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Nov 10, 2010 - Social Media    No Comments

Informations-Tsunami: Nicht untergehen im Info-Überfluss

Tagtäglich bewege ich mich im “Social Web”. Soziale Netzwerke, Twitter und Blogs sind meine Hauptinformationsquelle. Hier finde ich Inspiration, Wissen, Neuigkeiten und eine Menge Müll. Doch wie organisiert man den Informationsfluss so, dass es kein Tsunami wird?

Surfen wir auf der Informationswelle. oder überrollt uns ein Informations-Tsunami? Mit den richtigen Hilfsmitteln sorgen wir wieder für Durchblick. (Bild: thelastminute - some rights reserved)

Informationsflut? Informations-Tsunami!

Ich habe 122 Blogs im RSS-Reader, folge über 300 Personen auf Twitter und habe gut 100 Menschen bei Facebook in meiner Freundesliste. Auf Xing tausche ich mich via Mail aus, habe 130 Personen in meinen Kontakten und lese einige Gruppen aktiv. Zusätzlich schreibe ich am Tag rund 100 Mails und führe mehrere Telefonate. Außerdem habe ich rund 25 aktive Google Alerts.

Ich betreibe dieses Blog hier, schreibe ca. 2 -3 mal in der Woche für das Windowsblog und versuche gerne mal wieder einen Gastbeitrag zu verfassen. Interessante Inhalte kommentiere ich, soweit die Zeit das zulässt.

Größtenteils ist dies mein Privatvergnügen. In der Arbeit kümmere ich mich, zusammen mit Kollegen, um die Social Media Strategie unserer Plattform, entwickele und überwache einen Teil der Projekte, die von der Redaktion angestoßen werden. Im Fall von Urlaub mache ich noch die Vertretung für die redaktionelle Tagesarbeit in den Bereichen Nachrichten, Wissenschaft und Kino.

Ich lebe in einem stetigen Fluss von Meldungen und ich habe in den vergangenen beiden Jahren die Anzahl meiner Informationsquellen massiv gesteigert. Um nicht von diesem Informations-Tsunami überrollt zu werden benötige ich ein ausgefeiltes System, um die schiere Menge an Informationen zu bündeln und zu reduzieren. Auch der Aufbau dieses Systems hat etwa zwei Jahre gedauert. Da dies ein stetiger Prozess ist, bin ich für Verbesserungsvorschläge natürlich gerne offen.

Wie sieht mein Informations-Setup nun eigentlich aus?

Zum Lesen und Aggregieren der Blogs verwende ich den Google Reader. Hier sortiere ich mir die Inhalte nach thematischen Bereichen, die zugleich auch eine Priorität der Inhalte ausdrücken. Den Ordner “Social Media” lese ich weit aufmerksamer, als den Ordner “Design“.

Zugleich habe ich zwei Ordner “erstmal interessant” und “vielleicht weg“. Im ersten der beiden Ordner müssen sich Inhalte erst einmal beweisen. Ich abonniere ein Blog, sortiere den Feed in diesen Ordner und wenn nach ein paar Tagen die Inhalte die erhoffte Qualität haben, dann sortiere ich das Blog in den entsprechenden thematischen Ordner. Umgekehrt ist “vielleicht weg” die Vorstufe zur Löschung aus meinem Feedreader.

Zum einen kommt es vor, dass ich im Lauf der Zeit merke, dass sich meine Interessen verschoben haben. Zum anderen kann es sein, dass ich merke in einem Blog ist doch sehr viel weniger interessanter Inhalt, als ursprünglich gedacht. Damit landet ein Blog sozusagen “auf Bewährung”.

Auf dem iPhone ist mein Google Reader mit der genialen App “Reeder” verknüpft. Sie synchronisiert sich mit meinem Setup und zeigt mir nur die bislang ungelesenen Inhalte an. Außerdem ist sie, wie mein Browser auch, mit Instapaper verknüpft. Der nächsten Stufe im Informations-Setup.

Instapaper – Inhalte lesen, wenn Zeit und Konzentration es erlauben

Instapaper ist meine Rettung. Wie oft habe ich mir früher die Links zu interessanten Artikeln nach Hause geschickt, um sie dann in einem eigenen Ordner meines Mailprogramms zu archivieren – und nie wieder anzusehen? Viel zu oft!

Mit Instapaper ist die Funktion “Später lesen” nur einen Klick entfernt. Sowohl auf meinem Rechner in der Arbeit, als auch auf dem iPhone und zu Hause.

Interessante, gerade längere Artikel und Blogbeiträge, werden über ein sogenanntes Bookmarklet an Instapaper gesendet und dort in reduzierter Form (meist schwarze Schrift auf weißem Hintergrund) für das Lesen auf mobilen Endgeräten aufbereitet. Bei einem Kaffee in der Mittagspause, oder auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, lese ich dann gern die Artikel, denen ich die nötige Zeit widmen will.

Twitter – chaotische Timeline und TwitterTimes

Bei Twitter ist es schon schwieriger. Durch die Nutzung von Hootsuite, kann ich mir eine Oberfläche gestalten, in der ich neben meiner Timeline (all den Beiträge der Menschen, denen ich folge) auch meine direkten Nachrichten, meine gesendeten Tweets und meine wichtigsten Suchen und Listen auf einen Blick erfassen kann. Dennoch ist und bleibt Twitter an dieser Stelle chaotisch.

Worüber reden die Menschen in meinem erweiterten Twitter-Netzwerk? Welche Themen sind also gerade in diesem Teil der Netzgemeinde interessant und vieldiskutiert?

Hierfür nutze ich TwitterTim.es. Verknüpft man diesen Dienst mit seinem Account bei Twitter, so erhält man auf einer übersichtlich gestalteten Seite all die Themen präsentiert, die in meinem Netzwerk kursieren – sortiert nach Wichtigkeit. Wichtigkeit wird hierbei durch die Anzahl der Tweets und den Einfluss derer, die diese abschicken definiert.

Es gibt hierfür auch andere Anbieter. Paper.li ist dafür ein schönes Beispiel, das mir in meiner Twitter-Timeline immer mal wieder begegnet. Ich bin allerdings noch nicht dazu gekommen es auch zu testen. Wer hiermit Erfahrungen hat, darf sie in den Kommentaren gerne teilen.

An dieser Stelle hat es dann eben doch einen Sinn, wenn man ein großes Netzwerk an Menschen hat, denen man bei Twitter teilt. Je kleiner die Runde, um so eindimensionaler sind die dort diskutierten Themen und der größere Überblick geht verloren. Man findet eben doch nur die Themen, über die andere schon sprechen.

Die wichtigsten Lektionen

Die beiden wichtigsten Lektionen, die ich lernen musste – und zum Teil noch immer lernen muss sind folgende:

  • Man kann nicht Alles lesen
  • Einfach mal abschalten

Am Anfang habe ich versucht noch alle zu lesen. Dem ist schon lange nicht mehr so. Je nach persönlicher Wichtigkeit der Quelle, schwankt die Lesequote bei RSS-Feeds zwischen 5 – und 95 Prozent. Eins meiner Lieblingsblogs, detailverliebt.de, liegt beispielsweise bei glatten 90%. Das Blog von Fefe bei 99 Prozent. Mashable hingegen kommt nur auf 13 Prozent.

Dennoch habe ich in den vergangenen sechs Monaten 8,863 Blogpostings “gelesen”. Wobei gelesen für den Google Reader bedeutet, dass ich den Beitrag angeklickt habe. Das heißt für meinen Feedreader lese ich durchschnittlich knapp 50 Postings am Tag.

Am Wochenenden und teilweise abends unter der Woche kommt inzwischen die zweite Lektion zum Tragen. Einfach mal abschalten. Auch wenn ich noch immer viel zu häufig “connected” bin, so versuche ich Twitter- und Blogfreie Zeiten zu setzen. Zeiten, in denen der Rechner ausbleibt und das iPhone nicht dazu verwendet wird mich mit Informationen zu versorgen. Facebook, Twitter, RSS – all das wird am Wochenende auf ein absolutes Minimum reduziert. Und nur ganz selten bin ich unter der Woche nach 22 Uhr noch aktiv im Netz.

Natürlich hat das auch mit veränderten privaten Lebensumständen zu tun. Dreimal in der Woche Sport, gemeinsame Zeit mit meiner Freundin und der Versuch das Privatleben eben auch ein wenig frei von der digitalen Informationsflut zu halten.

Auch diese Gründe haben dafür gesorgt, dass ich mich immer aktiver mit der Frage nach einer Optimierung des Informationsflusses befasst habe.

Welche Wege und Hilfsmittel nutzt Ihr, um dem Informations-Tsunami zu begegnen? Kommentiert, oder schreibt mir auf Twitter.

Jul 21, 2010 - Social Media    1 Comment

Branding Tweets – Markenkommunikation auf Twitter

Immer mehr Unternehmen erkennen, das Plattformen wie Facebook und Twitter für die Außen-Kommunikation massiv an Bedeutung gewinnen. Inzwischen gibt es auch eine Vielzahl an Tools, um den Dienst einfach und schnell zu lesen und selbst zu befüllen. Gerade hier zeigt sich, dass der Benutzername für die Markenkommunikation essentiell ist. Denn wie sollte man sonst seine Marke – oder sein Unternehmen transportieren.

Aus der Masse hervorstechen. Dieses Ziel verfolgt gute Markenkommunikation. Mit der eigenen Marke wahrgenommen werden im Wust unzähliger Meldungen, muss auch bei Twitter das Ziel sein. (Quelle: MrB-MMX / Lizenz: cc-by-sa)

“Stand out”, aus der Masse hervorstechen, das ist in vielen Fällen das Ziel erfolgreicher Markenkommunikation. Sich vom Markt abheben, positiv beim Kunden ankommen und im Wust der Werbe-Meldungen überhaupt noch wahrgenommen werden. Diese Maxime gilt natürlich erst recht in einem Web2.0-Dienst, der Abermillionen von Tweets jeden Tag “serviert”.

Doch gibt es einen eleganteren Weg, als nur über den Benutzernamen ein Unternehmen zu transportieren? Wie ist es, wenn mehrere Mitarbeiter twittern? Wie kann ich bei unterschiedlichen Usern die Kommunikation meiner Marke sicherstellen? Neben vielen kostenlosens Clients, wie HootSuite, Seesmic und Co. gibt es jetzt mit MarketMeTweet eine zwar kostnepflichtige, dabei aber nicht teure Variante.

Mit MarketMeTweet kann man seine Tweets branden. In jedem Tweet erscheint der gewünschte Firmen-/Produktname als Clientbezeichnung, wie man es von anderen Diensten wie HootSuite kennt.

In ihrem Blog zeigen die Macher von MarketMeTweet sehr offen und gut, wie man in Zeiten des sozialen Netzes kommuniziert. So legen sie beispielsweise transparent dar, wieso der Service Geld kostet. Natürlich sind andere Tools im Markt kostenlos und der einfach Nutzer wird wahrscheinlich lieber diese Services nutzen – doch diese Nutzer sind nicht die Zielgruppe des Unternehmens.

Bandbreite, Anfragen von Kunden, Support, Entwicklung und mehr kosten Geld. Und als Unternehmen gebe ich lieber Geld für ein Produkt aus, als mich zu fragen, was mit meinen Daten bei einem kostenlosen Anbieter passiert. Werden Daten gehandelt, wird irgendwann möglicherweise Werbung in meine Unternehmens-Tweets eingearbeitet. Dies wäre ja über die gleiche Schnittstelle möglich, an der das Konzept von MarketMeTweet ansetzt.

Davon kann ich bei einem bezahlten Produkt vergleichsweise sicher sein.

zusätzlich darf auch der SEO-Faktor der Backlinks nicht außer Acht gelassen werden. Der branded client hat einen Link hinterlegt, den man auf seinen Blog, Shop, die Unternehmensseite oder die Produktseite lenken kann.  So erzeugt jeder Tweet einen für Suchmaschinen relevanten Backlink. Den SEO-Manager wird es freuen.

Sarah Hartshorn von MindSprout Marketing schreibt auf Social Media Today:

“The benefits of being able to brand, optimize and create backlinks to each of your tweets is a home run for your online social presence. For every single tweet that you send and that someone else retweets you’re creating additional exposure via a customized backlink. Incredible!” (Quelle: Sarah Hartshorn)

Das Video zeigt eine kleine Produkteinführung der Macher von MarketMeTweet. Ich selbst grüble noch, ob es sich für mich nicht auch lohnen könnte, das Tool zu testen. Da schriftrolle.de jedoch als nichtkommerzielles Privatprojekt geführt wird, muss ich noch einigen Gehirnschmalz in diese Frage investieren.

Offenlegung: Als Autor stehe ich in keinerlei Verbindung zu MarketMeTweet oder den Produzenten.