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Okt 21, 2011 - Social Media    6 Comments

Google Minus

Ich war dann mal weg. Und ich bin es noch immer. So einige Menschen haben mich gefragt, wieso ich Google+ den Rücken gekehrt habe. Hier nun ein für alle mal meine Begründung.

Aus dem fahrenden Zug gesprungen? Wohl eher aus der "Deutschen Bahn"... (Bild: Sean MacEntee; Lizenz: cc-by)

Google beherrscht den Markt als Suchmaschine. Google hat die größte Datenbank über das (Fakten-)Wissen der Welt. Google nutzt die besten Algorithmen um dieses Wissen zu sortieren, zu filtern, zu bewerten und uns verfügbar zu machen.

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Jan 14, 2011 - Social Media    5 Comments

Facebook-Werbung: Personalisierte Irrelevanz

Kann es sein, dass personalisierte Werbung bei Facebook und Co. viel irrelevanter ist, als Werbung zu einer anonymen Suchanfrage? Ich sage ja.

Personalisierung als Erfolgskriterium für Marketing-Kampagnen? Ein Argument für SEM. (Bild: mrbill / Lizenz: cc-by)

Mal eine Frage: Macht es Euch wahrscheinlicher zu Kunden für Eheringe, wenn Ihr bei Facebook Euren Beziehungsstatus ändert? Oder ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ihr Eheringe kauft, wenn Ihr bei Google nach “Claddach Ring” sucht?

Ist es wahrscheinlicher, dass Ihr Euch für eine Wanderschuh-Anzeige bei Facebook interessiert, nur weil Ihr Wandern als Interesse habt, oder hat eine derartige Anzeige bei Google, wenn Ihr nach Wanderschuhen sucht, mehr Relevanz?

Bei Facebook kann der Werbetreibende seine Zielgruppe aufgrund demographischer Daten nahezu beliebig genau eingrenzen. Ich kann nach Interessen, nach Orten, Beziehungs-Status, etc. kategorisiert werden. Doch macht mich all das zu einem wahrscheinlicheren Kunden? Ist die Personalisierung, das Targeting also ein Vorteil für den Werbetreibenden?

Google hingegen hat einen enormen Vorteil, wenn es mir Werbung zu meinen Suchanfragen serviert. Ich zeige im Moment meiner Suche ein Interesse an einem bestimmten Thema. Dennoch bleibe ich potentiell anonym. Ich versuche also eine Lösung für ein Problem (oder Informationen) zu finden und zeige nicht nur ein diffuses Interesse.

Ich versuche es mal mit einer Geschichte zu verdeutlichen:

Meine Wanderschuhe sind kaputt. Sie sind undicht, ich hab ständig nasse Füße und bin total genervt davon. Ich brauch dringen ein neues Paar. Bei Google suche ich jetzt nach Testberichten für Wanderschuhe, Starte eine Suche nach Preisvergleichen, und dergleiche mehr. Wie reagiere ich auf eine gut geschriebene Werbung nach dem Motto: “Ihre Wanderschuhe sind Schrott? Wir helfen Ihnen das richtige Paar für Sie zu finden”?

Jetzt die Situation bei Facebook. Ich füge Wandern zu meinen Interessen hinzu, weil ich gerne mit meinen tollen Wanderschuhen große Touren gehe (OK, tue ich nicht, aber für das Beispiel denken wir uns das mal). Jetzt wird mir Werbung für Windbreaker, Wanderschuhe, etc eingeblendet. Zeigt mein Interesse mich also tatsächlich als interessierten Kunden?

Das sogenannte Targeting hat das Problem, dass Interessen und beliebig granular gefasste Demographien noch nichts über ein tatsächliches Kaufinteresse aussagen. Eine entsprechende Suche bei Google hingegen sehr genau zeigt, dass dieses Interesse besteht. Eine anonyme Suchanfrage “erzählt” dem Marketing-Menschen also tatsächlich mehr über einen ihm völlig unbekannten Kunden, von dessen Demographie er noch nicht einmal etwas zu wissen braucht.

“Here’s the dirty little secret to Facebook advertising: social network data doesn’t make ads more relevant. All it does is let marketers choose their eyeballs by selecting an infinitely fine grain of demographic, courtesy of all the data we put into the platform.

Search ads are infinitely more relevant because our search terms self select us as prospects. So if you have 50 people who do a Google search for ‘wedding rings’, chances are at least some percentage are actively looking to buy a wedding ring and the ads are served up accordingly. Now say 50 people change their relationship status on Facebook from ‘single’ to ‘engaged’. Now Facebook knows you’re getting married and you get ads for wedding photographers, rings, wedding planners, etc… but it still doesn’t peg you as a prospect for any product. You’re just a demographic. The irony is that an anonymous search term reveals much more about us than any information we put on a social networking site.” (Quelle: Kommentar von Andi R. im Blog Businesinsider)

Ziel einer guten Marketing-Strategie sollte immer sein den effektivsten Kanal zu nutzen. Möglichst viel Gewinn aus dem investierten Kapital (also der Werbung) heraus zu holen. Es gibt sicherlich Fälle, wo es am Ende des Tages bedeutet massiv auf beispielsweise Facebook zu werben, oder in Display-Werbung zu investieren (hohe Sicht- und Wahrnehmbarkeit), doch gerade bei kleineren Budgets oder spezielleren Angeboten, dürfte Google die bessere Wahl sein.

Was meint Ihr? Liege ich mit meiner Einschätzung so daneben? Diskutiert mit mir auf Twitter oder in den Kommentaren.

ps.: Ich freue mich, wenn Ihr meinen RSS-Feed abonniert.

Dez 16, 2010 - Social Media    3 Comments

Die besten Pferde im Stall – Meine Top 5 Blogartikel 2010

Es ist Zeit zurückzuschauen. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich habe mich gefragt, was wohl meine erfolgreichsten Postings 2010 waren. Doch wie misst man eigentlich den Erfolg?

Ich danke all meinen Lesern für jeden Besuch auf meiner Webseite. Vielen Dank dafür. (Bild: Unhindered by Talent / Lizez: cc-by-sa)

Erfolgsmessung

Ich habe mich dazu entschieden die einfachste – und neutralste Wertung vorzunehmen. Ich messe die Seitenaufrufe und erstelle daraus eine Rangliste. Ich könnte auch Kommentare zählen und prüfen, welches Posting die meisten Diskussionen angeregt hat.

Ich könnte auch prüfen, welche Artikel die meisten “Einspringer” hatten. Also welche Artikel am meisten Besucher über Google, oder über soziale Netzwerke erhalten haben.

Ich könnte auch Backlinks zählen. Also prüfen, welche Artikel für andere so viel Wert hatten, dass sie darauf verlinkt haben.

Auch hätte ich prüfen können, welche Artikel die Besucher am längsten gefesselt haben. Also ein Ranking nach Besuchszeit sortieren können. Doch müsste ich dann auch die Länge der Artikel einbeziehen und eine “Normalisierung” der Werte vornehmen.

Doch da ich der “Herr im Haus” bin, entscheide ich mich ganz undemokratisch für Seitenaufrufe. Warum? Artikel wollen gelesen werden. Und die Anzahl der Seitenaufrufe gibt diesen Wert recht gut wieder.

Da ich nicht auf “normale Bannerwerbung” setze, sind mir Seitenaufrufe, außer für mein Ego, relativ egal. Ich möchte zu eigenen Gedanken anregen, Social Media näher bringen und meine Sicht auf aktuelle Entwicklungen darlegen. Im Alltag ist die Messgröße “Seitenaufrufe” für mich also nur zweitrangig.

Die Top 5 Postings 2010

So viele Follower brauch niemand

Twitter war ein Thema und wird ein Thema bleiben. Die Evolution vom Netzwerk für irrelevantes, zur veritablen Nachrichtenquelle hat das Unternehmen geschafft. Viele Menschen in meinem Umfeld fragen sich jedoch noch immer, was sie mit Twitter anfangen sollen und was das eigentlich ist.

Unternehmen fragen sich, welche Kenngrößen für ihren Twitter-Auftritt relevant sein könnten.

Der Bär hatte zwei Follower. Den kleinen Tiger und die Tigerente. Zu dritt machten sie sich auf den Weg ins gelobte Panama. Und zu dritt erreichten sie ihr persönliches Paradies, wenn auch nicht Panama, so doch die dafür gehaltene, alte Heimat.” (So viele Follower brauch niemand)

t3n: Promotion einer Facebook Fanpage

Wie gestalte ich meinen Auftritt bei Facebook. Diese Frage wird auch 2011 viele Unternehmen in Deutschland bewegen. Hat ein solcher Auftritt überhaupt Sinn? Und wenn ich mich auf Facebook begebe, wie gewinne ich dann Freunde?

Ein Beispiel, das ich in diesem Jahr aufgegriffen habe, hat es unter die Top 5 geschafft.

“Die Macher von t3n.de haben sich jetzt ein Gewinnspiel einfallen lassen, um ihre Fanpage zu promoten. Wer seinen (Blogger-)Arbeitsplatz fotografiert, das Bild mit einer Erklärung auf der Fanpage hochläd, kann eine Flip-Cam gewinnen.” (t3n: Promotion einer Facebook Fanpage)

Soziale Netzwerke: Freundschaft wird überbewertet

Ja, ich habe mich im Lauf des Jahres immer stärker kritisch zu Themen rund um die bunte Welt Namens “Social Media” geäußert. Ich neige dazu Ereignisse und Phänomene zu hinterfragen. Ziel ist dabei immer größeres Verständnis der Dinge, die ich kritisiere.

Erst wenn ich glaubwürdig meine Gegenposition verargumentieren kann, habe ich meine Position auch wirklich verstanden.

“Was bedeutet Freundschaft? Was verbinden Menschen damit, wenn sie die Lautfolge hören oder die Buchstabenfolge lesen? Selbst für den einzelnen Menschen bedeutet der Begriff oft Unterschiedliches. Der Begriff wird facettenreich und uneindeutig.” (Soziale Netzwerke: Freundschaft wird überbewertet)

“Social Media”-Stigma und Twitter-Elite

“Suchen wir uns unser Following künftig nach dem Klout-Faktor aus? Werden wir in ein paar Jahren, wenn das soziale Netz und die Realität noch weiter verschmolzen sind, via Augmented Reality den “sozialen Einfluss” jedes Menschen sehen können?” (Social Media”-Stigma und Twitter-Elite)

Ich bekenne mich ja gerne zu meiner Vorliebe für soziale Netzwerke. Für mich bieten sich hier viele Gelegenheiten, Kommunikation produktiv zu nutzen.

Doch versuche ich auch die Gefahren von Innovationen zu sehen. Eine dieser Gefahren, die für mich in diesem Jahr augenscheinlich wurden, ist die Bildung neuer Eliten. So unbedeutend sie schlussendlich in der “realen Welt” sein mögen, ist dies doch eine Entwicklung, die man beobachten sollte.

Denn die Grundlagen, die heute gelegt werden, werden unsere (Online-)Welt von Morgen prägen.

Social Media Strategie (Teil I – III)

Diese drei Postings waren ursprünglich als ein einziger Beitrag geplant. Doch im Lauf der Recherche merkte ich schon, dass das Thema zu Umfangreich für ein einziges Posting sein dürfte. Daher hatte ich mich entschieden, eine Serie daraus zu machen.

Dank Google sind die drei Postings mit Abstand die meistgelesenen Postings in diesem Jahr.

Meine Einstiegsfrage in das Thema “Social Media Strategie” war dabei, was muss man tun um zu scheitern. Hat man sich diese Punkte verdeutlicht, werden gangbare Wege sehr viel schneller sichtbar.

“Welcher Vorstand/Chef würde schon ohne Ticket und Hotelzimmer an den Flughafen fahren, um auf eine Konferenz zu fliegen? Wie überall im Leben ist vorausschauende Planung auch im Social Web alles.” (Social Media Strategie (Teil I) – Sie wollen scheitern? So geht’s!)

Welche Artikel haben Euch besonders gut gefallen? Folgt mir auf Twitter und schreibt sie mir.

Dez 7, 2010 - Social Media    2 Comments

Google – Retter vor sozialer Überflutung

Wir schreiben den 22. Dezember 2012. Die Welt ist nicht untergegangen. Doch das angekündigte neue Zeitalter hat begonnen. Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk von Google ist der neue Messias am “Social Media” Himmel.

Wäre der beschriebene Weg eine Idee, wie Google den Kampf im sozialen Netz bestehen kann? (Bild: jardenberg / Lizenz: cc-by)

Uns ist heut Nacht ein Stern geboren.

Wir waren gefangen zwischen wer-kennt-wen, Facebook, meinVZ, Twitter, formspring und Foursquare. Auch Qype, Xing, LinkedIn und die Lokalisten wollten sich eine Abbuchungserlaubnis für unser Zeitkonto ausstellen. RSS, Tumblr und Posterous gaben uns den Rest.

Zombies gleich schlurften wir umher in der Nacht der sozialen Netzwerke. Immer auf der Suche nach neuem Futter, Opfern, die wir in den tödlichen Strudel der Sucht nach Status-Updates hineinziehen konnten. Wir waren wie die Teufel, verschenkten unsere Zeit, unsere Daten und unsere Seele an Mark Zuckerberg und Co.

Doch dann kam Google. In Person von Larry Page und Sergei Brin kamen sie, uns zu erlösen. Ein modernes Weihnachtsmärchen, demgegenüber sich die Kirche wohl künftig wird warm anziehen müssen. Hollywood wird kommen und “The Real Social Network” drehen und unsere Arbeitgeber werden ob gesteigerter Produktivität frohlocken.

Ein Dienst, sie zu zu finden, ins Licht aus zu treiben und ewig zu (ver-)binden

“Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne einen Kampf zu brechen.” (Quelle: Sun Tzu – “Die Kunst des Krieges, Kapitel III”)

Nach einigen kleineren Scharmützeln im Jahr 2010 hatte sich Google auf die strategische Position der Stärke besonnen. Ein weiser Mönch hatte den Gründervätern des Suchgiganten ein dünnes Büchlein in die Hand gedrückt, aus dem sie die gesammelten Weisheiten des alten Sun Tzu herauslesen konnten.

Gewappnet mit dieser Weisheit und gestärkt von unzähligen Blogschreiberlingen, die sich über die zunehmende Überforderung im sozialen Informationsfluss beklagt hatten, gingen die beiden 2011 in Klausur. Vor einem Jahr verkündeten sie dann den Lockdown in Mountain View.

Und nun ist es soweit. Google Schmuss ist live. Liebevoll auch FaceView genannt. Ein Dienst, der kein eigenes Netzwerk ist, ein Dienst, der die Dienste vereint. Der sie verbindet, durchsucht, die Nachrichten nach semantischer Bedeutung und nach Relevanz im Freundeskreis sortiert.

Nie wieder den gleichen Link 5-mal bei Twitter, Facebook, wer-kennt-wen und im RSS-Reader. Wir sind erlöst. Google hat geschafft, was Zuckerberg, Holtzbrinck und Co versucht haben zu verhindern und was Microsoft beim Windows Phone 7 nur als Werbeversprechen gelungen ist. Google schenkt uns unsere Zeit zurück.

Die Logik des intelligenten Google Mail Posteingangs und des Such-Algorithmus, verbunden mit den sozialen APIs dieser Welt befreien uns von Müll, den Menschen so in den Netzwerken posten. Jetzt muss ich weder über FarmVille, noch über LOL-Cats lesen, sehe nicht zum hundertsten Mal das Video über die Hinrichtung von Julian Assange bei Twitter.

Doch dann…

Ich träumte, Google hat die Welt vor sozialer Überflutung gerettet. (Bild: sskennel / Lizenz: cc-by)

… das Erwachen aus dem Traum.

Könnte Google so etwas schaffen? Kein eigenes Netzwerk zu bauen, sondern den funktionierenden, spamfreien persönlichen Nachrichtenstrom für jeden Nutzer? Aus meiner Sicht sicherlich wünschenswert, würde Google, oder irgendein dienst dies ermöglichen. Doch gibt es hierfür überhaupt einen Markt?

Was meint Ihr? Würdet Ihr so einen Dienst nutzen? Wünscht Ihr Euch einen sinnvoll, und nach Relevanz, gefilterten Nachrichtenstrom? Schreibt mir auf Twitter. Oder kommentiert.

Okt 23, 2010 - Social Media    No Comments

Die “Social Media”-Blase Teil III: Was ist mit Google?

Google ein Unternehmen in der “Social Media”-Blase? Nicht ganz, und dann doch irgendwie. YouTube, Picasa und neue Ideen ein eigenes soziales Netzwerk zu schaffen.

Google ist weniger eine Suchmaschine, als ein Werbeplatz-Vermarkter. Mit guten Produkten schaffen sie Wertschöpfung für sich und die Nutzer. (Bild: Randy Zhang&XXX /Bearbeitung: sdoering / Lizenz: cc-by)

Hat Google eine dissoziative Persönlichkeitsstörung? (Google erscheint als gespaltene Persönlichkeit)

Ich bin dann mal weg.” Oder anders gesagt: Google findet, was ich suche und schickt mich wieder weg. Das Ziel der Suchmaschine ist es, mir Werbung zu zeigen (die für mich relevant ist) und mir gleichzeitig so schnell wie möglich das zu geben, was ich suche. Offensichtlich ist Google damit so erfolgreich, dass sie Geld verdienen.

Andererseits ist Googles Tochter YouTube, nicht wirklich profitabel, ständig mit urheberrechtlichen Problemen behaftet und von einigen Ländern juristisch hart angegangen. Es scheint, als sei die erfolgreichste Video-Plattform im Internet finanziell kein Glücksgriff für Google gewesen. Doch das Unternehmen kann sich die Spielwiese leisten. Gekauft wurde YouTube 2006 für eine Milliarde. So der Stand, vor der Recherche.

Dann entdeckte ich folgende Fakten: Der Umsatz der Plattform wird dieses Jahr wohl bei gut 900 Millionen liegen. Hier müssen natürlich Abzüge, Steuern und Kosten abgezogen werden. Sollte sich der Service so weiterentwickeln, könnte sich das Geschäft zumindest auf lange Sicht gelohnt haben.

Finden was man sucht – ein wertvoller Service

Die durch Google gewonnene Zeit stellt neben der bereitgestellten Information für mich eine echte Wertschöpfung dar. Im echten Leben würde ich sowas guten Service nennen.

Stellt Euch mal vor Ihr könntet einen Supermarkt oder einen Baumarkt googlen. Ihr fändet sofort was ihr sucht, keine Lebenszeit wäre verschwendet und das Einkaufserlebnis toll. Zugleich könnte mir der Markt spezifische Werbung präsentieren. Beispielsweise Angebote aus der gleichen Produktkategorie, oder eben passende Produkte zu meinem Kauf. Jemand kauft immer Kaffee und Milch. Vielleicht wird ihm beim nächsten (Solo-)Milchkauf ein Angebot für Kaffee vorgeschlagen. Oder beim Kauf von Käse wird ein neuer Käse im Sortiment beworben.

Ich glaube ich sollte die Idee einfach mal weiterdenken…

Fazit

Es gibt noch viele weitere Unternehmen im “Social Media”-Umfeld. Viele leben von der Hoffnung auf künftige Einnahmen. Zum Teil ohne wirkliches Business-Modell. Nichts desto trotz erreichen sie in unterschiedlichen Runden massive Investitionen durch Risikokapitalgeber.

Ich fühle mich an die Zeit vor 11 Jahren erinnert. Immer und immer und immer wieder. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Blase eines (nicht zu fernen Tages) Tages platzen wird. Wer überlebt steht noch nicht fest, doch es wird für viele Firmen Zeit, sich ein Geschäftsmodell aufzubauen, dass auch in und nach einer Krise bestand haben kann.

Denn nur so können sie als wertvoller Dienst für die Nutzer und als wertschöpfender Dienst für Unternehmen dienen.

ps.: Ich selbst nutze Twitter sehr gerne – folgt mir einfach!

Okt 21, 2010 - Social Media    2 Comments

Die “Social Media”-Blase Teil II: Wann kommt der Kater?

Im ersten Teil wurde Twitter beleuchtet. Jetzt hole ich Facebook auf die Bühne und stelle das verfilmte “Social Network” mal unter den Röntgenschirm.

Auch Facebook ist trotz eines Umsatzziels von über einer Milliarde Dollar noch immer im Seifenblasen-Land. (Bild: slollo&benstein / Bearbeitung: sdoering / Lizenz: cc-by)

Weg vom “Sterbenden Schwan” hin zum Klassenprimus - Facebook.

Facebook gewinnt noch immer neue Nutzer. Das ist die gute Nachricht. Die Menschen sind auch immer länger auf Facebook. Länger viel länger als bei Google. Auch länger, als auf jeder anderen Seite im Internet.

Doch was sagt uns das? Journalisten und Tech-Blogger feiern diesen Wert als relevante Größe. “Hallo, McFly, jemand zu Hause?

Wenn ich das Nutzer-Verhalten meiner Freund, Kollegen und Bekannten auf Facebook betrachte gibt es für die (scheinbar und tatsächlich) verschwendete Lebenszeit so vieler Menschen eine einfache Erklärung (OK, vielleicht zwei).

Browsertabs

Wieso Tabs? Ganz einfach. Ich surfe bei Google, lese Blogs im RSS-Reader, schreibe diesen Artikel in WordPress – und die ganze Zeit ist mein Facebook-Tab offen. Ich verbringe also an einem durchschnittlichen Arbeitstag mal dezent acht Stunden auf Facebook. Die einzige Seite, auf der ich ebenfalls so lange bin ist Google-Reader.

Immer wieder springe ich durch die Tabs, aktiviere dabei zwangsläufig den Facebook-Tab und werde so in die tolle Rechnung als Heavy-User gewertet. Und wisst Ihr was? Bei vielen meiner Kontakte ist es ebenso.

“Ich will doch nur Spielen”

Die andere Erklärung ist ein genialer Schachzug. Denn die Öffnung der Plattform für App- und Spiele-Entwickler ermöglicht Facebook gleich mehrere Dinge. Immer mehr Menschen wurden in der Vergangenheit von ihren Freunden eingeladen sich bei Facebook zum zocken anzumelden. Die Menschen sind durch die Spiele motivierter öfter und länger bei Facebook zu sein. Und durch die Einführung einer eigenen virtuellen Währung wird ein zusätzlicher Einnahmen-Kanal generiert.

Stagnation im Wachstum? Ein negativer Faktor?

Immerhin schaffe es Facebook mittlerweile Geld einzunehmen. In diesem Jahr rechnen Unternehmen und Analysten mit einem Umsatz, der 1,2 Milliarden Dollar überschreitet.

Wobei dies noch nichts darüber aussagt, ob das Unternehmen mit solchen Umsätzen auch profitabel ist. Wie viel am Ende als Gewinn (nach Steuern und Abgaben) konnte ich leider nicht ergründen.

Bei den Nutzerzahlen sieht es so aus, als habe Facebook ein Plateau erreicht. Der Anstieg verlangsamt sich massiv und es wird interessant sein zu beobachten, wie sich Facebook im Hinblick auf Anzeigendichte und -relevanz weiterentwickelt.

Was passiert, wenn eine Sättigungsgrenze erreicht ist? In einigen Regionen sinken die Nutzerzahlen mittlerweile schon wieder. Gerade in Regionen, in denen Facebook schon länger aktiv ist, scheint sich der Userverlust einzustellen. Sind die ersten Nutzer die Seite inzwischen leid?

Vielleicht bietet das Netzwerke, hat sich die erste Begeisterung erst einmal gelegt, den Usern nicht genug Anreize, ihr Profil weiterhin zu pflegen. Vielleicht hat es sich durch frühere Privatsphäre-GAUs auch Sympathien verspielt. Vielleicht ist die empfundene (soziale) Wertschöpfung für einige nicht hoch genug.

Es mag viele Gründe dafür geben, die Plattform zu verlassen. Die Entwicklung genauer zu verfolgen bleibt jedenfalls spannend.

Im dritten Teil werde ich auf Google eingehen. Der Werbe-Vermarkter will nach einigen gescheiterten Versuchen bald auch wieder in den “Social Media”-Bereich expandieren.

ps.: Ich selbst nutze Twitter

Okt 20, 2010 - Social Media    1 Comment

Die “Social Media”-Blase Teil I: Die Party ist vorbei

Lehne ich mich aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass in fünf Jahren kein Schwein mehr von Twitter spricht? Ich glaube nicht.

Twitter erscheint mir finanziell immer mehr eine Seifenblase zu sein - verdammt dazu zu platzen. (Bild: JoshSemans&slollo / Bearbeitung sdoering / Lizenz: cc-by)

Twitter ist tot, es lebe das Sterben

Es tut mir ja wirklich leid, das so sagen zu müssen. Vor allem da ich selbst gern auf Twitter unterwegs bin. Ich bin ja bekannter Maßen kein Freund von Prophezeiungen, doch in diesem Fall muss es glaube ich mal sein. Wenn ich mir die aktuellen Nutzer-Zahlen des Dienstes anschaue, dann ist Twitter für mich der erste Kandidat, der die aktuelle “Social Media”-Blase nicht überleben wird.

Kaum Wachstum bei den Nutzerzahlen, im vergangenen Quartal nur 2 Millionen neue Nutzer. Immer weniger Menschen, die über die Seite direkt gehen, zeigen, dass die Nutzer auf Applikationen ausweichen. Die Usability der Seite ist aber auch einfach grottenschlecht. Selbst das neue Interface ist kaum eine Verbesserung.

Einnahmen? Umsatz? Oder gar Gewinne? Pustekuchen!

VC-Kapital, Erwartungen bei denen nicht einmal der Himmel das Limit zu sein scheint und geblendete Tech-Journalisten, die virtuelle Unternehmenszahlen kritiklos übernehmen und darüber philosophieren, Twitter sei unterbewertet.

Twitter soll also mehr als eine Milliarde Dollar wert sein. Kann mir irgendwer erklären, wie sich dieser Wert rechtfertigt? Und Hoffnung auf mögliche, künftige Umsatzprognosen ist ausdrücklich keine Rechtfertigung.

“The revenue portion of Twitter becomes a significant feature.” (Twitter CEO Evan Williams im April 2010)

Bis heute sehe ich dieses Feature nicht am Horizont. Aber warten wir einfach mal ab. Google hat auch etwa zwei Jahre gebraucht um seinen Dienst zu monetarisieren. Uups, Twitter gibt es ja schon seit 2006.

Stellt Euch mal eine Frage: Wie viel ist Euch Twitter wert – was würdet Ihr bezahlen um Twitter zu benutzten? Würdet Ihr als Marketingchef relevant in eine Twitter-Kampagne investieren?

Der einfachste Weg Geld zu verdienen ist noch immer ein Produkt zu haben, bei dem Menschen bereit sind Geld auf den Tisch zu legen. Entweder als Werbetreibende (also B2B) oder als  Kunden (also B2C).

Für beides sehe ich bislang, trotz aller Vorteile von Twitter für mich als Nutzer, keine wirkliche Chance. Ich hoffe ich werde eines Besseren belehrt.

Im zweiten Teil befasse ich mich mit der Frage, wie sich Facebook entwickelt. Dieser wird in ein oder zwei Tagen hier erscheinen.

ps.: Ich selbst nutze Twitter auch. Folgt mir doch einfach, dann können wir uns 140 Zeichen um die Ohren werfen.

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