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Bullshit: Social Media schafft Freundschaften

Social Media ist Konversation. Social Media bedeutet die enge Verbindung zu anderen Menschen. Social Media ist die Revolution in virtuellen Beziehungen. Bullshit.
Nein, ich werdem ich nicht dafür entschuldigen, wie ich dieses Posting formuliere. Wieso auch – ich bin im Lauf der vergangenen Woche über ein posting gestolpert, dass mich nachdenklich gemacht hat. Es geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Mark Schäfer von {grow} hat Worte gefunden, die mir seit längerem fehlen.
An jeder virtuellen Straßenecke in diesem verdammten Netz begegnet mir eine Werbetafel mit der Aufschrift: “Soziale Netze schaffen Beziehungen/Freundschaften.” Das ist der größte Bullshit, denn ich je gehört habe.
Menschen schaffen Beziehungen. Menschen schaffen Freundschaften. Und das ist verdammt noch mal harte Arbeit.
Ich liebe es, wenn ich mich mit Freunden und guten Bekannten treffen kann. Ich liebe es, wenn ich gute Gespräche führe und mich einfach bei einem Kaffee (oder Rotwein) in eine Welt aus Worten und Gedanken fallen lassen kann. Aber mal ehrlich – ist Euch das schon mal bei [insert any fucking social network] passiert? Mir nicht. Klar, ich hab schöne Meldungen gelesen, Gedanken gepresst auf 140 Zeichen. Aber neue Menschen so kennengelernt, wie nach einer durchquatschten Nacht?
“Until this moment, I had put Jenn in the category of “friend” but realized I did not even know this single important fact that dominates her life, in fact dominates every breath she takes.  (Quelle: Mark @ {grow})”
Doch was sind soziale Netzwerke dann, wenn sie keine Freundschaftsschmieden sind? Sind es die Marketinginstrumente der neuen Werber-Generation? Sind es die feuchten Träume all derer, die sowieso keine(n) abbekommen? Oder ist es nur eine Spielwiese, die uns von irgendwelchen Milliardär-Nerds übergestülpt wurde?
Nein, so kann man das natürlich auch nicht sehen. Oder?
Soziale Netzwerke ermöglichen Kollaboration. Sie ermöglichen es, leichter als früher den Kontakt über große Distanzen aufrecht zu erhalten. Aber andererseits hatte mein ältester Freund während seines Auslandssemesters auch eine Mailingliste, über die er Kontakt hielt mit uns zurückgebliebenen.
Ich habe durch Foren bislang weit mehr reale Menschen als Bekannte/Freunde gewonnen, als durch alle Blogs/Netzwerke/[insert any fucking social network].
Soziale Netzwerke sind ein Werkzeug, von dem wir noch nicht gelernt haben, wie wir es sinnvoll nutzen können, um Menschen die uns berühren/inspirieren/begeistern können, kennen zu lernen. Bis dahin, sind sie eine nette Spielerei, eine einfachere Kommunikationsplattform, eine Möglichkeit zur Zusammenarbeit, jedoch keine Freundschaftsschmiede.
Natürlich nutze ich die Netzwerke. sie sind teil meiner Identität und ich bewege mich mehr als aktiv darin.
Oder um meine Freundin zu zitieren:
“Du bist doch einer echter Social Network Junkie. [...] Ich meine, du würdest dir  doch eher einen Arm abhacken, als einen Account zu löschen, so lange da noch  Menschen aktiv sind, die du mal kanntest. Es gehört definitiv zu deinem Leben  dazu. Ohne wärst du nur schwer vorstellbar.”
Sie hat völlig Recht. Ja ich bin ein Junkie und ich mag die Netzwerke, weil sie mir sehr viel Kontaktmöglichkeiten bieten. Sie sind ein Werkzeug, dass ich gerne nutze. Auch gerne zur Entspannung.
Doch sind soziale Netzwerke eines nicht aus sich selbst heraus. Freundschafts-Multiplikatoren. Dafür bedarf es immer noch der Menschen dahinter.
Eben interessant, spannend, teil meiner Identität, aber kein Ersatz für das offline Leben.

Social Media ist Konversation. Social Media bedeutet die enge Verbindung zu anderen Menschen. Social Media ist die Revolution in virtuellen Beziehungen. Bullshit.

Social Media wird immer mehr zu einer Mischung aus Erlöser, Heiliger Kuh und Marketing-Himmel. (Bild: danoxster / Lizenz: cc-by-sa)

Nein, ich werdem ich nicht dafür entschuldigen, wie ich dieses Posting formuliere. Wieso auch. Ich bin im Lauf der vergangenen Woche über einen Beitrag gestolpert, der mich nachdenklich gemacht hat. Er geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

Mark Schaefer von {grow} hat Worte gefunden, die mir seit längerem fehlen.

An jeder virtuellen Straßenecke in diesem verdammten Netz begegnet mir eine Werbetafel mit der Aufschrift: “Soziale Netze schaffen Beziehungen/Freundschaften.” Das ist der größte Bullshit, denn ich je gehört habe.

Menschen schaffen Beziehungen. Menschen schaffen Freundschaften. Und das ist verdammt noch mal harte Arbeit.

Ich liebe es, wenn ich mich mit Freunden und guten Bekannten treffen kann. Ich liebe es, wenn ich gute Gespräche führe und mich einfach bei einem Kaffee (oder Rotwein) in eine Welt aus Worten und Gedanken fallen lassen kann. Aber mal ehrlich – ist Euch das schon mal bei [insert any fucking social network] passiert? Mir nicht. Klar, ich hab schöne Postings gelesen, oder Tweets – Gedanken gepresst auf 140 Zeichen. Aber neue Menschen so kennengelernt, wie nach einer durchquatschten Nacht?

“Until this moment, I had put Jenn in the category of ‘friend’ but realized I did not even know this single important fact that dominates her life, in fact dominates every breath she takes.”  (Quelle: Mark @ {grow})

Doch was sind soziale Netzwerke dann, wenn sie keine Freundschaftsschmieden sind? Sind es die Marketinginstrumente der neuen Werber-Generation? Sind es die feuchten Träume all derer, die sowieso keine(n) abbekommen? Oder ist es nur eine Spielwiese, die uns von irgendwelchen Milliardär-Nerds übergestülpt wurde?

Nein, so kann man das natürlich auch nicht sehen. Oder?

Soziale Netzwerke ermöglichen Kollaboration. Sie ermöglichen es, leichter als früher den Kontakt über große Distanzen aufrecht zu erhalten. Aber andererseits hatte mein ältester Freund während seines Auslandssemesters auch eine Mailingliste, über die er Kontakt hielt mit uns zurückgebliebenen.

Ich habe durch klassische Foren bislang weit mehr reale Menschen als Bekannte/Freunde gewonnen, als durch alle Blogs/Netzwerke/[insert any fucking social network].

Soziale Netzwerke sind ein Werkzeug, von dem wir größtenteils noch nicht gelernt haben, wie wir es sinnvoll nutzen können, um Menschen die uns berühren/inspirieren/begeistern können, kennen zu lernen. Bis dahin, sind sie eine nette Spielerei, eine einfachere Kommunikationsplattform, eine Möglichkeit zur Zusammenarbeit, jedoch keine Freundschaftsschmiede.

Natürlich nutze ich die Netzwerke. Sie sind teil meiner Identität und ich bewege mich dort sehr gerne und mehr als aktiv.

Oder um meine Freundin zu zitieren:

“Du bist doch einer echter Social Network Junkie. [...] Ich meine, du würdest dir  doch eher einen Arm abhacken, als einen Account zu löschen, so lange da noch  Menschen aktiv sind, die du mal kanntest. Es gehört definitiv zu deinem Leben  dazu. Ohne wärst du nur schwer vorstellbar.”

Sie hat völlig Recht. Ja ich bin ein Junkie (auf der Suche nach dem nächsten Schuss) und ich mag die Netzwerke, weil sie mir sehr viel Kontaktmöglichkeiten bieten. Sie sind ein Werkzeug, dass ich gerne nutze. Auch gerne zur Entspannung.

Doch sind soziale Netzwerke eines nicht aus sich selbst heraus: Freundschafts-Multiplikatoren. Dafür bedarf es immer noch der (realen) Menschen dahinter.

Eben interessant, spannend, teil meiner Identität, aber kein Ersatz für das offline Leben. Was meint Ihr?

ps.: Natürlich bin ich auf Twitter und Facebook, Xing und anderen Netzwerken. Folgt mir, vielleicht könnt Ihr meine Meinung ändern.

One Way: Keine Kommunikation im Web2.0

Die Enquête-Kommission des Bundestages hat nun auch einen Blog. Und bald auch eine Online-Redakteurin. Deren Jobbeschreibung liest sich wirklich “interessant”.

Kommunikation als Einbahnstraße kann in Zeiten der sozialen Netzwerke nicht dauerhaft funktionieren. Es fehlt das Feedback. (Bild: kennymatic / Lizenz: cc-by)

Trotz sehr geringer Partizipation im Blog, dachte ich mir, schau ich mir das Ding mal an. Ich habe alle Artikel zumindest überflogen, gesucht, wie die Teilnahme der Netzgemeinde an dem Projekt ist und festgestellt, dass es sehr wenige Kommentare gibt.

Daher kam die Frage auf, woran das wohl liegen könnte. Alles weitere sind also Vermutungen und Meinungen meinerseits.

Hier mein Kommentar im Blog der Enquête-Kommission, den ich auch meinen Lesern nicht vorenthalten will:

“Ab 1. August wird das Enquête-Sekretariat durch eine Online-Redakteurin unterstützt, die sich um den Web-Auftritt, den Twitter-Account und so weiter kümmern wird.”

Das nenn ich mal eine Jobbeschreibung. Ich befürchte auch, dass es sich dabei weniger um eine klassische Redakteursstelle, sondern viel eher um eine klassische PR-Stelle handeln wird. Ich wünsche der Kollegin alles gute für ihren Start in diesem Umfeld. Und viel Leidenschaft für das Thema. Hoffentlich wird auch genug Rückgrat vorhanden sein, vielleicht Dinge auch (selbst-)kritisch zu hinterfragen und zu beleuchten. Denn gerade Offenheit, die Freiheit des Andersdenkenden in sein eigenes Denken zu integrieren würde Vertrauen schaffen.

Allerdings machen mir die Worte “und so weiter” wirklich Angst. Ist es um die “Social Media”-Kompetenz wirklich so schlecht bestellt? Oder wollte nur niemand verraten, wie die angedachte “Social Media”-Strategie aussieht?

Es bleibt auch im Blog zu beobachten, dass die Blogkultur auf Kommentare zu Antworten leider fehlt. Kommunikation in Zeiten des Web2.0 ist keine Einbahnstraße. (Ort der Veröffentlichung: Blog der Enquête-Kommission)