Social Media
5 CommentsSocial Media Strategie (Teil III): Erfolgsmessung
Erfolg zu messen ist im Social Web nicht schwer, aber enorm wichtig. Es müssen nur die richtigen Messgrößen bestimmt werden. Nach den ersten beiden Teilen zur Erarbeitung einer Social Media Strategie, folgt nun im dritten Teil die Vorstellung sinnvoller Zielgrößen und Bewetungskriterien.

Für die Erfolgsmessung im sozialen Netz bedarf es anderer Blickwinkel, als in der klassischen Werbung. (Bild: epSos.de / Lizenz: cc-by)
Erfolgsmessung und Messgrößen
Für die Erfolgsmessung gibt es im Netz wie schon gesagt einige hilfreiche Tools. Viele sind kostenlos, doch dazu später mehr. Vor einer Messung müssen erst die relevanten Größen definiert werden, in denen der Erfolg der eigenen “Social Media”-Aktivitäten gemessen werden soll. Klassische Größen wie “Unique Clients” oder “Page Impressions” sind hierbei nicht gerade zielführend. Sie zeigen zwar gut die quantitativen Faktoren, sagen jedoch nichts über die Qualität der Konversationen. Hier zeigt sich, dass ein Umdenken erforderlich ist, weg von einer Quantifizierung der Aktivitäten. Am Ende des Tages muss sich jedoch jegliche Aktivität in barer Münze rechnen.
89 % der Deutschen vertrauen auf Empfehlungen von Bekannten. Innerhalb sozialer Netzwerke haben Produkt und/oder Dienstleistungsempfehlungen einen stetig steigenden Anteil. 67 % vertrauen auf Online-Empfehlungen. Daraus folgt für PR/Unternehmenskommunikation/Marketing, dass eine positive Rezension der Dienstleistungen/Produkte des Unternehmens, gepaart mit einer positiven Grundwahrnehmung des Unternehmens sich schlussendlich in Abverkäufen auszahlt. Noch immer ist Amazon mit seinen nutzergenerierten Rezensionen eines der größten sozialen Netzwerke der Welt. Und es basiert rein auf dem System der Bewertung durch Nutzer.
Ein kleines Video (englisch) zur Verdeutlichung des Wertes von Social Media:
Erstes Screening
Wo wird gesprochen und wie wird gesprochen. Welche Tonalität hat die Kommunikation über mein Unternehmen? Daraus ergeben sich bestimmte Eindrücke und Zahlen, die erfasst werden können:
1. Engagement der User
- Die Häufigkeit von nutzergenerierten Inhalten zu einem Produkt oder einem Unternehmen
- Sowie die Meinung der jeweiligen User
2. Qualität der Kommentare
- Indizien für die Stimmung der Kommunikation
- Lässt sich in den Dialogen eine positive oder negative Tendenz ablese
- Gibt es User, die hauptsächlich negative oder auch positive Inhalte produzieren
- Wie sieht die Struktur ihres Netzwerks aus
- Sind die Meinungsmultiplikatoren
Aus Punkt 1. ergibt sich dann schon ein erster Blick über die tatsächliche Wahrnehmung der Kunden zum Unternehmen/zu Produkten. Wenn die Menschen im Netz nicht kommentieren, weder positiv, noch negativ, so kann das unterschiedliche Gründe haben. Diese gilt es zu analysieren. Im gleichen Maß kann man aber durch die Nutzung von Social Media eben diese Diskussionen befeuern.
Ist die Meinung der Nutzer positiv, so kann man sich diesen positiven Effekt nutzbar machen. Sind die Meinungen negativ, so muss man sich damit auseinandersetzen und ebenso ergründen, was kritisiert wird (und warum).
Schon hier können sich tatsächliche Folgen beispielsweise für die Qualitätssicherung und die Weiterentwicklung ergeben.
Punkt 2 zeigt dem Unternehmen, die qualitativen Indikatoren der Kunden-/Nutzermeinung. Was ist es, das die Menschen gut finden? Welche Eigenschaften von Produkt/Unternehmen werden in welcher Art beurteilt? Was wird kritisiert? Was wird als besonders schlecht empfunden? Woran reiben sich die Nutzer?
Als Beispiel mag die Krisenkommunikation der Lufthansa dienen. Beim letzten Pilotenstreik nutze das Unternehmen Twitter um auf Flugausfälle hinzuweisen. Es wurden jedoch nur Verweise auf die Webseite verteilt, oder abgesagte Flüge berichtet. Eine Reaktion, eine Hilfe durch diesen Kanal fand nicht (oder nur in sehr geringem Maß) statt.
Hieran rieb sich die Netzgemeinde und die Kunden. Lufthansa reagierte und die Krisenkommunikation während der Luftraumsperrung aufgrund der isländischen Aschewolke, sah völlig anders aus. Man antwortete auf Fragen, man reagierte, half und diente als weiterer Kanal neben irgendwelchen Hotlines. Kunden fanden diese Form der Krisen-PR in den meisten Fällen positiv.
Die Struktur des Netzwerks in den unterschiedlichen Kanälen spielt eine entscheidende Rolle. Wie relevant sind die Follower bei Twitter, wie empfehlen Fans bei Facebook mein Unternehmen? Wie sieht es mit SocialBookmark-Diensten aus? Die Antworten auf diese Fragen zeigen, wie mein Netzwerk gestaltet ist und wie sich Informationen dort bewegen.
Jeder Kanal hat hierbei andere Relevanzkriterien. Drei Retweets bei 50 Followern ist dabei sicherlich besser, als 15 Klicks auf ein Banner bei Flickr, wenn mich dort 1500 Menschen ihrem Netzwerk hinzugefügt haben.
Dies leitet auch zum letzten Punkt der obigen Aufzählung weiter. Wer sind die einflussreichen Fans/Follower? Kann ich diese direkt erreichen? Üben Sie Kritik und wenn ja warum? Kann ich ihre Kritik nutzen, aufnehmen, mein Produkt oder deren Wahrnehmung verändern, um so einflussreiche Fans zu gewinnen?
Es gibt noch viele Fragen, die man in dieser Richtung stellen kann. Eventuell ergeben sich auch die Möglichkeiten, einen einflussreichen Blogger als Gastautor für das Firmenblog zu gewinnen. Das hängt jedoch vom Einzelfall ab.
Monitoring
Mit Monitoring ist das genauere Betrachten der Kommunikation im Web2.0 gemeint. Hier sollte untersucht werden, welche Themen im Umfeld meiner Produkte/meines Unternehmens diskutiert werden. Wer sind die Meinungsführer, man sollte Themenhirarchien erstellen, etc.
Tag-Clouds, aus den Stichwörtern rund um die Themen, bieten die Möglichkeit im Unternehmensblog die entsprechenden Einträge um relevante Suchbegriffe zu erweitern. Auch auf Twitter kann man entsprechend reagieren.
Dazu bedarf es in kleineren Unternehmen noch nicht einmal eines allzu großen Aufwands. Auch die notwendigen Tools sind für einen Einstieg in der kostenlosen Variante meist ausreichend. Im folgenden Teil der Serie zur “Social Media Strategie” wird daher auch auf sinnvolle Hilfsmittel und Tools eingegangen werden.
Fragen an das SocialWeb
- Ist meine Marke/mein Unternehmen im sozialen Netz verfügbar?
- Wie weit reicht meine Meinungsführerschaft zu relevanten Themen?
- Wie weit identifizieren sich Menschen im Netz mit Marke/Produkt/Unternehmen?
Mit welchen Hilfsmitteln ich diese Fragen beantworten kann soll im kommenden Teil der Serie beantwortet werden.
Vielleicht nutzen Sie schon entsprechende Hilfsmittel. Was ist das Tool ihrer Wahl? Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen.


