook. In Deutschland weit abgeschlagen liegen dagegen Netzwerke wie Twitter, Xing, Lokalisten oder MySpace. Einzig wer-kennt-wen kann nach Nutzerzahlen noch mithalten. “wkw” kommt hierbei auf 7,5 Millionen Nutzer und verzeichnet damit 27 Prozent Zuwachs.

Sowohl in der Nutzerzahl, als auch bei den Verlusten bildet das Lokalisten-Netzwerk das Schlusslicht. 19 Prozent Verlust im Jahresvergleich und mit 1,8 Millionen Nutzern nicht mehr allzu weit vom unteren Rand der kritischen Masse entfernt dürfte es schwer werden.

Allerdings sind die mehr als 450 Millionen Nutzer weltweit für Facebook-gründer Mark Zuckerberg nicht genug. Auf der Entwicklerkonferenz f8 blies er zum Angriff auf Google. Facebook will sich ins gesamte Netz expandieren. Vorrangig hierfür ist er neue “I like”-Button. Mit diesem Button, der in wenigen Minuten in die eigene Seite integriert ist, wird es Facebook-Nutzern ermöglicht eine Seite zu empfehlen. Klickt der Nutzer den Button, erscheint die Aktion in seinem Livestream, sichtbar für all seine Freunde. Bislang war dies nur bei Fanseiten innerhalb des Netzwerks möglich.

Der eigene Webauftritt wird so zur Fanseite. Mit der Möglichkeit Kommentarfelder und andere Widgets von Facebook einzubinden, wird diese Entwicklung weitergeführt und unterstützt.

“Sollte der Plan funktionieren, könnte das Facebook-Werbenetz sogar besser als das Google-System werden. ” (Quelle: Netzökonom)

Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie schon mit einfachsten Mitteln die Gelegenheit bekommen den Traffic, der sonst bei einer Facebook-Fanpage entstanden wäre, zu sich zurück zu führen. Die eigene Web-Präsens wird zu Fanpage. Diese muss dafür jedoch auch den Anforderung der Nutzer genügen. Kommentarfunktionalität, Twitter-Stream, etc sind Möglichkeiten, die mehrdimensionale Kommunikation zu ermöglichen.

Entscheidend ist jedoch auch weiterhin der Unique Content. Einzigartige Inhalte, mit einem Mehrwert für den Nutzer werden auch zukünftig besser empfohlen werden.

Der Erfolg, trotz berechtigter Datenschutzbedenken, gibt Zuckerberg recht. Mit der Seite likebutton.me hat sich schon ein Inhalte-Aggregator entwickelt, der auf den Likes der Facebook-Nutzer basierend Inhalte darstellt.

Wie Google reagieren wird bleibt abzuwarten. Die Aussagen, Google fühle sich trotz seiner Position im Netz als ein “getriebenes Unternehmen”, bewahrheiten sich jedenfalls einmal mehr.

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