Ich begegne immer wieder Menschen, die sich fragen, was “dieses Twitter” denn eigentlich ist. Da mir das in letzter Zeit überhand genommen hat, dachte ich mir, es ist Zeit für eine einfache Erklärung.

"Twitter" ist das englische Wort für das Gezwitscher von Vögeln. (Bild: NJ.. / Lizenz: cc-by)
Twitter als Kurznachrichten-Dienst
Eigentlich ist Twitter nichts anderes als SMS auf Koks. In einer SMS auf dem Handy hat man eigentlich nur 160 Zeichen Platz. Bei Twitter sind es sogar nur 140 Zeichen. Drogenkonsum senkt wohl doch die Merkfähigkeit. Das wichtigste bei einer Twitter-Nachricht ist jedoch, dass sie theoretisch jeder lesen kann. Wenn man nicht explizit sein Profil sperrt, ist alles was man so schreibt für die Öffentlichkeit bestimmt.
Es gibt noch eine Ausnahme, die sogenannte “Direkt-Nachricht (DM)“. Hier schreibt man einem bestimmten Nutzer eine nur für ihn bestimmte Nachricht.
Wie schon erwähnt hat jeder Nutzer bei Twitter ein eigenes Profil. Dazu gehört eine Kurzbeschreibung aus wenigen Worten, ein kleines Foto und der sogenannte “Handle“. Das ist der Name, mit dem man bei Twitter aktiv ist. Bei mir ist das beispielsweise “sdoering”. Markiert wird dieses “Handle” im Netz durch ein @-Symbol, wie bei einer Email-Adresse. In meinem Fall also @sdoering. Wer bei Twitter ist, weiß dann also, wie er mich finden kann.
In den meisten Kurznachrichten auf Twitter, den sogenannte “Tweets” steht nicht viel drin. Dafür reicht der Platz meist gar nicht. Deshalb werden viele Inhalte einfach nur verlinkt. Hier benutzt man sogenannte “Linkverkürzer” – man gibt eine lange Internetadresse ein (zum Beispiel: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,738245,00.html) und erhält eine Kurzfassung dieser Adresse zurück (beispielsweise: http://ow.ly/3zRQa) .
Jede Sekunde abertausende Nachrichten – was nützt mir das?
Bei Twitter sind in Deutschland mehrere 100.000 Benutzer angemeldet. Etwa 40 – 50 Prozent davon werden jedoch nicht genutzt. Weltweit sind es mehr als 200 Millionen “aktive Nutzer”. Doch aktiv heißt noch nicht, dass hier wirklich getwittert wird.
Es muss also einen Weg geben, sich in der Masse der Kurznachrichten zu orientieren. Hier gibt es die Möglichkeit, dass Sie interessanten Menschen (oder Nutzern) folgen. Sie erhalten dann die Tweets all derer, denen sie folgen. Man muss jedoch nicht automatisch zurück folgen, wenn man einen sogenannten “Follower” auf Twitter erhält.
Bei Facebook (oder anderen Netzwerken) ist eine Verbindung immer in beide Richtungen. Bei Twitter geht es darum, interessanten Personen und deren “Aussagen” zu folgen. Es geht nicht vorrangig darum Freunde wie auf Facebook zu verbinden.
Ich nutze Twitter beispielsweise als Quelle für interessante Nachrichten aus der Netzwelt. Hier folge ich Personen, die sich mit dem Internet und seinen Entwicklungen beschäftigen und schaue, welche Meldungen und Links sie bei Twitter teilen. (Ich benutze dafür jedoch noch Hilfsmittel, um mir die Masse der Links zu sortieren. Je mehr etwas geteilt wird, desto eher werde ich es sehen).
Es gibt auf Twitter auch witzige Kurz-Lyrik. Zur Entspannung kann man den entsprechenden Nutzern folgen und sich von 140-Zeichen-Lyrik “berieseln lassen”.
Wie finde ich interessante Leute?
Meiner Erfahrung nach ist das, gerade wenn man neu auf Twitter ist, gar nicht so leicht. Je nachdem welche Interessen man angibt, schlägt Twitter zwar inzwischen bei der Anmeldung bestimmte Nutzer vor, doch nicht immer sind diese Vorschläge auch wirklich sinnvoll.
Der einfachste Weg ist es, nach bestimmten Interessen zu suchen. Dann kann man schauen, was darüber geschrieben wurde und durch einen Klick auf das Twitter-”Handle” sich die Person “genauer Anschauen”. Man sieht dann das Kurzprofil und die letzten Tweets.
Eine schöne Tradition ist es, dass Twitter-Nutzer jeden Freitag Empfehlungen aussprechen. Das ist der sogenannte “Follow Friday“. All denen, die einem im Netzwerk folgen werden so vielleicht unbekannte Twitterer vorgestellt. Man kann sie sich einfach anschauen und entscheiden, ob man auch diesen folgen will. Markiert werden Nachrichten zum “Follow Friday” meist mit #ff oder mit #followfriday.
Die Eigenheit solche Schlagwörter mit einer vorangestellten # (Raute) zu markieren kommt daher, das in der Anfangszeit von Twitter nur so die Schlagworte für die Suche markiert werden konnten. Heute durchsucht die Suche die ganzen Texte.
Mit der Raute werden auch oft Abkürzungen zu bestimmten Themen markiert. #smchh steht beispielsweise für den “Social Media Club Hamburg“. Oder #s21 für die auf Twitter sehr hitzigen Diskussionen um den Bahnhofsbau in Stuttgart. Gerade mit diesen Abkürzungen habe ich mir am Anfang meiner Zeit auf Twitter echt schwer getan.
Fragen zu Twitter? Stellt sie mir doch einfach auf Twitter. Denn durch ausprobieren lernt man meiner Meinung nach noch am meisten.